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Zeit, um Adieu zu sagen

Hanny Dietiker verlässt das Restaurant Linde, um nach 33jähriger Wirtetätigkeit ihren Ruhestand zu geniessen. Es ist ein Abschied nicht ohne Wehmut, sind doch während dieser langen Zeit viele Freundschaften entstanden.
Philipp Stutz
Hanny und Daniela Dietiker stehen heute letztmals hinter dem Tresen der Uzwiler Quartierbeiz. (Bilder: Philipp Stutz)

Hanny und Daniela Dietiker stehen heute letztmals hinter dem Tresen der Uzwiler Quartierbeiz. (Bilder: Philipp Stutz)

UZWIL. Die Zusammenarbeit klappt perfekt. Mutter und Tochter sind ein eingespieltes Team. Während Daniela die Bestellungen fürs Mittagessen entgegennimmt, hantiert Mutter Hanny in der Küche mit Pfannen und Töpfen. Ein währschaftes Menu wird im Restaurant Linde täglich aufgetischt, und dies zu moderaten Preisen. Das wissen die Gäste – viele von ihnen Handwerker – zu schätzen. Nicht nur mittags, sondern auch beim Znüni.

Eine Schnapszahl

Doch damit ist nun Schluss. Heute Samstag endet die Wirtetätigkeit von Hanny Dietiker. Und dies nach 33 Jahren. «Ich gehe mit einem lachenden und weinenden Auge», bekennt sie und fügt hinzu: «Wir waren hier so etwas wie eine grosse Familie.» Bekannt war die «Linde» für die Metzgete. Zuständig dafür war ihr Mann Niklaus. Der gelernte Metzger ist sonst eher im Hintergrund tätig. Seit nunmehr 20 Jahren unterstützt Tochter Daniela die Wirtin im Service. Auch für sie beginnt ein neuer Lebensabschnitt. «Es ist schade um das Beizli», sagt sie. «Doch ich freue mich auf etwas Neues.»

Backstube wurde zum Fumoir

Aufgewachsen in einer Bauernfamilie in Freidorf bei Roggwil, zählte das Wirten nicht zu Hanny Dietikers Traumberufen. Doch es kam anders. Auf der Suche nach einer Wohnung mit angegliedertem Rossstall – ihr Mann ist Pferdefreund – wurde sie auf den «Hirschen» in Schwarzenbach aufmerksam. Und so absolvierte Hanny Dietiker die Wirteprüfung. Die «Linde», die sie danach pachtete, war ihre zweite Station. Und sollte die letzte bleiben.

Bauarbeiter, Bürolisten, Mitarbeiter der nahen Industrie – alle durfte die Wirtin zu ihren Gästen zählen. In der Quartierbeiz trafen sich Anwohner der nahen Gartenstrasse, aber auch Passanten. Über Gott und die Welt wurde am Stammtisch diskutiert. Manchmal dezent, je nach Zusammensetzung der Runde aber auch hitzig. Und dies unter besonderer Berücksichtigung des Lokalgeschehens. So blieb etwa der Bau des Kreisels gleich vor dem Restaurant lange Zeit beliebtes Gesprächsthema, das sich auch in Leserbriefen in dieser Zeitung widerspiegelte.

Die eher baufällige Wirtschaft am Lindenplatz beherbergte einst eine Bäckerei-Konditorei. Der Zahn der Zeit hat am Gebäude genagt. Nur das Nötigste wurde repariert. Küche und sanitäre Anlagen bedürfen dringend einer Renovation. Die ehemalige Backstube hatte während einiger Zeit als Fumoir gedient. Nicht zur Freude der Gemeindebehörde, die das Qualmen an diesem Ort kurzerhand untersagte.

Wandel in der Gastronomie

Hanny Dietiker verhehlt nicht, dass der Wandel in der Gastronomie auch an der «Linde» nicht spurlos vorbeigegangen ist. Zum Znüni treffen sich nicht mehr derart viele Gäste wie einst, und auch das Feierabend-Bier wird weniger ausgeschenkt. Hinzu kam das Rauchverbot. Doch die langjährige Wirtin mag nicht klagen, durfte sie doch auf treue Stammkunden zählen. Wehmut ist denn auch im Spiel, wenn sie heute Samstag letztmals den Schlüssel drehen und die Türe ins Schloss fallen wird. «Ich freue mich auf den neuen Lebensabschnitt», sagt Hanny Dietiker. Spaziergänge mit ihrer Boxerhündin Inka stehen auch künftig auf dem Tagesprogramm. Hinzu kommen Reisen. Eine Leidenschaft, die sie schon bis anhin mit ihrem Ehemann gepflegt hat.

Nun ist ein Clubrestaurant geplant. Das Cachet der «Linde» wird verschwinden, den treuen Gästen aber in guter Erinnerung bleiben.

Das Gasthaus Linde am gleichnamigen Platz.

Das Gasthaus Linde am gleichnamigen Platz.

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