Wünsche sollten nicht realitätsfremd sein

Zur Wahl in den Wiler Stadtrat am 25. September

Christoph Gehrig, Wil
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Zur Wahl in den Wiler Stadtrat am 25. September

Mit grosser Verwunderung habe ich in den letzten Wochen die Leserbriefe betreffend der von Daniel Stutz geäusserten Vision «Tunnelbau nach Rossrüti» gelesen. Wenn ich nichts beachten müsste, würde ich mir allenfalls auch eine Tunnelvariante anstelle der Grünaustrasse wünschen. Aber Wünsche sollten nicht realitätsfremd sein.

Mich macht stutzig, dass sich ein Stadtratskandidat zur Aussage hinreissen lässt, ein Tunnel vom Gammakreisel nach Rossrüti lasse sich für 40 bis 60 Mio. Franken realisieren. Das ist fahrlässig und Augenwischerei. Der als Vergleich beigezogene Tunnel in Bütschwil ist 500 Meter lang, in Wil beträgt die kürzeste Verbindung mindestens 900 Meter. Diese soll für 40 bis 60 Mio. Franken ausführbar sein? Das ist nach Auskünften von Fachleuten nicht möglich. Ein Betrag von 100 Mio. Franken wäre eher realistisch und immer noch ambitioniert. Gleich wenig nachvollziehbar ist, warum ein Tunnel eine Verkehrsentlastung und eine Grünaustrasse eine Sackgasse sein soll. Beide hätten das gleiche Ziel, die längst erwünschte Zentrumsentlastung, jedoch mit dem Unterschied, dass der Kanton einer Finanzierung eines Tunnels nicht zustimmen würde, da die Verkehrsmenge zu gering ist. Unangebracht sind zudem die negativen Äusserungen über das Departement Bau, Umwelt und Verkehr, welches aufgabenmässig anspruchsvoll und stark belastet ist. Letzteres beispielsweise aufgrund der zahlreichen Einsprachen bei «beinahe» allen Bauvorhaben. Wenn schon, müsste hier beim Pensum ein Umdenken stattfinden, d. h. dieses Departement kann in meinen Augen heute nicht mit einer Anstellung von 60 Prozent geführt werden. Ich wähle Marcus Zunzer, weil er die Aufgaben mit Sachverstand lösungsorientiert anpackt.