ZAB geht in Wil nicht in die Tiefe: Stadtrat verzichtet auf Unterflurbehälter

Die Äbtestadt setzt beim Haushaltkehricht weiterhin auf die Haus-zu-Haus-Sammlung. Beim ZAB nimmt man den Entscheid gelassen.

Hans Suter
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Je höher die Innenverdichtung einer Stadt ist, desto schwieriger wird es, Unterflurbehälter realisieren zu können. Deshalb setzt Wil weiterhin auf die bisherige Kehrichtabfuhr. Die für Wil vorgesehenen 2 Millionen Franken des ZAB werden nun andernorts für UFB eingesetzt.

Je höher die Innenverdichtung einer Stadt ist, desto schwieriger wird es, Unterflurbehälter realisieren zu können. Deshalb setzt Wil weiterhin auf die bisherige Kehrichtabfuhr. Die für Wil vorgesehenen 2 Millionen Franken des ZAB werden nun andernorts für UFB eingesetzt.

Bild: PD

Die klassische Strassensammlung beim Hauskehricht schrittweise mit Unterflurbehältern ablösen: Dieses Ziel haben sich die Delegierten des Zweckverbands Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) gesetzt. Dazu soll im gesamten Einzugsgebiet – vom Toggenburg über das Fürstenland bis in den Hinterthurgau – ein flächendeckendes Netz von Unterflurbehältern (UFB) realisiert werden. Pro UFB erhalten die Gemeinden vom ZAB einen Finanzierungsbeitrag in der Höhe von 10000 Franken. An der Delegiertenversammlung vom November 2016 wurde dazu ein Rahmenkredit von 16 Millionen Franken gesprochen, was für rund 1600 UFB reicht.

Die Hauptvorteile: Die Gebührensäcke können rund um die Uhr entsorgt werden und die Kehrichtfahrzeuge müssen nicht mehr von Haus zu Haus, sondern nur noch von UFB zu UFB fahren. Hauptnachteile: Man kann den Kehrichtsack nicht mehr einfach vor die Haustüre stellen, sondern muss ihn zu einem UFB bringen. Und vor allem: Geeignete UFB-Standorte zu erhalten, ist gerade in Städten nicht einfach. Das hat man auch in Wil feststellen müssen. Nun hat der Stadtrat entschieden, an der bisherigen Haus-zu-Haus-Sammlung festzuhalten.

3 Millionen Franken Kosten für Wil zu erwarten

Beispiel eines halbversenkten Unterflurbehälters.

Beispiel eines halbversenkten Unterflurbehälters.

Bild: PD

Laut Stadtrat Daniel Stutz wären in Wil für ein flächendeckendes Netz 197 UFB nötig. 169 davon kämen auf privaten Grund zu liegen. «Eine Studie hat ergeben, dass wir bis zum Jahr 2026 gerade mal etwa 70 UFB installieren könnten», sagt der Vorsteher des städtischen Departements für Bau, Umwelt und Verkehr. Bei den weiteren wäre der Aufwand exponentiell angestiegen.

Beispiel eines vollversenkten Unterflurbehälters.

Beispiel eines vollversenkten Unterflurbehälters.

Bild: Hans Suter

Nach Abzug der ZAB-Beiträge von 2 Millionen Franken (10000 Franken pro UFB) hätte Wil mit Zusatzkosten von 3 Millionen Franken rechnen müssen, 2 Millionen davon, da man aus Rücksicht auf das Stadtbild auf vollversenkte UFB gesetzt hätte, die etwa 20000 statt 10000 Franken pro Stück kosten. Die drei bestehenden UFB in Wil werden laut Stutz weiter durch den ZAB bedient. Neue kämen aber nicht hinzu.

Claudio Bianculli, Vorsitzender der ZAB-Geschäftsleitung, nimmt den Entscheid des Wiler Stadtrats gelassen. «Der Entscheid, auf UFB zu setzen oder nicht, liegt bei den Behörden», sagt er. Ist die Stadt Wil damit aber nicht aus einem von den Delegierten beschlossenen Programm ausgestiegen? «Nein», sagt Bianculli. «Wil ist nicht ausgestiegen, sondern: Wil ist nicht eingestiegen.»

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