«Wir wollen uns für das schnelle Out revanchieren» – Yannick Stiefel, Stürmer des EC Wil, zum Playoffstart gegen Bellinzona

Für den EC Wil beginnt am Dienstagabend das Playoff. Das 1.-Liga-Team trifft im Viertelfinal wie im Vorjahr auf Bellinzona. Damals schieden die Wiler sang- und klanglos aus. Der 23-jährige Yannick Stiefel erklärt, was es für die Revanche braucht.

Tim Frei
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Yannick Stiefel (schwarz-weiss) bestritt im Cup gegen Dübendorf wegen einer Adduktorenverletzung erst sein sechstes Saisonspiel.

Yannick Stiefel (schwarz-weiss) bestritt im Cup gegen Dübendorf wegen einer Adduktorenverletzung erst sein sechstes Saisonspiel.

Benjamin Manser

Es ist der stärkste Gegner, den die Wiler erwischen konnten. Die GDT Bellinzona gehört zu jenen Teams, die den Aufstieg in die überregionale Amateurliga seit Jahren anpeilen. Die Tessiner stellen eine gut eingespielte Mannschaft, die vom früheren NLA-Spieler Vitaly Lakhmatov angeführt wird.

Yannick Stiefel, Stürmer des EC Wil.

Yannick Stiefel, Stürmer des EC Wil.

PD

Spätestens vergangene Saison wurde die Stärke des Ligakonkurrenten auch den Spielern des EC Wil bewusst: Im Playoff-Viertelfinal gegen Bellinzona schieden die Wiler nach einer vielversprechenden Qualifikation sang- und klanglos mit 0:3 aus. «Wir wollen uns für das schnelle Out revanchieren», sagt Stürmer Yannick Stiefel, der wegen eines Teilabrisses an den Adduktoren erst sechs Spiele in dieser Saison bestritten hat.

Wil hat die besten Skorer der Liga

Die Vorzeichen sind nun aber ganz andere. Bellinzona kann nicht mehr auf die zwei Skorer Danny Masa und Thomas Schena zählen. Zusammen mit Lakhmatov hatten sie Wil vor einem Jahr fast im Alleingang bezwungen.

Ein gewohntes Bild: Elia Mettler (im Vordergrund) und Andreas Ambühl jubeln im Dress des EC Wil.

Ein gewohntes Bild: Elia Mettler (im Vordergrund) und Andreas Ambühl jubeln im Dress des EC Wil.

Benjamin Manser

Diese Saison sind es die Wiler, die mit Andreas Ambühl und Elia Mettler über die zwei besten Skorer der Liga verfügen. Das Playoff wird zwar nicht von Einzelspielern entschieden, aber es ist gewiss kein Nachteil, zwei solch produktive Skorer im Team zu haben.

Heimvorteil als  «grosses Plus»

Ein weiterer Vorteil ist die Heimstärke. Die Wiler sind diese Saison das beste Heimteam der 1. Liga Ost, in 13 Partien haben sie zu Hause nur zwei Punkte abgegeben.

Im Playoff sollte das Heimrecht zwar nicht überschätzt werden, doch wenn man Wils Auftritte im Bergholz analysiert, ist das sicher ein Trumpf. Stiefel sieht es ähnlich: «Es ist ein grosses Plus, den Heimvorteil zu haben.»

Die Direktbilanz spricht für Bellinzona

Es gibt dennoch auch Gründe, die für ein Weiterkommen Bellinzonas sprechen. Die Tessiner liegen in dieser Saison in der Direktbilanz mit 2:1-Siegen vorne. Im letzten Heimspiel deklassierten sie die Wiler gar mit 8:2. Seit Herbst 2018 ist die Bilanz aus Wiler Sicht gar noch schlechter – 1:7. Dazu sagt der 23-jährige Stiefel:

«Die Vergangenheit interessiert uns nicht. Im Playoff beginnt es von Neuem und es zählt nur der Sieg.»

Das erste Spiel werde aber entscheidend. «Wir müssen clever spielen, unsere Schnelligkeit ausnützen und Bellinzona mit hartem aber fairem Eishockey aus dem Konzept bringen.»

Wie verkraftet Wil die verpasste Cup-Sensation?

Bellinzona hat sich nach einem verhaltenen Saisonstart sukzessive gesteigert. In der Masterrunde waren die Tessiner gar das zweitbeste Team. Wil begeisterte derweil sein Heimpublikum bei der unglücklichen 6:7-Niederlage im Cupspiel gegen Dübendorf.

Die Wiler bejubeln den erstmaligen Führungstreffer durch Levin Schneider.
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 Wils Matteo Torino streckt sich zum Puck. Der Stürmer erzielte das 5:2.
Andreas Ambühl lässt sich nach seinem Treffer zum 4:2 feiern. Später gelingt ihm gar noch das 6:2.
Zu Beginn des Schlussdrittels können die Wiler innert 103 Sekunden drei Mal jubeln – zur Sensation reicht es dennoch nicht.
Elia Mettler bewies beim Ausgleich zum 2:2, dass er ohne Probleme eine Liga höher spielen könnte.

Die Wiler bejubeln den erstmaligen Führungstreffer durch Levin Schneider.

Benjamin Manser

Der Traum von der erstmaligen Cup-Teilnahme geht weiter

Der EC Wil hat das entscheidende Qualifikationsspiel für den Schweizer Cup 2020/21 gegen den höherklassigen EHC Dübendorf nach 6:2-Vorsprung noch mit 6:7 nach Verlängerung verloren. Stürmer Yannick Stiefel sah trotzdem viel Positives: «Wir können viel fürs Playoff mitnehmen – zum Beispiel das einfache Spiel und das Auftreten als Team.» Ganz gelaufen ist die Wiler Cup-Teilnahme aber noch nicht. Am Mittwoch wird der letzte Teilnehmer aus dem Amateurhockey ausgelost. (tm)

Entscheidend dürfte wohl sein, wie die Wiler Spieler es verkraften werden, die Sensation knapp verpasst zu haben. Knüpfen sie an die Leistung der Partie gegen Dübendorf an, müssen sie sich allerdings vor keinem Gegner verstecken.

Der EC Wil trifft am Dienstagabend um 20.15 Uhr in der Eishalle Bergholz auf Bellinzona. Die «Wiler Zeitung» berichtet auf tagblatt.ch über das Spiel.

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