Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

«Zeitbombe» wird entschärft: Im Lehmtobel in Flawil sind die Bagger aufgefahren

Bis im Frühsommer 2020 sollen die Altdeponie saniert und der Bach offen gelegt werden. Die Kosten dafür belaufen sich, inklusive Nachtragskredit, auf rund 3,35 Mio. Franken.
Andrea Häusler
Während im Hintergrund bereits die Bagger im Einsatz standen, wurden gestern, oberhalb des Tobels, die Spaten angesetzt. (Bilder: Andrea Häusler)

Während im Hintergrund bereits die Bagger im Einsatz standen, wurden gestern, oberhalb des Tobels, die Spaten angesetzt. (Bilder: Andrea Häusler)

Spätestens seit gestern ist klar: Das Lehmtobel trägt seinen Namen zurecht. Der Regen der vergangenen Tage hatte das abschüssige Gelände nördlich der Wilerstrasse am westlichen Dorfrand Flawils in eine matschige Schlammwüste verwandelt. Kein Ort, an dem sich ein Spatenstich zelebrieren lässt. So wurde denn gestern, vor der Kulisse des pausierenden Baggers, mehr speditiv denn feierlich für das obligate Symbolbild posiert. Obwohl der Baustart eigentlich schon vorgängig erfolgt war. Zumindest hatten die beteiligten Unternehmen einiges an Vorarbeit geleistet: Der Wald östlich der Tennishalle ist gewichen, die Installationsarbeiten und ersten Erdbewegungen liegen zurück. Da und dort sind Abfälle an die Oberfläche gelangt, lassen erahnen, was sich unter den Erdmassen verbirgt: Restanzen einer Deponie, deren Kubatur niemand verlässlich zu beziffern vermag. Feststeht lediglich, dass hier im vergangenen Jahrhundert Müll entsorgt worden ist. Und, dass dabei der Bach eingedolt und das Tobel teilweise aufgefüllt worden ist. Die Folgen wurden anfangs der 1990er Jahre transparent: Sickerwässer aus der Deponie gelangten in den Lehmtobelbach. Ausserdem erweis sich die Böschungen der Abfalldeponie als instabil und die Eindolung unterhalb des Deponiekörpers als einsturzgefährdet.

Kredit vor bald neun Jahren bewilligt

Die Bäume sind gefällt, das zu sanierende Deponiegelände freigestellt. Die Raupen des Baggers haben sichtbare Rillen ins durchnässte Erdreich gezeichnet, während die Schaufel zutage gefördert hat, was hier über Jahrzehnte entsorgt worden ist: Müll.

Die Bäume sind gefällt, das zu sanierende Deponiegelände freigestellt. Die Raupen des Baggers haben sichtbare Rillen ins durchnässte Erdreich gezeichnet, während die Schaufel zutage gefördert hat, was hier über Jahrzehnte entsorgt worden ist: Müll.

Die Mängel sollen nun in einer Bauzeit von 18 Monaten behoben werden. Wobei die eigentliche Deponie, welche bis unter die Liegenschaften westlich der Tennishalle reicht, als «belasteter Standort» bestehen bleibt. «Eine Totalsanierung mit vollständiger Entsorgung wäre unverhältnismässig gewesen.» Dies hatte Gemeindepräsident Elmar Metzger im Vorfeld der Abstimmung über den Bruttokredit für die Sanierung der Deponie beziehungsweise den Ausbau des Lehmtobelbachs von 2,57 Mio. Franken im Jahr 2010 gesagt und er wiederholte es gestern.

Konkret werden nun, zur Stabilisierung der Böschungen, rund 10000 Kubikmeter sauberes Erdmaterial zugefügt. «Das entspricht 1000 Lastwagen», rechnete Adrian Baumgartner, Projektleiter der Gruner Wepf AG, vor. Verschoben würden jedoch gesamthaft etwa 20000 Kubikmeter. Hernach wird nicht nur die Problematik der austretenden Schadstoffe gelöst, sondern – mit der Offenlegung des Lehmtobelbachs südlich der Deponie – auch ein Teil der Hochwassersicherheit im Westen des Dorfs gewährleistet sein. Und schliesslich ist die «tickende Zeitbombe» entschärft, als die Elmar Metzger die Deponie 2010 bezeichnet hatte.

Später als geplant und teurer als veranschlagt

Die Bürgerschaft hat im Frühling 2010 für die Sanierung der Deponie Lehmtobel und den Ausbau des Lehmtobelbachs einen Bruttokredit von 2,57 Millionen Franken gesprochen. Jetzt, fast neun Jahre später, wird gebaut. Grund dafür sei die Tatsache, dass der Kanton das damals eingereichte Projekt nicht genehmigt habe, sagt Gemeindepräsident Elmar Metzger. Verlangt worden sei ein Gesamtkonzept, das den gleichzeitigen (und nicht nachträglichen Einbezug) des Bubentalbachs berücksichtigte. Erst nachdem die eingegangenen Einsprachen gegen das zweite Projekt bereinigt und dieses rechtskräftig war, sei der Fokus wieder aufs Lehmtobel gerichtet worden. Das aufwendigere Verfahren und dessen Auswirkungen auf die Bauvorhaben führten zu Mehrkosten von 781000 Franken. Der Gemeinderat hat den Kredit im Herbst bewilligt. Das Referendum wurde nicht ergriffen. (ahi)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.