Wyder hauchdünner Wahlsieger

Der Sozialdemokrat Daniel Wyder ist neuer Schulratspräsident der Einheitsgemeinde Uzwil. Der Entscheid zu seinen Gunsten fiel äusserst knapp: Beträgt doch der Vorsprung auf Erich Wagner von der CVP lediglich 26 Stimmen.

Philipp Stutz
Drucken
Teilen

UZWIL. Das Kopf-an-Kopf-Rennen hat sich auch im zweiten Wahlgang fortgesetzt. Doch mit umgekehrtem Ausgang. Stand am 23. September der Christdemokrat Erich Wagner mit 9 Stimmen Vorsprung an erster Stelle, liegt nun Daniel Wyder mit seinen 915 Stimmen 26 Stimmen vor Erich Wagner, der 889 Stimmen auf sich vereinigen konnte. Der parteilose Roland Eggenberger, im zweiten Wahlgang neu hinzugekommen, erzielte mit 373 Stimmen ein respektables Ergebnis. Raphael Bär, ebenfalls parteilos, erreichte 157 Stimmen. 42 Wahlzettel blieben leer, 6 waren ungültig, und auf Vereinzelte entfielen 13 Stimmen. Die Wahlbeteiligung erreichte lediglich 32,08 Prozent.

Freude bei der SP

Freude herrschte gestern bei der Wahlfeier der SP. «Es ist ein toller Erfolg», sagt deren Präsident Dany Zöllig. Daniel Wyder selbst hatte mit einem knappen Resultat gerechnet: «Die Ausgangslage war mit vier Kandidaten offen», sagt er. Zumal mit Roland Eggenberger ein Anwärter aus dem Bildungsbereich hinzugekommen war, der sich laut eigener Aussage eher rechts der Mitte positioniert. «Für die SP mit eher kleiner Stammwählerschaft ist es immer schwierig, ein Vollmandat zu erobern», sagt Wyder. Und deshalb sei man auf Unterstützung der Freisinnigen angewiesen gewesen.

«Quentchen Glück hat gefehlt»

«Ich habe ein knappes Ergebnis erwartet», sagt auch der unterlegene Erich Wagner. Er ist stolz auf seine Partei, die auch im zweiten Wahlgang gut mobilisieren konnte. «Ich nehme das Resultat sportlich: Einer muss gewinnen», sagt Wagner. Nun habe das Quentchen Glück gefehlt. Der politische Aspekt, das heisst die Wahrung der Konkordanz, sei beim Wähler nicht im Vordergrund gestanden, ist Wagner mit Blick auf das knappe Resultat überzeugt.

Dass Daniel Wyder von der FDP unterstützt worden ist, hat laut Benno Gmür, Präsident der CVP, zum Erfolg des Sozialdemokraten beigetragen. Gmür spricht von einem fairen Wahlkampf und dass dem Wähler eine echte Auswahl geboten worden sei. Und zieht ebenfalls einen Vergleich zum Sport: «Eine Hundertstelsekunde hat gefehlt.»

Erleichterung bei der FDP

Ralph Wyss, Präsident der FDP, zeigt sich erleichtert über den Wahlausgang. Daniel Wyder ist seiner Ansicht nach der geeignete Schulratspräsident. Er sei näher an der politischen Seite dieses Amtes, weniger an der fachlichen. «Das Schulratspräsidium ist primär ein ein politisches Exekutivamt, das nicht von einem Fachlehrer ausgeübt werden muss», sagt Wyss.

«Wahlhelfer» Eggenberger

Der FDP-Präsident ist überzeugt, dass Eggenberger als Wahlhelfer von Wyder bezeichnet werden kann. Habe doch Eggenberger dem CVP-Kandidaten Wagner Stimmen weggenommen. «Die SP und das Gros der Freisinnigen haben Wyder unterstützt», sagt Wyss. Ein kleinerer Teil habe für Eggenberger votiert. Das seien Bürgerliche, die Schwierigkeiten bekundeten, einen Linken zu unterstützen. Erleichtert zeigt sich Wyss darüber, dass die CVP den Gemeinde- und Schulrat nun nicht nach Belieben und mit absoluter Mehrheit dominieren kann.

Aktuelle Nachrichten