Worte schwirrten durchs Zelt

An der «Kunschterei», dem 24-Stunden-Kunstevent in Bichelsee, begeisterten die beiden Slampoeten Raphael und Elia Kaufmann mit gekonnter Wortakrobatik.

Christoph Heer
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BICHELSEE. Vom Samstagnachmittag, 14 Uhr, bis am Sonntag nach dem Mittag herrschte reger Betrieb an der Webereistrasse in Bichelsee. Die «Kunschterei» fand nach der erstmaligen Durchführung im Rahmen der Tage der Kultur Südthurgau 2011 zum zweiten Mal statt. Weil der erste Anlass ein Erfolg war, entschloss sich André Keller und sein sechsköpfiges Kernteam für eine zweite Durchführung. «Wir erhielten auf die Premiere von unserem 24-Stunden-Anlass ausnahmslos positive Feedbacks, da fiel uns der Entscheid leicht, der Kunschterei eine Zukunft zu geben», erklärte Keller.

Poetry Slam, Gesichter zeichnen

Das 24-Stunden-Projekt war gespickt mit Exponenten aus der Musik, der Poesie, dem bildnerischen Gestalten und anderen Performances. Ein Höhepunkt war der Auftritt des einheimischen Slampoeten Raphael Kaufmann. Sein Heimspiel auf der offenen Bühne war ein mitreissendes Wortspektakel. Verstärkung erhielt er von seinem jüngeren Bruder. Elia wird wohl in die Fussstapfen von Raphael treten, das Talent scheint ihm gleichermassen in die Wiege gelegt geworden sein. Die Besucher im Zelt – bei den Auftritten der beiden Slampoeten fast voll besetzt – waren begeistert vom rasanten Wortspiel der beiden. Beim «Kunstanlass für jedermann», wie André Keller den Event betitelte, konnte sich jeder künstlerisch betätigen, beispielsweise indem die Besucher das Gesicht des Gegenübers zeichneten ohne einmal auf das Blatt Papier zu schauen.

Die Skizzen auf dem Tischtuch

Die Besucher fühlten sich sichtlich wohl. Gemeindeammann Beat Weibel genoss die Stimmung ebenso wie Claudia Kündig. «Ich bin selber künstlerisch aktiv, da lasse ich mir diesen Anlass doch nicht entgehen», sagte sie. Ihre Kinder Desirée und Tatjana liessen sich vom Geschehen auf der Bühne nicht beirren und malten schöne Skizzen auf das Tischtuch – auch das war an der «Kunschterei» erlaubt.

Laut den Organisatoren sollte einer dritten Durchführung nichts im Weg stehen. Definitiv entscheiden sie sich aber erst, nachdem sie eine Bilanz vom zweiten 24-Stunden-Kunst-Happening gezogen haben.

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