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Zeitaufwendiger als geplant: Umsetzung des Thurvita-Projekts in Bronschhofen verzögert sich

Die Umsetzung des Thurvita-Konzepts «Älter werden im Quartier» stockt. Statt 2020 sollen die ersten Wohnungen 2022 bezogen werden können – wenn alles nach Plan verläuft.
Tobias Söldi
Mit dem Projekt «Älter werden im Quartier» soll in Bronschhofen ein lebendiges Zentrum entstehen. (Visualisierung: PD)

Mit dem Projekt «Älter werden im Quartier» soll in Bronschhofen ein lebendiges Zentrum entstehen. (Visualisierung: PD)

Im Ortszentrum Bronschhofens, zwischen der Hauptstrasse und der Bahnhofsstrasse, ist Grosses in Planung: Die Thurvita AG will fünf Gebäude mit 34 Alterswohnungen, 44 normalen Wohnungen und einem Einkaufsladen bauen. «Älter werden im Quartier» heisst das Projekt (siehe Kasten). Die Alterswohnungen sollen betagten Menschen ermöglichen, trotz Pflegebedürftigkeit in den eigenen vier Wänden zu wohnen.

Ursprünglich war der Baubeginn auf das Jahr 2018 angesetzt. Der Zeitplan war aber zu optimistisch. «Die Planungsphasen dauern sehr lange. Es braucht Geduld», sagt Alard du Bois-Reymond, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Thurvita. Sich selbst nimmt er dabei nicht aus der Verantwortung: «Bauvorhaben in diesem Umfang leitet man nicht jeden Tag und ich muss lernen, mit den zeitaufwendigen Planungsprozessen umzugehen.» Du Bois-Reymond ist seit fünf Jahren CEO der Thurvita und war davor Chef des Bundesamtes für Migration.

Kosten von 50 Millionen Franken

Der Stand des Projekts lässt sich an drei Punkten festmachen. Zunächst ist das Baurecht zu erwähnen: Zwei der Grundstücke, auf denen das Projekt entstehen soll, gehören der Stadt Wil. Die Stadt soll das Land im Baurecht übergeben. «Die Verhandlungen laufen», sagt du Bois-Reymond. Weiter ist wegen der Ausmasse der Gebäude ein Sondernutzungsplan notwendig. Nach der kantonalen Vorprüfung und leichten Anpassungen ist dieser bei der Stadt Wil, die demnächst entscheiden wird. «Hier ist die Stadt am Ball.» Der letzte Punkt betrifft die Änderung des Teilzonenplans. Die Teilzonenänderung wurde aufgelegt, ist aber noch nicht rechtskräftig. «Sie ist auf Eis gelegt, bis der Sondernutzungsplan genehmigt ist.»

Das Projekt kostet 50 Millionen Franken. Die katholische Kirchgemeinde Wil übernimmt den Bau und die Vermietung von zwei Gebäuden, die Thurvita die Gebäude mit Alterswohnungen. «Wir sind im Gespräch mit Banken für eine Fremdfinanzierung und bereiten gleichzeitig einen Investorenwettbewerb vor. Es gibt einige Interessenten», sagt du Bois-Reymond. Noch unsicher ist laut du Bois-Reymond, ob die Genossenschaft für Alterswohnungen (GAW) mit an Bord ist. «Wir würden es begrüssen, bereiten aber auch andere Varianten vor.» Auf Rückfrage sagt Bruno Gähwiler, Präsident der GAW: «Unabdingbare Voraussetzung für das Engagement der GAW ist die Einräumung eines Baurechtes.» Da die Stadt der GAW diesbezüglich aber negativen Bescheid gegeben habe, sei der Entschluss gefallen, sich aus dem Projekt zurückzuziehen.

Geplante Eröffnung im Jahr 2022

Bis jetzt haben die Stadt Wil, die Thurvita und die Kirchgemeinde mehr als 600000 Franken investiert. Bis zur Baueingabe fallen nochmals rund eine Million Franken an Investitionen an. Bevor die Thurvita weiter investiert, will sie deshalb die Entscheide der Stadt Wil zum Sondernutzungsplan und zum Baurecht abwarten. Wenn alles nach Plan verläuft, kann 2020 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Die Eröffnung des Quartierzentrums könnte dann im Jahr 2022 stattfinden. «Die grossen Unbekannten sind mögliche Einsprachen gegen die Baueingabe und gegen den Sondernutzungsplan», sagt du Bois-Reymond. Die Problematik möglicher weiterer Verzögerungen sieht er darin, dass es in Wil irgendwann an bedürfnisgerechtem Wohnangebot für ältere Menschen mangeln wird. «Wir hoffen darum, dass das Projekt schnell zustande kommt.»

Die Überlegungen hinter dem Projekt

Die Idee, die hinter dem Projekt «Älter werden im Quartier» steckt, ist eine simple: «Betagte Menschen wollen lieber daheim leben als in einem Pflegeheim», sagt Alard du Bois-Reymond, CEO der Thurvita AG. Mit zunehmendem Alter wächst die Bedeutung der eigenen vier Wände – nicht zuletzt deshalb, weil die eigene Mobilität im Alter oft eingeschränkt ist. Auch der Pflegebedarf nimmt zu. In einem Pflegeheim mit seiner klinischen Atmosphäre fühle man sich aber nicht Zuhause. Eine mögliche
Lösung stellen Alterswohnungen dar, welche die Privatsphäre des eigenen Daheims mit der Unterstützung und der Sicherheit eines Pflegeheims verbinden. Die Alterswohnungen in Bronschhofen sollen direkt vom hauseigenen Spitex-Stützpunkt aus betreut werden. Die Bewohner wählen die für sie nötigen Dienstleistungen. «Das Pflegeheim kommt sozusagen in die eigene Wohnung», so du Bois-Reymond. Die Sozialversicherungen finanzieren dieselben Leistungen wie in einem Pflegeheim. Die Alterswohnungen in Bronschhofen werden mit einem Dorfladen, normalen Mietwohnungen, Gewerbefläche und einem Restaurant zu einem Quartierzentrum zusammengeführt. (tos)

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