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Zivilschutzübung in Uzwil: Weder Jux noch Gaudi

Wegen einer Überschwemmung wurden gestern die Oberstufenschüler evakuiert. Es handelte sich aber nicht um einen Ernstfall, sondern um eine Zivilschutzübung. Der Zugführer erklärt, worauf es ankommt.
Angelina Donati
Einen Tag lang unter externer Beobachtung: Gestern wurden die Oberstufenschüler von Zivilschützern betreut. (Bild: Angelina Donati)

Einen Tag lang unter externer Beobachtung: Gestern wurden die Oberstufenschüler von Zivilschützern betreut. (Bild: Angelina Donati)

Da staunten die Schülerinnen und Schüler der Oberstufen Schöntal und Uzeschuel nicht schlecht, als gestern Morgen plötzlich Männer in orangefarbenen Uniformen ins Schulzimmer marschierten. Zwar waren die meisten Schüler vorgängig informiert, dass der Zivilschutz an diesem Tag seinen Wiederholungskurs durchführen wird, ungewohnt war die ganze Situation fernab des Schulalltags dennoch. «Als alle in Zweierreihen das Schulzimmer verlassen mussten, war der eine oder andere doch etwas verdutzt», sagte Lehrer Matthias Hanselmann.

Als Grund für die Evakuierung gaben die Verantwortlichen des Zivilschutzes Uze eine Überschwemmung rund um die beiden Schulhäuser an. «Das Szenario an einer Übung sollte möglichst echt sein», sagt Thomas Versnik, Zugführer des Fachbereichs Schutz und Betreuung. In Fahrzeugen wurden die rund 80 Schüler schliesslich zum Feuerwehrdepot Niederuzwil und somit «in Sicherheit» gebracht.

Nach einem kurzen Check-in, also dem Aushändigen ihres Namensschildes, wurden sie mit einem Znüni bei Laune gehalten. An einem solch schönen Tag einfach dem normalen Schulunterricht fern bleiben zu dürfen, sagte denn auch den Jugendlichen sehr zu. Obwohl sie nicht wissen, was heute unter der Führung des Zivilschutzes noch auf dem Programm steht, sagen einige Schüler: «Alles ist besser als Schule.»

Nur keine Langeweile aufkommen lassen

Die wichtigste Aufgabe des Ziviilschutzes lag darin, die Schüler und die Lehrpersonen zu betreuen und vor allem auch zu beschäftigen. «Genau so würde es sich auch bei einem Ernstfall abspielen», sagt Versnik. Ein Programm soll die evakuierten Personen vom zugetragenen Ereignis ablenken und sie auf andere Gedanken bringen.

Ging es am Morgen mit Fussball und Basketball spielen eher locker zu und her, wurden die Schüler am Nachmittag an einem Postenlauf richtig herausgefordert. Ob Feuer löschen, Erste Hilfe leisten oder den Informationen der Polizei lauschen – Langweilige kam nicht auf.

Besonders am Tag war ausserdem, dass das Kommando ganz bei den 28 Männern des Zivilschutzes lag. Will heissen, wenn Schüler sich querstellen würden, muss der Zivilschutz für Ruhe und Ordnung sorgen. «Wenn einer komplett über die Stränge schlagen würde, müsste er wieder zurück in den Schulunterricht», sagt Christoph Rüst, der die Leitung der Zugführer von Schutz und Betreuung innehat.

Mit den Übungen werde der Wissensstand und die Praxiskenntnisse der Zivilschützer aufgefrischt. Zum anderen würden aber auch die Probanden, wie im heutigen Fall die Schüler, etwas Neues lernen können. Obwohl es sich um eine Übung handle, sei diese darum weder als Jux noch als Gaudi zu verstehen.

Begegnungen und neue Erfahrungen

Über-30-Jährige für ein Engagement im Zivilschutz motivieren zu können, sei schwierig, sagt der 33-jährige Thomas Versnik. Und der 32-jährige Christoph Rüst pflichtet ihm bei. «Für mich ist es eine willkommene Abwechslung zu meinem Beruf», begründet Versnik. Er arbeitet als Projektleiter in der Entwicklung bei Bühler in Uzwil.

Einen Vorteil in dem Sinne ergebe sich für ihn keinen. «Doch die Begegnungen mit den verschiedensten Leuten schätze ich sehr. Und jedes Mal lerne ich ausserdem wieder etwas Neues dazu. Grund genug, dass ich mich auch weiter einsetzen möchte.

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