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Wo Kinder zu Bauarbeitern werden: Neues Projekt in Wil lanciert

Auf einer Wiese zwischen dem ehemaligen Zeughausareal und der Georg-Renner-Strasse wird im Mai 2019 eine Kinderbaustelle eröffnet. Das Kreativprojekt soll Kinder unter anderem in handwerklicher Betätigung fördern.
Miranda Diggelmann
Von diesem Team wird die Kinderbaustelle umgesetzt: Samuel Rissi, Präsident des Vereins Kinderbaustelle Wil (von links), Projektleiter Samuel Roth, das Ehepaar Lukas und Brigitte Hink, Projektbegleitung und Andrea Schwörer, Mitglied des Vorstands. (Bild: Miranda Diggelmann)

Von diesem Team wird die Kinderbaustelle umgesetzt: Samuel Rissi, Präsident des Vereins Kinderbaustelle Wil (von links), Projektleiter Samuel Roth, das Ehepaar Lukas und Brigitte Hink, Projektbegleitung und Andrea Schwörer, Mitglied des Vorstands. (Bild: Miranda Diggelmann)

Nach einigen Hürden, die zu bewältigen waren, kann das Projekt Kinderbaustelle Wil nun richtig starten. Im Mai 2017 kam während einer Versammlung der Quartiervereinspräsidenten erstmals die Idee für eine Kinderbaustelle auf. «Wir wollen einen Raum für Kinder schaffen, in welchem sie sich ganz frei handwerklich betätigen können. Ein Ort an der frischen Luft, wo motorische Fähigkeiten und die Sozialkompetenz der Kinder gefördert werden. In Wil gab es bisher nur wenige Möglichkeiten dafür», sagt Samuel Rissi, Präsident des Vereins Kinderbaustelle Wil, der im Dezember 2017 gegründet wurde.

Vorerst musste jedoch ein geeigneter Platz für die Kinderbaustelle gefunden werden. Dieser stellte schliesslich die Stadt Wil dem Verein zur Verfügung. Er befindet sich zwischen dem ehemaligen Zeughausareal und der Georg-Renner-Strasse. Die Wiese ist rund 3000 Quadratmeter gross und bietet für die kleinen Bauarbeiter somit genügend Platz, um sich kreativ auszutoben. «Nun haben wir alle nötigen Bewilligungen eingeholt, der Vertrag mit der Stadt ist abgeschlossen. Die Vorbereitungen können jetzt starten, sodass wir im Mai 2019 die Kinderbaustelle eröffnen können», sagt Samuel Rissi.

Materialbesorgung und Betreuung

Damit zwischen Mai und September jeweils am Mittwochnachmittag von 14 bis 18 Uhr die Kinderbaustelle geöffnet sein kann, müssen noch letzte Vorbereitungen getroffen werden. So soll die Wiese etwa ganz eingezäunt und alle Materialien besorgt werden. «Die Kinder werden bei uns vor allem mit Holz, aber auch mit Beton, Sand und Wasser arbeiten. Momentan sind wir mit Wiler Bauunternehmen in Kontakt, von denen wir hoffen, Material zu bekommen. Den Rest werden wir dann selbst einkaufen», sagt Samuel Roth, Projektleiter und Betreuer.

Betreut wird die Kinderbaustelle vom Projektleitungsteam und freiwilligen Mitarbeitern wie beispielsweise Eltern, welche ehrenamtlich arbeiten. Pro Nachmittag werden mindestens zwei Betreuer anwesend sein, die auf die Kinder achten, während diese hämmern, bauen, bohren und malen.

Das Projekt spricht insbesondere Kinder von der ersten bis sechsten Klasse an. Jene dürfen sich selbstständig auf der Baustelle bewegen. «Maschinen mit Sicherheitsrisiko werden jedoch stets betreut», sagt Roth. Kinder im Vorschulalter dürfen nur in Begleitung der Eltern auf der Baustelle tätig sein. Um weitere Gefahren zu reduzieren, müssen die Kinder Schutzhelme und Westen tragen. «Ganz ausschliessen können wir das Sicherheitsrisiko natürlich nicht. Die Erfahrung zeigt aber, dass auf der Kinderbaustelle keine Unfälle passieren», sagt Roth, der im Zeitraum von 2012 bis 2017 auch in Wattwil eine Kinderbaustelle geleitet hat.

Das Besuchen der Baustelle ist für die Kinder und Eltern kostenlos, eine Anmeldung ist nicht nötig. Verpflegen dürfen sich die jungen Bauarbeiter und Baurarbeiterinnen in der «Baustellen-Beiz», zudem dürfen die Toiletten des ehemaligen Zeughauses benutzt werden. «Ein Schlechtwetterprogramm haben wir aber nicht. Die Kinderbaustelle wird bei jeder Witterung geöffnet und betreut sein», sagt Rissi.

Finanzielle Unterstützung von Stadt und Kanton

Damit das Pilotprojekt, das 60000 Franken kostet, finanziert werden kann, sind die Vereinsverantwortlichen auf Gelder angewiesen. Die Stadt Wil und der Kanton St. Gallen unterstützen die Baustelle mit je 15000 Franken. «Die Kinderbaustelle ist ein Glücksfall für die Kinder und die Stadt Wil. Dass die Kinder mit professioneller Begleitung selber bauen und gestalten können, ist ganz im Sinne einer kinderfreundlichen Gemeinde», sagt Stadtrat Dario Sulzer. Die Jugendkommission unterstützte dieses einzigartige Projekt deshalb mit Überzeugung.

Auch die Technischen Betriebe Wil, die Reklame-Technik AG und die Schreinerei Fust helfen bei der Umsetzung des Vorhabens. «Den Rest werden wir über Spenden finanzieren», sagt Rissi. Momentan sei der Verein noch auf der Suche nach weiteren Sponsoren. «Wenn die Finanzen es erlauben und die Kinderbaustelle Anklang findet, ist diese wiederkehrend geplant», sagt Samuel Rissi.

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