«Zivis eignen sich für die Tagesstrukturen»

Befragt

Drucken
Teilen

Die Schule Flawil sucht im amtlichen Publikationsorgan eine Person, die auf freiwilliger – sprich ehrenamtlicher – Basis bereit ist, die Lehrperson der «DaZ»-Auffanggruppe während einer oder zwei Lektionen zu entlasten und mit den Schülerinnen und Schülern Deutsch zu lernen.

Herr Ackermann, welche Voraussetzungen muss diese Person mitbringen?

Wir suchen keine Klassenassistenz, sondern personelle Unterstützung für wenige Lektionen. Das heisst, eine offene und engagierte Person, die bereit ist, einen Teil ihrer Freizeit für das Gemeinwohl einzusetzen. Ähnlich, wie dies beim Projekt «Senioren im Klassenzimmer» der Fall ist. Eine spezielle Ausbildung ist nicht erforderlich. Die Freude an der Zusammenarbeit mit jungen Menschen und eine gewisse Offenheit in Bezug auf Migrationsfragen reichen aus.

Weshalb werden für diese Aufgabe keine Zivildienst­leistenden eingesetzt?

Die Schule Flawil bietet eine Stelle für Zivildienstleistende an. Beschäftigt wird die Person aktuell in den Tagesstrukturen und – als Klassenassistent – im Kindergarten und auf der Primarschulstufe. Eine zweite Zivi-Stelle ist derzeit nicht vorgesehen. Bei Einsätzen im eigentlichen Schulbetrieb liegt das Problem darin, dass den Zivis eine 42-Stunden-Woche angeboten werden muss – auch während der Schulferien. Deshalb sind für Dienstleistende die Tagesstrukturen als Arbeitsort besser geeignet.

Die eigentlichen «DaZ»- Lektionen beschränken sich auf die Vormittage. Eine spezielle Situation, auch für die Lehrperson,oder? Tatsächlich werden die Schülerinnen und Schüler vormittags in der Auffanggruppe beschult und verbringen die Nachmit­tage mehrheitlich in ihren Stammklassen. Aufgrund dieser Konstellation wird die Gruppe von einer angehenden Lehr­person betreut, die zwischen Bachelor- und Masterabschluss ein Zwischenjahr einschiebt.

Wie verpflichtend ist der Schulbesuch für die fremdsprachigen Lernenden?

Sie unterstehen der Schulpflicht, entsprechend ist der Unterrichtsbesuch obligatorisch.

Was kostet Flawil die Führung der «DaZ»-Auffanggruppe?

Die Kosten betragen rund 60 Prozent dessen, was für eine Regelklasse aufgewendet werden muss. Folglich etwa 90000 Franken. (ahi)