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«Wir wollten einfach turnen»: Maria Häne und Elisabeth Bürge sind seit dem ersten Tag beim Turnverein Henau dabei

50 Jahre sind vergangen, seit initiative Frauen in Henau einen Turnverein gegründet haben. Von Anfang an dabei und heute noch aktiv: Maria Häne und Elisabeth Bürge.
Kathrin Meier-Gross
Seit der Gründung vor 50 Jahren dabei: Elisabeth Bürge (vorne links) und Maria Häne (rechts) im Kreise ihrer Mitturnerinnen. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Seit der Gründung vor 50 Jahren dabei: Elisabeth Bürge (vorne links) und Maria Häne (rechts) im Kreise ihrer Mitturnerinnen. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Sie hätten sich damals wohlgefühlt in ihrer Rolle als Mutter und Hausfrau, stimmen Maria Häne und Elisabeth Bürge überein. Dank dem Frauen- und Mütterverein hätten sie von vielen Weiterbildungen profitieren können. «Es gab Kurse im Gärtnern, Schneidern, Kochen, Backen und vielem mehr», sagen die zwei Damen und erinnern sich schmunzelnd an einzelne Episoden. Schon vor Jahrzehnten wurde etwa in den Kursen zum Recyceln aufgefordert.

Als 1967 dann ein Turnkurs angeboten wurde, sprengte die Nachfrage beinahe die Kapazität des kleinen Übungsraums im Untergeschoss des Kindergartens. Daraufhin schlossen sich einige Frauen zusammen und gründeten am 11. Februar 1969 den Frauenturnverein, der schon bald dem Schweizerischen Verband katholischer Turnerinnen SVKT beitrat.

Verein ist kontinuierlich gewachsen

«Wegen des kleinen Raums haben wir vorwiegend Freiübungen gemacht. Für Spiele war kein Platz», erzählt Maria Häne. «Zum Glück war bereits der Bau des Schulhauses Oberberg mit Turnhalle in Planung, denn unser Verein ist kontinuierlich gewachsen – genau wie das Dorf.» Anfänglich habe Lehrerin Schenk die Übungen vorgezeigt. Anschliessend hätten weitere Lehrerinnen diese Aufgabe übernommen, bis Frauen aus dem Verein die entsprechenden Kurse absolviert hätten.

Annemarie Griglio beispielsweise hatte von 1975 bis 2017 als Vorturnerin gewirkt. Rahel Hopfengärtner ist seit 26 Jahren Gymnastiklehrerin. Regula Flückiger turnte während 17 Jahren vor und war gleichzeitig 7 Jahre lang Präsidentin. «Marie-Louise Thomi, welche uns viele Jahre lang Übungen vorgezeigt hatte, leitete sogar noch nach ihrem Wechsel ins Altersheim Sonnmatt die Senioren im Altersturnen an», sagt Maria Häne. Einen grossen Unterschied zu heute gab es. Elisabeth Bürge beschreibt den damaligen Zeitgeist:

«Wir haben uns noch lange gesiezt. Das Hierarchiedenken hat sich bis in die späten 70er-Jahre gehalten.»

Gelegenheit für einen unbeschwerten Abend

Trotzdem, der Zusammenhalt war immer gross, die Gemeinschaft wichtig. «Dank der wöchentlichen Turnstunden waren wir in stetem Kontakt miteinander. Wir haben erfahren, wenn jemand krank war oder sonst etwas war», sagt Maria Häne.

«Einmal pro Monat sind wir nach dem Turnen ins Restaurant. Das hat die Gemeinschaft ebenfalls gefestigt.»

In guter Erinnerung sind den beiden Damen die OL-Anlässe, bei denen man einiges über das Dorf herausfinden musste, sowie die Fasnachtsanlässe.

Mittlerweile turnen die zwei Damen in der Gruppe 65 plus. «Ich kann fast nicht glauben, dass schon 50 Jahre vorüber sind», wundert sich Maria Häne, die drei Kinder grossgezogen und sich einen Namen als Sopranistin gemacht hat. «Es tut uns immer leid, wenn eine Frau aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ins Turnen kommen kann. Das Turnen verbindet uns noch mehr als die Mitgliedschaft im Frauenverein. Zumal man sich mangels Einkaufsmöglichkeiten kaum noch im Dorf trifft.» Freude zeigen die beiden Gründungsmitglieder jeweils über Anlässe wie die Hauptversammlung, die Adventsfeier oder den Grillabend, wo sich alle Frauen aus den drei Gruppen treffen.

Gelegenheit für einen unbeschwerten Abend

In den vergangenen 50 Jahren hat sich einiges geändert. Der Verein ist aus dem SVKT ausgetreten und nennt sich nun Fit & Fun. Er besteht aus drei Turngruppen plus dem Muki- und dem Kinderturnen. Früher war die Mitgliedschaft in einem Verein die Gelegenheit für Frauen, einen unbeschwerten Abend zu geniessen. «Unsere Männer waren froh, dass wir einen Abend ausser Haus waren», sagt Maria Häne schmunzelnd.

Heute ist das Freizeitangebot sehr viel breiter geworden und die Menschen möchten kaum noch Aufgaben in einem Verein übernehmen. Maria Häne und Elisabeth Bürge legen aber ein leidenschaftliches Plädoyer für ihren Turnverein ab: «Wir haben es schön zusammen. Wer von den 65-plus-Turnerinnen ‹zwäg› ist, kommt. Wir machen immer gute Übungen, die wir manchmal noch tagelang in den Muskeln spüren. Die mit Musik untermalte Gymnastik stärkt zudem das Gleichgewicht und das Gedächtnis.»

Die beiden Gründungsmitglieder freuen sich nun auf die
Jubiläums-HV diesen Freitag, 22. März, im Pfarreiheim, bei der es einen Rückblick auf ein halbes Jahrhundert Frauenturnverein geben wird.

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