Wortgefechte mit stumpfen Klingen: Gut dreissig Kandidierende auf dem Podium

Viel Witz in der Moderation, aber wenig Zündstoff in den Diskussionen: Am Montag stellte sich vor, wer in Zuzwil künftig ein öffentliches Amt bekleiden will. Und deren sind es viele.

Andrea Häusler
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Sie wollen Gemeinderat bleiben oder ins Amt gewählt werden: Christoph Ammann, Petra Mosimann (links, bisher) und Michael Gschwend (rechts,neu). In der Mitte Moderator Ralph Dietsche. Nicht im Bild: Gemeindepräsident Roland Hardegger.

Sie wollen Gemeinderat bleiben oder ins Amt gewählt werden: Christoph Ammann, Petra Mosimann (links, bisher) und Michael Gschwend (rechts,neu). In der Mitte Moderator Ralph Dietsche. Nicht im Bild: Gemeindepräsident Roland Hardegger.

Bilder: Andrea Häusler

36 Kandidierende für 32 Sitze, Kampfwahlen um Schulratsmandate und das Primarschulpräsidium, neue Gesichter, unterschiedliche Meinungen und Visionen. Der Wahlherbst in Zuzwil ist spannend. Gleichwohl war die schutzkonzeptkonform maskierte Publikumskulisse am Wahlpodium vom Mittwoch überschaubar. Und nur vereinzelt wurde die Chance genutzt, den Kandidierenden kritisch auf den Zahn zu fühlen. Dass der Anlass gleichwohl über zwei Stunden dauerte, war der Vielzahl an Kandidatinnen und Kandidaten geschuldet, die sich zu ihrer Person äusserten und den Fragen von Moderator Ralph Dietsche stellten. Wobei der Umgang untereinander stets pfleglich war.

Selbst zwischen den Anwärtern fürs Schulratspräsidium, Clemens Meisterhans (bisher) und Serdar Günal Rütsche (neu) blieben eigentliche Wortgefechte aus. Mit der Konkurrenz aus dem derzeitigen Schulrat gehe er professionell um, sagte Meisterhans. Und Günal bekräftigte: «Man merkt davon nichts.» Als ausgebildeter Informatiker sind ihm die Digitalisierung im Klassenzimmer und die Schulung im Umgang mit den elektronischen Medien wichtig. Ein Steilpass für Meisterhans, um zu kontern, dass die Vermittlung digitaler Kompetenzen nur ein Teil der Ausbildung ausmache, Flexibilität, Selbstständigkeit und Fächer Sport und Kunst für eine qualitative Schule genauso relevant seien. Einig waren sich die beiden in der Frage der Schulwegsicherheit: Der offizielle Weg von Zuzwil nach Züberwangen sei sicher, hiess es. Wobei es auch Sache der Eltern sei, für die Gefahren zu sensibilisieren, wie Meisterhans sagte. Gleiches gelte für den Umgang der Kinder mit Instagram, Facebook etc. Und wie ist es mit der Nutzung von Whatsapp für den Klassenchat? Serdar Günal Rütsche, beruflich Leiter der Abteilung Ermittlungsunterstützung bei der Kapo St.Gallen, versicherte: «Whatsapp ist eine der sichersten Plattformen.»

Ein Kandidat – zwei verschiedene Ämter

Grössere Rochaden stehen im Zuzwiler Schulrat an: Sieben Personen bewerben sich um vier Sitze. Erika Brändle (FDP) und Pascal Heer (FDP) wollen wieder gewählt werden, David Aebischer (EVP), Fabienne Beer Jung (parteilos), Raffael Sarbach (SP), Arbr Wagner (CVP) und Rebecca Wolgensinger (SVP) bewerben sich erstmals. Wobei Aebischer nicht nur Schulrat, sondern auch Mitglied der GPK der Oberstufenschulgemeinde Sproochbrugg werden will. Nicht weil er Langeweile habe, wie er sagte. Die Schulratskandidatur habe sich erst nach jener für die GPK ergeben. «Das Interesse und die Ressourcen sind da und im Fussball spielt ja auch der rechte und linke Fuss.»

Kandidieren für den Schulrat: Fabienne Beer Jung, David Aebischer und Rebecca Wolfensinger

Kandidieren für den Schulrat: Fabienne Beer Jung, David Aebischer und Rebecca Wolfensinger

Ebenfalls in den Schulrat möchten Raffael Sarbach und Arbr Wagner, derweil Pascal Heer und Erika Brändle wiedergewählt werden sollen (von links).

Ebenfalls in den Schulrat möchten Raffael Sarbach und Arbr Wagner, derweil Pascal Heer und Erika Brändle wiedergewählt werden sollen (von links).

Darin, dass er beruflich Schulsoftware vertreibt, sieht Arbr Wagner keinen Interessenskonflikt. Ansonsten würde er ohnehin in den Ausstand treten, sagte er.

Kreisel bei der Kirchstrasse wird Thema

Kaum Diskussionen gab es auch bei der Vorstellung der Kandidierenden für den Gemeinderat. Michael Gschwend (FDP) scheint als Nachfolger des zurücktretenden Parteikollegen Mark Brunner unbestritten zu sein. Christoph Ammann (CVP), Petra Mosimann (CVP) und Gemeindepräsident Roland Hardegger treten erneut an. Das Publikum nutzte stattdessen die Gelegenheit, persönliche Anliegen zu platzieren. Kritisiert wurde die nun befahrbare Trottoirabsenkung an der Lindaustrasse. Die Autos warteten nicht, das sei gefährlich, hiess es. Roland Hardegger versicherte: «Wenn das nicht ändert, werden Poller gesetzt.»

Eher nicht platziert wird die von der SVP und Mitunterzeichnern geforderte Lichtsignalanlage an der St.Gallerstrasse, Höhe Schulstrasse. Stattdessen wird der Bushalt definitiv eingeführt, was eine indirekte Verkehrsberuhigung bringe. Gleiches verspricht man sich von einem Kreisel auf der Höhe der Kirchstrasse, für dessen Bau der Ball beim Kanton liege.

Langsamer soll auch auf der Sonnenbergstrasse gefahren werden. Geplant ist zwar keine Tempo-30-Zone, doch soll es farblich gestaltete Flächen geben. Im Weiteren verwies Hardegger auf Massnahmen im Zusammenhang mit der Strassensanierung 2024/25. (ahi)