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Wo Welpen erste Schritte machen: Gabriela und Othmar Brühwiler aus Zuzwil sind begeisterte Landseer-Züchter

Gabriela und Ohtmar Brühwiler sind Hundezüchter aus Leidenschaft. Kürzlich kam der zweite Wurf mit fünf Landseer-Welpen zur Welt. Für die Erziehung der Vierbeiner scheuen die beiden weder Kosten noch Zeit.
Gianni Amstutz
Züchterin Gabriela Brühwiler mit den siebenwöchigen Welpen und der Mutterhündin Pandora. (Bild: Gianni Amstutz)

Züchterin Gabriela Brühwiler mit den siebenwöchigen Welpen und der Mutterhündin Pandora. (Bild: Gianni Amstutz)

Bereits beim Betreten des Hauses von Gabriela und Othmar Brühwiler wird deutlich: Hier leben Hundefreunde. Zwei Hunde – ein grosser Landseer und ein deutlich kleinerer Dackel – empfangen einen an der Haustüre. Drinnen zieren Fotos grosser, weiss-schwarzer Hunde die Wände. In der oberen Etage angelangt, verfestigt sich der Eindruck, dass dieses Haus gänzlich auf die Bedürfnisse seiner vierbeinigen Bewohner ausgerichtet ist.

Ein Grossteil des Wohnzimmers dient den Hunden als Geburtsstätte, der Garten ist zu einem Spielplatz mit Wippen, Ballbad und einer Tunnelröhre hergerichtet worden. Die Spielwiese dient in erster Linie nicht den zwei Hunden vom Begrüssungskomitee, sondern den fünf Landseer-Welpen, die seit rund sieben Wochen den Alltag der Brühwilers bestimmen.

Mehr als bloss Zuchttiere

Erst seit kurzem – der aktuelle ist der zweite Wurf – widmet sich Gabriela Brühwiler der Zucht ihrer Lieblingshunde, doch schon seit über 20 Jahren haben es ihr die Landseer angetan. «Es sind zutrauliche Hunde, die lernfreudig sind aber gleichzeitig auch ihren eigenen Willen haben», schwärmt sie. Für sie sind ihre Welpen mehr als bloss Zuchttiere, mit denen sie Geld verdienen könnte. Züchten ist für sie eine Herzensangelegenheit. Deshalb auch der klingende Name der Zucht: «Soleil de mon Coeur» (Sonne meines Herzens).

Hunde aufzuziehen sei für sie eine Leidenschaft, sagt die 60-jährige. «Wenn man seriös züchtet, kann man damit ohnehin kein Geld verdienen.» Die Ausgaben addieren sich schnell zu einer stattlichen Summe. Von Impfungen und Wurmkuren über die Zuchtzulassung mit medizinischen Tests bis hin zu Kosten für den Zuchtrüden. Am Ende bleibe bis auf ein gutes Nachtessen fast nichts mehr von dem Verkauf der Welpen übrig, sagt Gabriela Brühwiler.

Die Arbeitsstunden sind dabei noch nicht eingerechnet. Und davon investieren die Brühwilers nicht wenige. Die ersten drei Wochen wechseln sich die beiden sogar schichtweise ab, um rund um die Uhr für die Neugeborenen und ihre Mutter da zu sein, falls dies nötig wird. Das kann beispielsweise sein, wenn Welpen zusätzlich von Hand ernährt werden müssen, weil nicht genug Milch an den Zitzen der Mutter ist. Oder um zu vermeiden, dass ein Neugeborenes von der Hündin aus Versehen zerdrückt wird.

Zusammenleben mit den Menschen lehren

Doch die Arbeit endet längst nicht nach drei Wochen, auch wenn dann die ständigen Nachtschichten nicht mehr nötig sind. In die Erziehung der Hunde investiert Gabriela Brühwiler ebenfalls viel Zeit.

«Die ersten Wochen sind für das spätere Leben eines Tiers prägend.»

Deshalb wolle sie ihren Schützlingen möglichst viele Erfahrungen mitgeben. Dies beginnt damit, dass die Hunde im Wohnzimmer, also möglichst nahe bei der Familie schlafen und leben – und nicht etwa im Keller oder in beengten Verhältnissen draussen. Nur so gewöhnten sich die Welpen früh an das Zusammenleben mit Menschen, ist die Züchterin überzeugt. Das zeige sich beispielsweise daran, dass ihre Welpen nach wenigen Wochen stubenrein seien und keine Angst vor dem Staubsauger oder sonstigem Alltagslärm hätten.

Die Zeit des Abschieds naht

Inzwischen sind die Welpen acht Wochen alt und könnten eigentlich bald an neue Besitzer abgegeben werden. Doch vorher will Gabriela Brühwiler ihren Zöglingen noch einige wichtige Lektionen mit auf ihren Weg geben. So will sie mit den Welpen noch in den Walter Zoo, an den Bahnhof, in die Wiler Fussgängerzone und nimmt sie auf eine Autofahrt mit. Das alles seien potenzielle Stresssituationen für die jungen Hunde, sagt Gabriela Brühwiler. Wenn sie diese das erste Mal mit ihrer Mutter erleben könnten, gäbe ihnen das die nötige Sicherheit – auch fürs spätere Leben.

Der Abschied von den Welpen naht aber unweigerlich. Wenn Gabriela Brühwiler daran denkt, schiessen ihr Tränen in die Augen. «Es fällt mir nicht leicht, für mich sind die Welpen fast wie meine Kinder», gibt sie zu. Dementsprechend wählerisch ist sie bei den Käufern. Das zukünftige Zuhause der Welpen wird von ihr persönlich inspiziert und nur, wenn sie überzeugt ist, dass es den Vierbeinern gut gehen wird, gibt die Züchterin sie in neue Obhut. Mit den Käufern pflegt sie auch Jahre später regelmässig Kontakt, sei dies über Whatsapp oder mit persönlichen Besuchen.

«Es ist anstrengend, intensiv und reich wird man damit nicht», bilanziert Gabriela Brühwiler ihr Hobby, fügt aber gleich hinzu:

«Mein Lohn sind die Momente, die ich mit den Welpen erleben kann. Die sind unbezahlbar»

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