Wohneigentum und Vermögen im Alter

SIRNACH. Wenn es noch einen Beweis gebraucht hätte, dass «Der richtige Umgang mit Wohneigentum und Vermögen im Alter» aktuell ist, wäre er an diesem Abend im Gemeindezentrum Dreitannen in Sirnach erbracht worden.

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Christian Griess ehemaliger Leiter Beratungsstelle Pro Senectute Weinfelden (Bild: Thomas Riesen)

Christian Griess ehemaliger Leiter Beratungsstelle Pro Senectute Weinfelden (Bild: Thomas Riesen)

SIRNACH. Wenn es noch einen Beweis gebraucht hätte, dass «Der richtige Umgang mit Wohneigentum und Vermögen im Alter» aktuell ist, wäre er an diesem Abend im Gemeindezentrum Dreitannen in Sirnach erbracht worden. Rund 540 Interessierte informierten sich über das Thema an einem von der Raiffeisenbank Sirnach organisierten Anlass. Referent war Christian Griess. Er machte immer wieder die Erfahrung, dass ältere Menschen nicht gern über Geld reden, sie hätten alles, brauchten immer weniger. «Die Beziehung zu Geld verändert sich mit dem Alter.» Gleichzeitig stellen sich Fragen zum komplexen Thema. Wem vererbe ich es? Wie mache ich das richtig? Wie sichere ich mich ab? Der Hintergrund: Die Finanzierung des Alters wird immer anspruchsvoller. Gleichzeitig steigen die Bedürfnisse: Ältere Menschen wollen immer länger zu Hause bleiben und eigenständig leben.

Zahlreiche Faktoren

Wohneigentum und Vermögen können verschenkt, übertragen, verkauft werden. Auch Wohnrecht und Nutzniessung sind Themen. Bei den Wohnformen gibt es ebenfalls unterschiedliche Möglichkeiten: Eigentum, Miete, Heim, Wohngruppe, Wohnprojekt. Es gilt zahlreiche Faktoren beim Entscheid über die künftige Wohnform zu berücksichtigen. Neben der Infrastruktur – also Verkehr, soziale Angebote, Einkaufsmöglichkeiten oder Kirchen – spielt das soziale Umfeld eine zentrale Rolle. Darunter fallen die Nähe zu Familie, Freunden, Nachbarn.

7500 Franken im Monat

Egal für welche Art Wohnform sich ältere Menschen entscheiden, jede hat ihren Preis. Ausgehend von einem mittleren Pflegebedarf kostet ein Einzelzimmer im Erweiterungsbau des Alterszentrums Bussnang pro Monat schnell mehr als 7500 Franken. Das muss finanziert werden und Heimkosten werden selber übernommen. Einzig bei Pflegekosten und bei einem grossem Pflegebedarf können Zuschüsse oder Hilflosenentschädigung verlangt werden.

Reicht das Geld nicht, können Ergänzungsleistungen beantragt werden.

Geld nicht verjubeln

Wer bei der Weitergabe des Vermögens oder von Wohneigentum einen Fehler macht, wird ihn bei der Berechnung der Ergänzungsleistungen zu spüren bekommen. 15 Jahre wird zurückgerechnet. Wer denkt, dass er sein Geld mit einer Weltreise verjubeln und später Ergänzungsleistungen beziehen kann, täuscht sich. Christian Griess warnte davor sein Vermögen zu verbrauchen. Er riet die Belege aufzubewahren. Gleichzeitig betonte er: «Es ist nicht immer leicht später Abläufe nachzuvollziehen, denn 200 000 Franken sind schnell weg.» (tri)