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Würfel sollen Tankstelle weichen

An der Flawiler Bahnhofstrasse ist der Bau einer Elektrotankstelle geplant. Das Projekt liegt noch bis zum 24. Juni öffentlich auf. Nun regt sich verhaltener Widerstand. Kritisiert wird vor allem der Standort eingangs der Fussgängerzone.
Andrea Häusler
Michael Turi, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsleitung der Raiffeisenbank Flawil-Degersheim-Mogelsberg-Oberuzwil: «Die Kosten für die Stromtankstelle werden von uns übernommen.» (Bild: rkf)

Michael Turi, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsleitung der Raiffeisenbank Flawil-Degersheim-Mogelsberg-Oberuzwil: «Die Kosten für die Stromtankstelle werden von uns übernommen.» (Bild: rkf)

FLAWIL. Die Stromtankstelle für Elektrofahrzeuge soll auf dem «Trottoir» vor der Papeterie der Pius Schäfler AG gebaut werden. Nebst der Zapfsäule ist die Markierung eines bewirtschafteten Parkfeldes geplant, das ausschliesslich während des Energietankens belegt werden darf. Die sogenannte Schnellladestation lädt die Batterie eines durchschnittlichen E-Fahrzeuges innert einer halben Stunde für eine Reichweite von rund 70 Kilometern.

Kein eigentliches Trottoir

Für die Energiestadt Flawil, die im neuen Energiekonzept die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für die CO2-freie Mobilität verankert hat, ein adäquates Projekt. Erst Recht, weil die Anregung von Seiten der Raiffeisenbank kam, welche die Tankstelle auch finanzieren will. Dennoch regt sich in der Bevölkerung da und dort Widerstand. In mehreren Leserbriefen wurden etwa der Standort im Fussgängerbereich eingangs der verkehrsberuhigten Bahnhofstrasse kritisiert und alternative Standorte zur Diskussion gestellt: beispielsweise das Raiffeisen-Areal.

Unklare Marktplatzgestaltung

«Die Fussgänger werden genügend Platz haben», beschwichtigt Gemeinderat Erwin Thalmann im Gespräch mit dem Imformationsbeauftragten der Gemeinde Flawil, Roman Weibel. «Die pinkfarbenen Würfel vor der Papeterie werden weggeräumt. Ausserdem wird der Parkplatz oft frei sein, zumal er nur von E-Autos benutzt werden darf. Bei aller Förderung müssen wir realistisch bleiben: Es wird kein laufendes Zu- und Wegfahren geben», sagt Thalmann. Ausserdem sei die Bahnhofstrasse eine Begegnungszone: «Ein eigentliches Trottoir gibt es nicht.» Die Fussgängerinnen und Fussgänger hätten gegenüber den Autos überall Vortritt, könnten sich auch auf der Fahrbahn aufhalten, was von den Leuten allerdings zu wenig gelebt werde.

Eine Plazierung der Stromtankstelle auf dem Areal der Raiffeisenbank ist für ihn keine Option. Thalmann, der im Gemeinderat für das Ressort Technische Betriebe zuständig ist, begründet dies einerseits mit Unklarheiten hinsichtlich der Umgestaltung der Magdenauerstrasse beziehungsweise des Marktplatzes. «Es wäre nicht sinnvoll, dort eine E-Tankstelle zu errichten und sie später wegen der Neugestaltung wieder abzubrechen», findet er. Andererseits sei es ein Ziel des Gemeinderats, die Elektromobilität zu fördern. «Da wäre es falsch, die Tankstelle versteckt am Rand von Flawil aufzustellen. Sie soll für alle sichtbar sein.» Da die Tankstelle allen Fahrerinnen und Fahrern von E-Autos zur Verfügung stehe und nicht ausschliesslich der Kundschaft der Raiffeisenbank, sei es richtig, diese auf öffentlichem Grund zu installieren.

Raiffeisen zahlt Investition

Die Investitionskosten für die Stromtankstelle werden von der Raiffeisenbank übernommen. «Weil die Ökologie in unserem Leitbild einen hohen Stellenwert hat», wie Michael Turi, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsleitung der Raiffeisenbank in Flawil, begründet. So werde auf dem Dach des Raiffeisengebäudes eine Photovoltaikanlage betrieben. Zudem plane die Geschäftsleitung die Anschaffung von Elektrofahrzeugen für alle Kundenberater. «Mit der Elektrotankstelle können wir unser ökologisches Engagement sichtbar machen», sagt Turi.

Gratisstrom

Der E-Autofahrer bezahlt für den Strom aus der Tanksäule vorderhand nichts. Die Kosten übernehmen die Technischen Betriebe Flawil. «Die Ladung einer Batterie während ca. 30 Minuten kostet einen Franken. Bei ein bis zwei Ladungen täglich entstehen jährliche Kosten von rund 600 Franken, die aus dem Energiefonds bezahlt werden», sagt Erwin Thalmann.

Die gesamte Strommenge, die von den E-Autos bezogen wird, wird übrigens in Flawil produziert: aus 100 Prozent erneuerbarer Energie. Ökologisch produzierter Strom hingegen wird ins Stromnetz eingespeist. Ergo werden die Autos faktisch mit dem normalen europäischen Strommix betankt.

So werden sich Tanksäule und Parkplatz nach dem Bau präsentieren. (Bild: Bildmontage: rkf)

So werden sich Tanksäule und Parkplatz nach dem Bau präsentieren. (Bild: Bildmontage: rkf)

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