Wo die Wiler Stadtverwaltung zu Hause ist: Vorstoss für eine Zusammenlegung an einem Standort

In einem Vorstoss fordert die GPK eine Strategie zu den Wiler Verwaltungsgebäuden – und bringt einen zentralen Standort ins Spiel.

Gianni Amstutz
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Die Verwaltung ist in Wil an zahlreichen Standorten zu finden. Die einzelnen Departemente und Abteilungen sind über das ganze Stadtgebiet verteilt, vom Rathaus in der Altstadt bis zum Baudepartement in Bronschhofen. Verschiedene Departemente haben kürzlich Platzmangel angemeldet. Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) fand das wenig erbaulich und kritisierte, dass die Argumentation für die beantragten Umbauten nur schwer nachvollziehbar sei.

Prompt wurde der Kredit über 120000 Franken für die Reorganisation der Arbeitsplätze an der Poststrasse, wo das Departement Soziales, Jugend, Alter (SJA) beheimatet ist, ab- gelehnt. Dieser Antrag stand denn auch am Ursprung des Vorstosses, welche die GPK nun eingereicht hat. Es fehle eine städtische Immobilien- und Standortstrategie, kritisiert die Kommission. «Es ist im Moment nicht erkennbar, welche Departemente einen hohen Handlungsbedarf betreffend ihrer Standorte haben und wie dieser angegangen werden soll.»

Entscheidungsgrundlage schaffen

Die GPK fordert in ihrem Vorstoss eine Gesamtbetrachtung der städtischen Immobilien. Nur so sei es dem Parlament möglich, über Investitionsanträge zu entscheiden, schreibt die GPK. Zurzeit kämen diese Anträge hingegen oft relativ kurzfristig und die Entscheidungsgrundlage fehle.

Die GPK tönt an, dass die aktuelle Situation mit zahlreichen Standorten – manche davon bloss gemietet – auch finanziell wohl nicht die beste Lösung ist und allenfalls Geld gespart werden könnte. Denn die derzeitigen Mietlösungen seien relativ teuer.

Die GPK verlangt in ihrem Postulat, die Standorte der Stadtverwaltung unter Berücksichtigung der Ausgaben für Mietobjekte, der innerbetrieblichen Synergiemöglichkeiten für die Bewirtschaftung und den Unterhalt der Immobilien sowie der innerstädtischen Kommunikation zu prüfen. Sie bringt dabei die Idee ins Spiel, die Anzahl Standorte zu verringern. Verschiedene Departemente würden dabei an einem Standort zusammengelegt werden, wie beispielsweise Bau, Umwelt, Verkehr mit Versorgung und Sicherheit oder Soziales, Jugend, Alter mit Schule und Sport.

Die GPK geht in ihrem Vorstoss sogar noch einen Schritt weiter und legt dem Stadtrat nahe, die Schaffung eines zentralen Standorts zu prüfen. In diesem noch zu definierenden Verwaltungsgebäude wären alle Departemente unter einem Dach vereint.

Gute Chancen im Parlament

Die Stadtregierung kann nun Stellung zum Postulat der GPK beziehen. Danach liegt es am Parlament zu entscheiden, ob der Vorstoss erheblich erklärt wird oder nicht. Die Chancen für eine Mehrheit in der Legislative dürften aber nicht schlecht stehen. Schliesslich ist die GPK als Urheberin ein breit abgestütztes Gremium, in dem alle Fraktionen des Parlaments vertreten sind.