Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Wohnwagensiedlung in Bichwil ist aufgelöst

Die Fahrenden sind weitergezogen. Obwohl sie gern geblieben wären, wie Walter Wyrsch, Besitzer der Wiese in Riggenschwil, weiss. Eine Verlängerung kam für ihn jedoch, trotz positiver Erfahrungen, nicht in Frage.
Andrea Häusler
Wer die Toi-Toi-Kabinen umgeworfen hat, ist unklar. Ansonsten erinnert am Tag des Aufbruchs nur wenig an den dreiwöchigen Aufenthalt der Fahrenden. (Bild: Andrea Häusler)

Wer die Toi-Toi-Kabinen umgeworfen hat, ist unklar. Ansonsten erinnert am Tag des Aufbruchs nur wenig an den dreiwöchigen Aufenthalt der Fahrenden. (Bild: Andrea Häusler)

Der Platz ist leergeräumt und frei von Unrat. Spuren des dreiwöchigen Aufenthalts der Sinti-Familien in Bichwil sind dennoch auszumachen. Das Gelände erinnert an einen verlassenen Campingplatz. Gelbe Stellen mit verdorrtem Gras haben die Wiese in einen natürlichen Flickenteppich verwandelt. «Halb so wild», gibt sich Grundeigentümer und Vermieter Walter Wyrsch entspannt. Sobald es etwas kühler werde, würden die Fahrrillen aufgefüllt und die kahlen Stellen frisch angesät. «Die Flächen erholen sich sehr schnell», sagt er.

Schaulustige und ortsfremde Schnellfahrer

Wann die zurückgebliebenen Toi-Toi-WCs abgeholt werden, wusste er gestern noch nicht. Erst recht nicht, wer die beiden im Gras liegenden Kabinen umgekippt hat. Gelangweilte Jugendliche, Nachtbuben, mutmassten die einen, die Fahrenden selber behaupteten Andere. Walter Wyrsch zuckt die Schultern: «Es steht Aussage gegen Aussage.» Wobei es einfach sei – wider besseres Wissens – alles Unliebsame und Unerfreuliche den Fahrenden in die Schuhe zu schieben.

Als Beispiel nennt er das zusätzliche Verkehrsaufkommen, das befürchtet worden war. «Klar zirkulierten während der drei Wochen mehr Fahrzeuge im und ums Dorf – allerdings auch solche von Schaulustigen», relativiert Wyrsch. Und was die «Raser» anbelange, seien Autos mit dröhnenden Motoren und quitschenden Reifen beobachtet worden, die mit den Fahrenden nicht das Geringste zu tun gehabt hätten. «Ein schwarzer Wagen war so schnell unterwegs, dass nicht einmal das Kennzeichen notiert werden konnte», ärgert sich Walter Wyrsch.

Der kleine Finger und die ganze Hand

Alles in allem bezeichnet der Landwirt das «Experiment» als gelungen. «Die Erfahrungen waren grundsätzlich positiv», resümiert er. Weder seitens der Gemeindebehörden, noch von Anstössern oder anderen Personen seien Reklamationen eingegangen – zumindest nicht bei ihm. Und, obwohl die Sintis nichts unversucht gelassen hätten, um eine Verlängerung des Aufenthalts zu erwirken, sei das Areal wie vereinbart am 2. Juni geräumt gewesen. Ihm war das wichtig: «Was abgemacht ist, wird eingehalten.» Die Erfahrung am Ort hat ihn gelehrt: «Wenn man den Leuten den kleinen Finger reicht, greifen sie nach der ganzen Hand.»

Ob er Fahrenden ein weiteres Mal Gastrecht gewähren würde, kann der Landwirt noch nicht sagen. Gestern Nachmittag traf er sich noch einmal mit Salvatore, seinem Vertragspartner: zum Abrechnen. Mein Ziel war ein finanzielles Nullsummenspiel», sagt Wyrsch, zuversichtlich, dass er dieses erreichen wird.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.