Wohneigentum 50 Prozent teurer

REGION WIL. Die Preise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser in der Region Wil sind seit dem Jahr 2005 um fast 50 Prozent gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Transaktionspreisindex von SGKB sowie Wüest & Partner hervor.

Hans Suter
Merken
Drucken
Teilen
In der Region Wil gibt es Anzeichen, dass der Nachfrageüberhang gesunken ist, was eine preisdämpfende Wirkung hat. (Bild: Hans Suter)

In der Region Wil gibt es Anzeichen, dass der Nachfrageüberhang gesunken ist, was eine preisdämpfende Wirkung hat. (Bild: Hans Suter)

Wie die St.Galler Kantonalbank (SGKB) mitteilt, ist der Transaktionspreisindex für Eigentumswohnungen im 2. Quartal dieses Jahres um 0,2 auf 149 Punkte gestiegen. Im 1. Quartal 2005 stand der von Wüest & Partner erarbeitete Index bei 100. Das bedeutet, dass die inserierten Preise für Eigentumswohnungen in der Region Wil innert zehn Jahren um 49 Prozent gestiegen sind. Für den Kanton St. Gallen liegt der Index gar bei 158,5 Punkten (–0,5), der Schweizer Durchschnitt liegt bei 169 Punkten (–1,6). Die Region Wil liegt damit unter dem kantonalen und schweizerischen Mittel. Ähnlich sieht es bei den Einfamilienhäusern aus.

Kanton über dem Durchschnitt

Die bezahlten Preise für Einfamilienhäuser in der Region Wil sind im 2. Quartal dieses Jahres um 2,3 auf 147,6 Punkte gestiegen. Verglichen mit dem 1. Quartal 2005 (Index = 100) sind die Preise innert zehn Jahren um 47,6 Prozent gestiegen. Der Schweizer Durchschnitt liegt bei 148,2 Prozent. Die Region Wil und das Schweizer Mittel liegen also recht nahe beieinander. Anders sieht es für den Kanton St.Gallen aus. Der Index ist hier auf 150,3 Punkte (+0,9) gestiegen und lag damit etwas höher als das Schweizer Mittel von 148,2 Punkten (+0,3). Allerdings ist der Wert im Kanton St. Gallen mittlerweile wieder leicht gesunken.

Tiefere Preise im Toggenburg

Die Preise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser sind im Toggenburg weiterhin tiefer als in der Region Wil. Das hatte in der Vergangenheit vorwiegend strukturelle Gründe. Der Transaktionspreisindex für die Region Toggenburg ist im 2. Quartal 2015 leicht gesunken, und zwar von 146 auf 144,7 Punkte. Nichtsdestotrotz sind die Preise seit 2005 um fast 45 Prozent gestiegen.

Einfamilienhäuser leicht teurer

Der Index für Einfamilienhäuser in der Region Toggenburg ist im Gegensatz zu den Eigentumswohnungen leicht gestiegen, von 133,1 auf 133,9 Punkte (+0,8). Trotz immer wieder diskutierter Strukturprobleme im Toggenburg sind die Durchschnittspreise um rund 33 Prozent gestiegen. Dieser Wert liegt jedoch nach wie vor deutlich unter dem kantonalen und nationalen Mittel. Es gibt derzeit keine Anzeichen, dass sich an dieser Situation in naher Zukunft viel ändern wird. Die tiefen Hypothekarzinsen haben die Bautätigkeit im Toggenburg jedoch genauso beflügelt wie in anderen Regionen.

Preisdämpfende Wirkung

Aktuell ist in den Regionen Wil und Toggenburg zu beobachten, dass der Nachfrageüberhang gesunken ist. Das hat eine preisdämpfende Wirkung und lässt vermuten, dass sich Angebot und Nachfrage angleichen oder ein leichtes Überangebot vorhanden ist. Laut Wüest & Partner hat sich die Zahl der Baubewilligungen in der Schweiz im 1. Halbjahr 2015 gegenüber dem Vorjahressemester um 6,6 Prozent verringert. Im gehobenen Segment des Stockwerkeigentums hat das gestiegene Angebot die Insertionsdauer auf durchschnittlich 90 Tage steigen lassen. Die Transaktionspreise sind um 2 Prozent gesunken.