WIRTSCHAFT: «Ausdruck Steuergeschenk ist fehl am Platz»

Eingebettet in den ersten Impulsapéro des Jung-Unternehmer-Zentrums (JUZ) im neuen Jahr, refe­rierte Christoph Brunner von der OBT AG über die Gesetzeslandschaft sowie die Geschäftsnachfolgesuche.

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«Wenn man alle Gesetze studieren wollte, so hätte man gar keine Zeit, sie zu übertreten», zitierte Norbert Hodel, Zentrumsleiter des Jung-Unternehmer-Zentrums (JUZ) in Wil, in seiner kurzen Begrüssung Johann Wolfgang Goethe. Und was damals seine Richtigkeit hatte, zeige sich heutzutage darin, dass sich rund ein Zehntel sämtlicher Gesetze laufend im Erneuerungs- beziehungsweise Reformprozess befindet, verdeutlichte Referent Christoph Brunner. Der Betriebsökonom und Treuhandexperte erklärte die aus seiner Sicht wichtigsten Neuerungen: Zwischen Aus- und Weiterbildungskosten werde nicht mehr unterschieden: Berufsorientierten Kosten könnten steuerlich in Abzug gebracht werden, dafür gebe es neu einen betragsmässigen Höchstwert.

Neben weiteren Themen kam auch die Unternehmenssteuer­reform III zur Sprache. Der Referent betonte, dass es bei einem Nein anlässlich der kurz bevorstehenden Volksabstimmung nicht beim Status quo bleibe. «In diesem Fall hätten wir schlicht keine Antwort auf den Verlust der Standortvorteile parat», sagte er. Die Tatsache, dass gemäss Statistik in den vergangenen fast drei Dekaden die Steuereinnahmen trotz sinkender Steueransätze überdurchschnittlich angestiegen sind, liess ihn letztlich zum Schluss kommen, dass es gemein sei, die eidgenössische Vorlage als Steuergeschenk zu bezeichnen, und dieser Ausdruck völlig fehl am Platz sei.

«Ausdauer, Team, Gelegenheit, Energie, Zeit und insbesondere ein gut funktionierendes Miteinander – das braucht es, um einen Geschäftsnachfolger zu finden», wusste Christoph Brunner. Bestimmung, Partnerprofile, Entwicklung einer Suchstrategie, notwendige Instrumente und Auslösung von Aktivitäten (Marktansprache) nannte er als zusätzliche Eckpfeiler. (pd)