WUPPENAU: Eine Märchenlandschaft

Weihnachtsdekoration ist nicht gleich Weihnachtsdekoration: Hans und Gisela Küttel aus Wuppenau leben den Weihnachtsgedanken mit viel Gastfreundschaft. Den Rahmen bilden über 12000 Lichter.

Thomas Riesen
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Heiligabend kann kommen: In Wuppenau stimmen 12'000 Lichter auf das bevorstehende Weihnachtsfest ein. (Bild: Thomas Riesen)

Heiligabend kann kommen: In Wuppenau stimmen 12'000 Lichter auf das bevorstehende Weihnachtsfest ein. (Bild: Thomas Riesen)

Thomas Riesen

redaktion@wilerzeitung.ch

Wer nach dem Eindunkeln auf der Konstanzerstrasse an Wup­penau vorbeifährt, dem fällt die Weihnachtsbeleuchtung unweigerlich auf. Seit dem ersten Adventssonntag weist sie den Weg zu einer liebevoll aufgebauten Märchenlandschaft und noch mehr Gastfreundschaft. «Licht ist Wärme», sagt Gisela Küttel und zeigt auf einen kleinen Tisch beim Hauseingang. Dort kann sich jeder Besucher bedienen, es gibt Glühwein oder Punsch, egal ob Nachbar oder neugieriger Passant, der durch das Licht angelockt wurde.

Hinweisschild zu Krippe und Getränken

Die Märchenlandschaft der Küttels ist für alle offen, obwohl es ein Privatgrundstück ist. Damit das allen klar wird, haben Hans und Gisela Küttel einen Wegweiser aufgestellt, mit dem Hinweis auf warme Getränke und den Weg nach Bethlehem – zur Krippe. Diese Krippe ist eines der Schmuckstücke dieser Landschaft in der Lichtfarbe warmweiss. Es gibt noch mehr Sujets, die erwähnenswert wären. Beeindruckend ist diese Märchenlandschaft auch in Zahlen: Über 12000 Lichter werden durch 15 Zeitschalter gesteuert und sind durch über 650 Meter Kabel verbunden. Bei dieser statistischen Auswertung fehlen elf einzelne Figuren, welche die Landschaft bereichern.

Auch diese Rentiere gehören zur Märchenlandschaft.

Auch diese Rentiere gehören zur Märchenlandschaft.

Beim Aufbau der Weihnachtsdekoration hat das Team Küttel kein Konzept. Die Künstlerin Gisela und der Handwerker Hans gehen spontan ans Werk. Entsprechend gelingt auch nicht jedes Objekt auf Anhieb. Als zum Beispiel die Krippe vor drei Jahren dazu kam, brauchte es einige Anläufe, bis alles so aussah, wie sie sich das vorstellten. Schliesslich müssen die Details stimmen. Sie ist heute fester Bestandteil der Märchenlandschaft. Andere Elemente wechseln und so entsteht teilweise der Eindruck, dass die Weihnachtsdekoration gewachsen ist. Aber mehr Platz gibt es nicht, das Potenzial ist ausgeschöpft.

Wichtig ist bei jedem Projekt das richtige Licht. Küttels dekorieren stets in der Lichtfarbe Warmweiss. Bunte Lichter oder gar blinkende Elemente sind für sie schlicht kein Thema. Die Dekoration darf auf keinen Fall aufdringlich wirken und muss Harmonie ausstrahlen. Eben die von der Künstlerin immer wieder betonte Wärme. Und wenn sie noch eine unbeleuchtete Ecke entdeckt, spornt sie das an, diesen Teil ebenfalls zu erhellen. «Dunkle Löcher müssen kaschiert werden», sagt Gisela Küttel.

Gisela und Hans Küttel haben auch dieses Jahr viele Stunden in den Aufbau investiert.

Gisela und Hans Küttel haben auch dieses Jahr viele Stunden in den Aufbau investiert.

Adventsfenster als Höhepunkt

Wer nun aber glaubt, dass die Weihnachtsdekoration für die Künstlerin das höchste aller Gefühle ist, der täuscht sich. Viel wichtiger ist ihr das jährliche Adventsfenster. Der Raum dafür wird immer frei gehalten, das ist Ehrensache. Das Adventsfenster 2016 lockte immerhin rund 120 Besucherinnen und Besucher an. Zusammen mit der Märchenlandschaft ist es für sie der sichtbare Ausdruck von Weihnachtsstimmung.

Die Arbeit am Projekt beginnt immer nach Allerheiligen. Motiviert durch ihren Wunsch, Licht und Wärme in die kalte, ungemütliche Jahreszeit zu bringen, sind sie während etwa 14 Tagen täglich mehrere Stunden beschäftigt. Meist gelingt es dem Handwerker, die Ideen der Künstlerin umzusetzen. Ein zusätzlicher Aufwand sind gelegentliche Schäden, beispielsweise als ein Sturm im November 2015 das aufgebaute Projekt wieder abräumte. Doch von solchen Kleinigkeiten lassen sich Hans und Gisela Küttel in ihrer Begeisterung nicht abhalten.

Noch nie Probleme mit der Sicherung

Die Küttels verwenden als Lichtfarbe ausschliesslich Warmweiss. Stromlaien sollten sich ein solch grosses Projekt zweimal überlegen, denn es braucht – mindestens in dieser Dimension – gute Kenntnisse als Elektriker. Es können nicht alle Elemente an einem Stück zusammengehängt werden. Hans Küttel arbeitet mit 15 Lichtschaltern und es gab noch nie Probleme mit der Sicherung.

Die Weihnachtsdekoration wird Stück für Stück innerhalb von fünf Minuten beleuchtet. Würde die gesamte Installation auf einmal eingeschaltet, könnte ein Kabel schmelzen. Elektrische Anschlüsse und Übergänge müssen mehrfach mit Plastiksäcken vor Nässe geschützt werden. Es muss zwingend sauber gearbeitet werden, sonst sind Probleme programmiert. Es reicht, wenn die Angehörigen der Feuerwehr als Besucher vorbeikommen, um die Weihnachtsdekoration zu bewundern und einen Glühwein zu trinken – ohne Einsatzfahrzeug.