«Wir wünschen uns einen Wechsel des Pfarrers für mehr Leben und Herzlichkeit»

Zum Kirchenstreit in Zuzwil

Helen und Iso Karrer, Zuzwil Vreni und Walter Brunner, Zuzwil Monika und Markus Wick, Zuzwil Irène und Stephan Brunner-Stadler, Zuzwil Nicole Buchmann, Zuzwil Elisabeth Karrer, Zuzwil Cécile und Othma
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Zum Kirchenstreit in Zuzwil

Wer über dieses Thema in dieser Zeitung gelesen hat, bekommt leider den Eindruck, dass wir in Zuzwil eine Kirchenverwaltung haben, die undifferenziert und unmenschlich handelt. Die ausgesprochenen Kündigungen an die Pfarreisekretärin und den Pfarrer sind in aller Munde und wurden auch mit aller Kraft durch den Pfarrer in die Öffentlichkeit getragen.

Wir finden, es ist an der Zeit, Stimmen von Kirchbürgern zu hören, die sich unabhängig von der Kirchenverwaltung und dem persönlichen Umfeld des Pfarrers äussern. In der öffentlichen Berichterstattung blieb bis jetzt unerwähnt, dass es bereits vor Jahren zu grossen Differenzen zwischen Kirchenverwaltung und Pfarrer kam, was damals zum Rücktritt des gesamten Kirchenverwaltungsrates führte. Dies geschah in der Hoffnung, dass es eine Chance für Pfarrer Simon Niederer werde, sich zu entwickeln und seine kirchlichen Aufgaben in Ruhe in Angriff nehmen zu können. Der nächste Eklat war jedoch die Kündigung des Pastoralassistenten und der Wegzug seiner ganzen Familie aus unserer Gemeinde wegen unüberbrückbarer Differenzen mit dem Pfarrer. Viele Familien und Einzelpersonen, welche sich in der Kirche engagierten, zogen sich zurück, besuchten Gottesdienste nicht mehr in unserer Pfarrei und waren enttäuscht, dass die Persönlichkeit des Pfarrers keine starken, fähigen Personen in seiner Umgebung zuliess. Dies führte dazu, dass das kirchliche Leben in den letzten Jahren nach und nach verkümmerte.

Das zunehmende Desinteresse vieler Leute an der Kirche ist gewiss nicht die alleinige Schuld des Pfarrers. Doch es wäre seine Aufgabe, Kirchbürgerinnen und Kirchbürger zu einem Engagement zu ermuntern und ihnen den nötigen Freiraum zu lassen, statt sie zu vergraulen. Für die gekündigte Pfarreisekretärin setzt sich Pfarrer Simon Niederer vehement ein – in der Seelsorge vermissen wir aber solchen Aktivismus.

Wir wünschen uns für unsere Pfarrei einen Wechsel des Pfarrers, damit wieder mehr Leben und Herzlichkeit in die Gottesdienste und das kirchliche Leben einkehren kann, in der Hoffnung, dass wieder vermehrt junge Leute und Familien den Weg in die Kirche finden und sich in unserer Kirchgemeinde engagieren wollen. Nach 20 Jahren Dienst in derselben Pfarrei sollte es doch auch im Sinne von Pfarrer Simon Niederer sein, einen Neuanfang zuzulassen.