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ZEITLOS: Anaconda – der letzte seiner Art

Endo Anaconda und Stiller Has waren in Wil – und begeisterten mit Interpretationen, die anders waren als das, was man bisher von der Band kannte. Dabei ist «Endosaurusrex» alles andere als leichte Kost.
Christof Lampart
Stiller-Has-Sänger Endo Anaconda begeisterte mit seinem Auftritt in der Wiler Tonhalle. (Bild: Christof Lampart)

Stiller-Has-Sänger Endo Anaconda begeisterte mit seinem Auftritt in der Wiler Tonhalle. (Bild: Christof Lampart)

Christof Lampart

redaktion@wilerzeitung.ch

Die Berner Mundartband Stiller Has und ihr prägender Frontmann Endo Anaconda waren noch nie Mainstream – und das ganz gezielt und bewusst. Und doch sind die Musiker seit 28 Jahren landauf, landab dermassen populär, dass man in den letzten Jahren vermeinte, sie in eine ganz bestimmte musikalische Schublade stecken zu können. Nämlich in jene der urchigen Bluesband, die trotz allem archaischen Soundempfinden und weidwundem Weltschmerz es verstand, sowohl auf die Hippies von einst als auch auf die (reifere) Jugend von heute zeitlos modern zu wirken.

Musikalisches «Futter» – kein schützendes Dickicht

Und nun das. Im neuesten Album und gleichnamigen Konzertprogramm «Endosaurusrex» besingt Endo Anaconda im steten Lamento, dass er wohl einer der Letzten seiner Art sei. Dies tat er denn auch am Freitagabend in der Wiler Tonhalle. Gleichwohl gibt sich der Hase keineswegs als traurige gestrige Gestalt, die nostalgisch die Vergangenheit verklärt. Vielmehr «hoppelt» er – bildlich gesprochen – flitzend Flanken schlagend nicht ins schützende «Dickicht» des Altbekannten, sondern vielmehr von einer musikalischen «Futterstelle» zur nächsten. Da ein Happen Balkanmusik, dann wieder kleine Stückchen elegischer Keyboardpassagen, die einem Barpianisten zur «Ehre» gereicht hätten. Und Balladen aus aller Welt: mal Countrystil, dann wieder salsalastig. Das war gewiss nicht immer schön, ja manchmal sogar etwas seicht, aber im Gesamtkontext immer interessant anzuhören.

Emotionales Empfinden nicht immer verständlich

Stiller Has bot ein Programm, welches das Publikum herausforderte. Und so stand Endo Anaconda inmitten seiner gut aufgelegten Combo – Andi Pupato (Perkussion), Boris Klecic (Gitarren, Perkussion, Banjo), Andreas Wyss (Bass) und Roman Wyss (Keyboards) – und gab mit seiner einmal rauchigen, mal aber auch etwas verschwurbelt daherkommenden Stimme zu jeder Zeit den Ton an. Und zwar den richtigen, welcher Publikum und Protagonisten gleichermassen, Seite an Seite, glücklich durch den Abend «schweben» liess.

So war die Band gleichermassen gefordert als auch angespornt, nicht nur gut zu sein, sondern tatsächlich ihr Bestes zu geben.

Und natürlich war da noch Endo Anaconda, der geborene Geschichtenerzähler, der immer wieder die Zuhörerschaft in seine Welt der launischen Märchen- und Alltagsgeschichten mitnahm. Hier lohnte es sich, genau zuzuhören – wenn es denn ging. Denn vieles war akustisch nicht so, wie man es sich gewünscht hätte. Ob das an der technischen Anlage in der Tonhalle oder am Sänger/Erzähler lag, war nicht abschliessend auszumachen; aber schade war es auf jeden Fall. Und das Berndeutsche ist nun mal in der Ostschweiz nicht jedermann so geläufig, dass man automatisch die feineren Nuancen alle hätte verstehen können. Und auf die Nuancen kommt es bei Stiller Has nun einmal an. Doch davon abgesehen erfüllte der Abend die teilweise sicherlich hohen Erwartungen der Zuhörerschaft aufs Beste.

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