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ZIVILLUFTFAHRT: Beruhigung am Himmel

Die Fluglärmsituation über dem Hinterthurgau hat sich im vergangenen Jahr entspannt. Doch Pläne des Flughafens Zürich und des Bundes bereiten dem Kanton Kopfzerbrechen.
Sebastian Keller
Eine Swiss-Maschine im Landeanflug auf den Flughafen Zürich. (Bild: Olaf Kühne)

Eine Swiss-Maschine im Landeanflug auf den Flughafen Zürich. (Bild: Olaf Kühne)

Sebastian Keller

sebastian.keller@thurgauerzeitung.ch

Es ist leiser geworden um den Fluglärm: Im vergangenen Jahr registrierte die Messstation neben einer Wohnzone in Balterswil weniger Fluglärmereignisse als im Vorjahr. Dies teilte das kantonale Departement für Bau und Umwelt (DBU) gestern mit. Total wurde in den Nachtstunden zwischen 22 und 24 Uhr 2905-mal Fluglärm registriert, was im Vergleich zum Vorjahr einer Abnahme um 18 Prozent entspricht. In der «sensiblen» Nachtstunde zwischen 23 und 24 Uhr belief sich der Rückgang gar um 22 Prozent.

Die Abnahme wirke sich laut Mitteilung «positiv auf die Lärmbelastung aus». In der Stunde vor Mitternacht sei es zu einer spürbaren Entlastung gekommen: Die Lärmbelastung ist im diesem Zeitfenster um drei auf neu 39 Dezibel gesunken. In Dezibel wird die Stärke des Geräusches erfasst. Dieser Wert wurde letztmals 2011 erreicht. Rückläufig waren in der letzten Abendstunde vor allem Überflüge mit über 60 Dezibel, dieser Wert gilt als Aufwachsschwelle. In beiden Nachtstunden überschritten nur noch ein Viertel aller Überflüge diese Schwelle; im Vorjahr war es in der Stunde vor Mitternacht noch die Hälfte.

Regierungsrätin und DBU-Chefin Carmen Haag sagt: «Wir sind erleichtert, dass die Belastung im Hinterthurgau zurückgegangen ist.» Nun hoffe man auf einen weiteren Rückgang - oder zumindest eine Stabilisierung. Die Gründe für die Abnahme seien schwer auszumachen: «Es könnte sein, dass andere Routen geflogen worden sind.» Auch eine Entwicklung in der Luftfahrtindustrie könnte den Geräuschpegel gesenkt haben: dass die Flugzeuge durch technische Massnahmen leiser geworden sind.

Grossbaustelle ist noch nicht gelöst

Josef Imhof, Präsident des Bürgerprotests Fluglärm Hinterthurgau, ist ebenfalls erfreut über den Rückgang. «Dieser könnte auch mit dem Wetter zusammenhängen», sagt er. Die Messungen seien aus seiner Sicht wichtig, damit dem Hinterthurgau nicht mit einer «Salamitaktik» mehr Fluglärm untergejubelt werde.

Doch der Protest ist noch nicht vorbei: Die Grossbaustelle «Einflechtung des Flugverkehrs» ist weiterhin offen. Daran arbeiten der Flughafen Zürich und der Bund, um die Sicherheit am Boden und in der Luft zu erhöhen. Doch weil die Sache in Deutschland klemmt, will das zuständige Bundesamt das dafür nötige Betriebsreglement in den Teilen umsetzen, die Deutschland nicht tangieren. Die Rede ist von einer Teilgenehmigung. Kommt dieses zum Tragen, befürchtet der Thurgau wieder mehr Lärm. In einem Schreiben an Verkehrsministerin Doris Leuthard machte der Kanton seinem Ärger bereits Luft. Denn: Die Teilgenehmigung hätte zur Folge, dass jene Abflugroute gestrichen würde, die den Thurgau entlasten würde. «Dieses Thema ist noch nicht vom Tisch», sagt Carmen Haag. «Wir haben den Verdacht, dass der Süden auf Kosten des Ostens geschont wird.»

Auch die geplanten Verlängerungen der Pisten 28 und 32 am Flughafen Zürich beschäftigen den Thurgau. Damit könnten alle Flugzeugtypen, auch Langstreckenflieger bei Nässe, die Anflugerlaubnis für diese Pisten erteilt werden. Das bedeutete: Weitere Maschinen könnten über den Osten anfliegen, die das heute wegen der zu kurzen Landepisten nicht können. Befürchtete Folgen: Mehr Flugverkehr und damit mehr Fluglärm über dem Hinterthurgau. Bis die Verlängerungen Realität sind, dauert es wohl aber noch Jahre. Klar ist: «Wir führen die Messungen weiter», sagt Carmen Haag. Damit sei es möglich, die Auswirkungen von geänderten Flugregimes auf den Fluglärm im Hinterthurgau nachzuvollziehen.

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