Wohnraum auf Zeit – Aus dem Hotel Fürstenau ist ein Appartementhaus geworden

Das ehemalige Hotel Fürstenau wurde umfunktioniert: Nun werden Zimmer mit Gemeinschaftsküche vermietet.

Vera Minder
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So sehen die Zimmer im Appartementhaus aus, ausgestattet mit Bad und Dusche.

So sehen die Zimmer im Appartementhaus aus, ausgestattet mit Bad und Dusche.

Bild: Vera Minder

Das Hotel Fürstenau ist zum Appartementhaus geworden. Nachdem Gastronom Wolf-Gert Kunze im letzten Jahr den Betrieb aufgeben musste, haben sich die neuen Betreiber schon verwirklicht. Die Living Moments AG hat in dem ehemaligen Hotel ein ganz neues Konzept realisiert. Nun werden dort möblierte Zimmer vermietet, klein und einfach, aber praktisch.

Verändert hat sich am Gebäude nur wenig. Die Zimmer sind frisch gestrichen und verbessert worden, alle sind ausgestattet mit einem Bad samt Dusche. Die Küche und ein Gymnastikraum werden von den Bewohnern geteilt. Die Appartements kosten zwischen 800 und 1000 Franken pro Monat.

Vor allem Arbeitende nutzen das Angebot

Die Living Moments AG gibt es schon länger. Nebst Wil betreibt das Unternehmen neun andere Standorte. «Es war ein grosser Schritt nach Wil», sagt Geschäftsführerin Bea Guntli, doch hier habe eine entsprechende Nachfrage bestanden.

Die Bewohner seien vor allem Business-Leute, Projektleiter, die nur für befristete Zeit an einem Ort bleiben müssen und Arbeitnehmer, die erst die Probezeit in einem neuen Job hinter sich haben wollen, bevor sie sich eine definitive Wohnung zulegen, erklärt Guntli. Auch Privatpersonen, die gerade eine Scheidung durchmachen, seien oft froh über das Angebot. Bleiben müssen die Mieter mindestens einen Monat, die meisten wohnen aber zwischen drei und sechs in den Appartements. «Teilweise bleibt ein Kunde sogar Jahre bei uns, das ist zwar nicht das Ziel, aber uns stört das eigentlich nicht.»

Ein Vorteil sei, dass sie im Vergleich zu Hotels das Problem der vielen kurzfristigen Stornierungen nicht teilen. Die Bewohner können zwischen zwei Verträgen auswählen: unbefristet oder befristet. Ersterer ist nur auf Monatsende stornierbar. Letzterer gar nicht, ausser ein Nachmieter wartet bereits, dann könne auch mal eine Ausnahme gemacht werden. «Wir sind flexibel und versuchen zu bieten, was die Leute suchen», so Guntli.

Entwicklungen seit Beginn

Von 13 Zimmern sind momentan zehn vermietet. «Der Anfang war zögerlich, aber das haben wir so einberechnet. Nun sind wir mit einer Auslastung von 70 bis 80 Prozent gut dran.» Das Ziel sei jedoch eine volle Auslastung. Unternehmen hätten sie schon im vornherein angeschrieben, so Guntli, und sie hätten den Vorteil über die anderen Standorte Werbung machen zu können. Das Angebot sei auch auf Online-Marktplätzen für Wohnimmobilien zu finden. «In Wil ist das Konzept aber leider noch nicht so bekannt.»

Das ehemalige Restaurant stand bis jetzt leer. Nun gibt es Neuigkeiten: Ab dem 1. April wird die Küche offiziell wieder in Betrieb genommen. Das Restaurant wird unter dem Namen «Ristorante la Sila (Cucina Mediterranea)» laufen und von Francesco und Franca Ferrarelli geführt werden. Guntli sagt:

«Wir sind sehr zufrieden. Die neuen Pächter passen mit ihrer italienisch-schweizerischen Küche gut in unser Konzept und erfüllen alle Anforderungen.»