«Zen, fass!»

Gehorchen, Personen finden und fangen: An der Prüfung in Niederbüren zeigten Polizeihunde, was sie können.

Julia Mikeladze
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Der dreieinhalbjährige Schäfer Zen beisst mit voller Wucht zu – für den Polizisten im Schutzanzug gibt es kein Entkommen. (Bild: Julia Mikeladze)

Der dreieinhalbjährige Schäfer Zen beisst mit voller Wucht zu – für den Polizisten im Schutzanzug gibt es kein Entkommen. (Bild: Julia Mikeladze)

In vollem Karacho stürzt sich Schäfer Zen auf den Polizisten im Schutzanzug. An der gestrigen Schweizerischen Polizeihundeprüfung zeigten die Vierbeiner kein Erbarmen. Polizeihundeführer aus St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden, Glarus sowie dem Fürstentum Lichtenstein rückten an, um ihre Hunde der Prüfung zu unterziehen. Die Tiere traten bei fünf Disziplinen an, bei denen sie total 300 Punkte erzielen konnten. Bestanden haben sie mit mindestens 210 Punkten. 15 Hunde nahmen teil, von denen 13 bestanden haben. Am besten abgeschnitten hat, mit 283 Punkten, Ralf Kissling mit seinem sechsjährigen deutschen Schäfer Enox.

Die verschiedenen Aufgaben beinhalteten die Fähigkeit, sich unterordnen zu können. Beispielsweise, sich ruhig über Hindernisse tragen zu lassen, Sachen oder Personen zu finden und Täter selbständig oder auf Kommando zu fassen und sie an der Flucht zu hindern. Die Bewertung der Spezialisten aus der ganzen Schweiz war streng. Sie achteten auf jedes kleinste Detail.

«Um ein Polizeihund zu werden, sollten die Tiere eine gewisse innere Ruhe und Selbstsicherheit besitzen», sagte Eugen Rentsch von der Kantonspolizei St. Gallen. Wichtig sei, dass Hund und Herrchen ein eingespieltes Team sind und sich hervorragend verstehen. Bevor ein Polizist einen Hund bekommt, muss er Kurse absolvieren, Anträge stellen und sicher gehen, dass ein gutes Umfeld vorhanden ist. Die Welpen, die aus Leistungszuchten stammen, absolvieren zuerst den für jeden Hund obligatorischen Junghundekurs. Danach besucht er einen vom Polizeihundeführerverein geleiteten Unterricht. Nach circa zwei Jahren ist das Tier bereit für die Prüfung.

Neben Rottweilern und Riesenschnauzern werden hauptsächlich deutsche und belgische Schäferhunde eingesetzt, da sie sehr lernfähig und wetterfest sind, aber auch grossen Spass haben an der Arbeit. Belohnt werden die Hunde nach ihrem Einsatz mit Futter oder Spiel. Sie erhalten sogar ein monatliches Essensgeld von 150 Franken.