Wo Gold seinen Glanz verliert

Ein ökumenischer Gottesdienst in der Fastenzeit, verbunden mit einem einfachen Mittagsmahl, haben in Uzwil eine lange Tradition.

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Eine grosse Zahl von Mitgliedern der drei kirchlichen Gemeinschaften arbeiteten im Hintergrund und im Service mit. (Bild: Josef Bischof)

Eine grosse Zahl von Mitgliedern der drei kirchlichen Gemeinschaften arbeiteten im Hintergrund und im Service mit. (Bild: Josef Bischof)

UZWIL. Eine beachtliche Zahl von Mitgliedern der drei mit einer Kirche in Uzwil vertretenen Gemeinschaften folgte am Sonntag der Einladung zur ökumenischen Feier im Gemeindesaal. Gestaltet wurde sie von Pfarrer Christoph Baumann (evangelisch), Pfarreileiter Klaus Gremminger (katholisch) und Pfarrer Rolf Wyder (evangelisch-methodistisch). Die musikalischen Glanzlichter wurden der Feier durch den Gospelchor Oberbüren unter der Leitung von Anja Gähwiler aufgesetzt.

Keine gerechte Verteilung

Die Welt warte nach wie vor auf eine gerechte Verteilung der Nahrung, hielt Pfarrer Christoph Baumann bei der Erläuterung des diesjährigen Themas der Aktionen Fastenopfer und Brot für alle fest. Pfarrer Rolf Wyder liess eine Puppe – den Frosch Fredi – die Gier nach Reichtum zum Ausdruck bringen. Zusammen mit Iris Moser rückte er die Bedeutung von Reichtum, Geld und Gold ins rechte Licht. Die Szene war Anlass, den Kindern eine Schatzkiste zu verteilen und sie aufzufordern, die Kiste möglichst bunt zu schmücken.

Pfarreileiter Klaus Gremminger rief die Bedeutung von attraktiven Beigaben in Erinnerung. Nicht bloss Kinder, auch Erwachsene liessen sich von schicken Beigaben in den Bann ziehen. Glamour – ein englisches Wort, das wörtlich Verhexung bedeute – mache Menschen und Dinge attraktiv und hebe sie vom Durchschnitt ab.

Glamour in der Kirche

Glamour gebe es auch in der Bibel und in der Kirche. Die schlichten Steintafeln mit den zehn Geboten seien in einem vergoldeten Schrein aufbewahrt worden. Barocke Kirchen und kirchliche Gewänder strotzten zum Teil von Gold und Silber. Wir dürften uns aber vom Glamour nicht ganz «verhexen» lassen. Klaus Gremminger forderte dazu auf, genau hinzuschauen und nicht fremdbestimmt durch das Leben zu gehen. Das Gold verliere da seinen Glanz, wo es auf Kosten und zum Schaden von Mitmenschen in den eigenen Besitz gebracht worden sei.

Ausserdem forderte Klaus Gremminger dazu auf, in sich hineinzuschauen. Zu überlegen, wie es einem gehe, mit dem, was man habe und sich wünsche. Idealerweise müsste es einen froh und dankbar machen. Und so zum Innersten, zu Gott, führen und aus dem Innern leuchten lassen. (pd)