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Woher darf es denn sein?

Seitenblick
Hans Suter

Geht es ums Essen, wird es schnell kompliziert. Die einen erkennen darin kaum mehr als eine lustlose Notwendigkeit zur Lebenserhaltung, während es anderen ein fast ekstatisch lustvolles Genusserlebnis bereitet. Grösser könnten die Unterschiede kaum sein. Gemeinsam ist den meisten Geniesserinnen und Nichtgeniessern, dass sie angeblich fast ausschliesslich Erzeugnisse aus rundum nachhaltiger, tierfreundlicher und selbstverständlich einheimischer Produktion einkaufen. Warum dennoch so viel importiert wird, kann sich keiner erklären. Was ein wenig an das Paradox gewisser Fasnachtsgesellschaften erinnert: Geht’s um Humor, verstehen sie keinen Spass.

Das manifestiert sich auch im Supermarkt. Mit ernster Miene wird der Einkaufswagen durch die Gänge geschoben, da und dort kurz zwischengeparkt. Mit Argusaugen wird die feilgebotene Ware begutachtet, Früchte, Gemüse, Salate. Auch das Etikett, wo noch vorhanden, wird kritisch unter die Lupe genommen. Nicht anders bei Fleisch- und Wurstwaren. Das Kleingedruckte scheint dabei unterzugehen. Statt mit den viel gepriesenen Erzeugnissen von Schweizer Bauern füllt sich der Wagen mehr und mehr mit günstiger Importware aus aller Herren Länder. Ein Rätsel?

Schuld daran ist nicht der Einkaufende, sondern der Preis. Dagegen sind viele Konsumentinnen und Konsumenten schlichtweg machtlos. In jeder noch so klein gedruckten Zahl auf dem Preisschild steckt weitaus mehr Macht als in allen guten Vorsätzen zusammen. Zu allem Überdruss gibt es gar noch eine Steigerungsform dieser vermaledeiten Versuchung: Aktionen! «Knaller», «Hit», «Hammerpreis» – was den Konsumenten im Kaufrausch wie der Himmel auf Erden vorkommt, bahnt den Schweizer Produzenten den direkten Weg zur Hölle.

Gibt es da noch Hoffnung auf Besserung? Gibt es! Der Schlüssel liegt in der Seele des Konsumenten: Rauf mit den Preisen und gleich wieder runterdrücken mit Aktionen zum «Knaller, «Hit» oder «Hammerpreis». Die Kunden werden begeistert sein. Ach so, das gibt es bereits? Dann führt wohl kein Weg daran vorbei: Also doch die Hölle!

Hans Suter

hans.suter@wilerzeitung.ch

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