ZEITZEUGE: Seit der Lehre treu geblieben

Nach 44-jähriger Tätigkeit tritt Elmar Meienhofer, ein «Urgestein» der Raiffeisenbank Niederhelfenschwil, in den Ruhestand. Schon die Ausbildung hatte er am Ort absolviert.

Vroni Krucker
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Zwei beste Freunde und Kollegen: Elmar Meienhofer (links) und Guido Müller. (Bild: Vroni Krucker)

Zwei beste Freunde und Kollegen: Elmar Meienhofer (links) und Guido Müller. (Bild: Vroni Krucker)

Vroni Krucker

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Es waren 44 intensive Jahre, in denen sich Elmar Meienhofer für die Raiffeisenbank Niederhel­fensch­wil engagiert hat. Bei der damaligen Darlehenskasse – in der heute der Dorfladen untergebracht ist – absolvierte er die Banklehre unter Hans Scherrer-Ammann und Marianne Pfister. Seine Zuverlässigkeit, sein Interesse an Geschäft und Kundschaft hat ihn schon früh ausgezeichnet. Die grosse Erfahrung im Laufe der Jahre kam vielen jungen Mitarbeitenden zugute. Er hat sein Wissen gerne weitergegeben. Er kannte Land, Leute, Begebenheiten und Gepflogenheiten in der Gemeinde, wusste, «wie der Hase läuft» – ein grosses Plus für ein Unternehmen. Zudem hat er die Gabe, immer das Gute in den Vordergrund zu stellen.

Augenzeuge grosser Umstellungen

Nebst den grossen Veränderungen in der Welt während mehr als vier Jahrzehnten hat sich im kaufmännischen Betrieb Wesentliches geändert, vieles wurde immer umstrukturiert. Elmar Meienhofer hat noch mit der Handbuchhaltung mit Lochkarten und Mikrofiches begonnen und dann die ganze EDV-Entwicklung bis zum Kleincomputer mitgemacht. «Die Umstellungen und Evaluationen der verschiedenen Systeme, für die ich verantwortlich zeichnete, waren wohl die grössten Herausforderungen, denen ich mich stellen musste», betonte er. Sein damaliger Chef Hans Scherrer habe ihm die Unterlagen in die Hand gedrückt mit den Worten: «Da chasch du mache.» Daran sei er gewachsen und habe seinen Horizont erweitert. Der wichtigste Faktor, der ihn zum Verbleiben in der heutigen Raiffeisenbank Niederhelfenschwil bewogen hat, war das ausgezeichnete Arbeitsklima. Die Bankleiter Albert Bleichenbacher und Kurt Bloch hätten sich sehr darum bemüht, dass sich die Mitarbeitenden wohlfühlen. Man habe sich gegenseitig unterstützt, geschätzt und ab und zu auch die Freizeit gemeinsam verbracht. So waren denn auch die Mitarbeiterausflüge, die er jeweils – ganz geheim – ausgetüftelt hat, ein Highlight. Sicher sei der Druck gewachsen, das Arbeitsklima habe aber nicht darunter gelitten. Es hätte auf jeden Fall keinen Anreiz gegeben, seine Stelle zu wechseln. Zudem hat Elmar, der in Lenggenwil wohnt, den kurzen Arbeitsweg als Lebensqualität angesehen.

Zum Glück gibt es für die meisten Menschen nebst der Arbeit auch Hobbys, so auch bei Elmar Meienhofer. Seine allergrösste Faszination gilt der Musik, sie gehört zu seinem Leben. In der Musig Lenggenwil ist er seit 44 Jahren Aktivmitglied. 24 Jahre arbeitete er im Vorstand. Während 13 Jahren hat er zusätzlich im Musikverein Münchwilen mitgespielt. Zudem verbringt er gerne Zeit mit seinem Hund. Zusammen mit Guido Müller, seinem Arbeitskollegen und Freund während 29 Jahren, ist er Fan des FC St. Gallen, sie verpassten kaum ein Spiel. Sogar kurz nach seinem kürzlich erlittenen Herzinfarkt war er wieder in der Arena anzutreffen.