Wirtschaftliche Impulse setzen

OBERUZWIL. Der Kanton St.Gallen will ein vielseitiger, dynamischer und wirtschaftsfreundlicher Standort sein. Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat der Regierungsrat unter anderem das Programm «Wirtschaftsstandort 2025» lanciert.

Philipp Stutz
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Regierungsrat Benedikt Würth war am Donnerstagabend Gastreferent am Unternehmeranlass der Gemeinde Oberuzwil. (Bild: Philipp Stutz)

Regierungsrat Benedikt Würth war am Donnerstagabend Gastreferent am Unternehmeranlass der Gemeinde Oberuzwil. (Bild: Philipp Stutz)

«Die Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort St.Gallen steigen», sagte Benedikt Würth, Vorsteher des kantonalen Volkswirtschaftsdepartements, eingangs seines Referats am Unternehmeranlass der Gemeinde Oberuzwil. Hauptsächliche Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort bildeten das Verhältnis zwischen der Schweiz und der EU sowie die Unternehmenssteuerreform III. Diese will der unterschiedlichen Besteuerung in- und ausländischer Unternehmensgewinne durch die Kantone ein Ende setzen.

Stark exportorientiert

St. Gallen ist stark exportorientiert und liefert rund zwei Drittel der Güter in den EU-Raum, wobei die Region Wil laut dem Referenten mit vielen unterschiedlichen Branchen gut diversifiziert ist. Würth erwähnte die Firmen Bühler und Benninger, die wesentlich zur industriellen Ausprägung des Kantons beitrügen. St. Gallen sei eine heterogene Wirtschaftsregion. Fachkräftemangel bestehe nicht nur in den qualifizierten Bereichen. «70 Prozent der Unternehmen haben Schwierigkeiten, Fachpersonal zu rekrutieren.»

Wirtschaftsstandort 2025

Mit dem Programm «Wirtschaftsstandort 2025» hat sich die Regierung eine neue wirtschaftspolitische Grundlage gegeben. Diese ist eng mit dem Standortförderungsprogramm 2015 bis 2018 verbunden. «Beides zusammen bildet Grundlage für eine erfolgreiche wirtschaftliche Weiterentwicklung», betonte Würth. Die Wirtschaftspolitik soll auf vorhandenen regionalen Stärken in wertschöpfungsintensiven, zukunftsorientierten Wirtschaftsbereichen aufbauen und sie aktiv positionieren. Eine prosperierende Wirtschaft soll dazu beitragen, den Staatshaushalt im Gleichgewicht zu halten und die finanzielle Situation des Kantons zu verbessern. «Ein gesunder Finanzhaushalt ist wichtige Basis für eine erfolgreiche Standortentwicklung», sagte Benedikt Würth.

Arbeitsstandort vermarkten

Der Kanton soll als Arbeitsstandort aktiv vermarktet werden, und die Unternehmen seien bei der Gewinnung von Fachkräften zu unterstützen. Ein besonderer Bedarf bestehe im Gesundheitswesen. Es gehe aber auch darum, den Ausbildungsstand von gering Qualifizierten zu verbessern. «Wir haben rund 10 000 Stellensuchende, gleichzeitig aber Fachkräftemangel», sagte Würth. Das rühre daher, dass die Anforderungsprofile gestiegen seien.

Steuerpolitik von Bedeutung

Um sich als attraktiver Unternehmens-, Arbeits- und Wohnstandort zu positionieren, ist laut Würth eine kompetitive Steuerpolitik von Bedeutung. Die Unsicherheiten rund um die Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative und der Unternehmenssteuerreform III gefährdeten nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung des Kantons, sie bewirkten auch Zurückhaltung bei Investitionen. Es bestünden zwei Strategien: die Steuerbelastung für Unternehmen generell nochmals zu senken oder die Erträge auf geistiges Eigentum privilegiert zu besteuern. Im Bereich öffentlicher Verkehr gelte es die «Phase qualifizierten Jammerns» zu verlassen, wie sich Würth ausdrückte. Seien doch bis 2020 verschiedene Verbesserungen in Sicht.

Bilateraler Weg

Das Verhältnis zwischen der Schweiz und der EU sei entscheidend. Und es müsse ein sinnvolles Umsetzungsmodell der Zuwanderungs-Initiative gefunden werden. Das strategische Ziel der Kantone liege darin, den bilateralen Weg weiter zu beschreiten. «Das ist politisch und wirtschaftlich am sinnvollsten», betonte der Referent. Benedikt Würth zeigte sich zum Schluss überzeugt, dass der Kanton mit all den angestrebten Massnahmen in eine prosperierende Zukunft geführt werden könne.

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