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Wolken über der Aadorfer Post

Bei den Angestellten der Poststelle Aadorf gibt es Konflikte im Team. Nach Angaben der Gewerkschaft Transfair ist der Verkaufsdruck generell ein Problem.
Inge Staub

AADORF. In der Poststelle Aadorf hängt der Haussegen schief. «Unter dem Personal gibt es Spannungen», informierte ein Leser die Redaktion. Die Post bestätigt, dass es in Aadorf Probleme gibt. «Die Konflikte sind uns bekannt. Wir sind sehr bemüht, Lösungen zu finden», teilt Mediensprecherin Jacqueline Bühlmann mit. Inhaltlich äussert sie sich nicht.

Druck ausgeübt

Unserer Zeitung wurde eine E-Mail eines Vorgesetzten zugespielt, aus welcher hervorgeht, dass dieser Druck auf die Angestellten der Post ausübt. «Im Bereich Telekommunikation kriegen einige von uns absolut nichts zustande. Wir haben tatsächlich immer noch Poststellen mit NULL-Abo-Punkte! Das geht nicht!», schreibt der Mann. Auch rügt er die Angestellten, weil zu wenig Kreditkarten und Reiseversicherungen verkauft worden seien: «Viele Beratende erfüllen so nicht die Erwartungen. Da muss sich jede/r die Frage gefallen lassen: <Bist du im richtigen Profil?>»

Zunehmender Leistungsdruck

Zum Inhalt dieser E-Mail nimmt die Post keine Stellung. Jacqueline Bühlmann hält generell fest: «Die Post gibt dem Verkaufspersonal weder individuelle, quantitative Zielvorgaben noch Jahresziele vor, sondern Teamziele.» Diese Teamziele seien mit den Sozialpartnern abgesprochen und 0,8 Prozent lohnwirksam. Für die Gewerkschaft Transfair ist der Verkaufsdruck beim Schalterpersonal der Post ein bekanntes Problem. «Wer die Verkaufsziele nicht erreicht, kommt unter Druck und kann unter Umständen auch den Arbeitsplatz verlieren», sagt Regionalsekretärin Greta Gysin. «Auch gesundheitliche Probleme infolge Stress sind leider nicht selten.»

Post testet zwei Profile

Das breite Angebot verschärft die Problematik: Post-Angestellte müssen über Tausende Produkte Bescheid wissen. Die Post hat das Problem erkannt. Sie strafft derzeit das Sortiment an Drittprodukten. Der Verkauf von Drittprodukten ist ein wichtiges Standbein der Post. Mit Büchern, Schreibwaren, Geschenkkarten oder Handyabos erzielt der Konzern jährlich eine halbe Million Franken Umsatz. Da der Verkauf von Handyabos oder Versicherungen beratungsintensiv ist, testet die Post derzeit, Beratung und Verkauf zu trennen. Diese Idee wird derzeit im Pilotversuch getestet, unter anderem in Aadorf. Die Probleme in dieser Poststelle hätten aber nichts mit dem Pilotversuch zu tun, sagt Jacqueline Bühlmann. «Das ist ein reiner Teamkonflikt.»

Respektloser Umgang

Es sei nicht aussergewöhnlich, dass es bei 6000 Angestellten zu Konflikten komme, erklärt die Gewerkschaft. Dies rechtfertige jedoch nicht den Ton der zitierten E-Mail. Ein solcher Ton sei glücklicherweise nicht üblich. «Ein respektloser Umgang unter Mitarbeitenden passt nicht zur Firmenkultur der Post», betont Greta Gysin.

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