«Wir wollen keine Rennstrecke»

Der Radweg von Henau nach Niederstetten und die Erneuerung des Lindenplatzes standen im Zentrum der Budgetbesprechung der Uzwiler Freisinnigen. Der Radweg müsse jetzt realisiert werden, wurde betont, sonst werde dieses Thema mit grosser Wahrscheinlichkeit ad acta gelegt.

Philipp Stutz
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Werner Walser (Mitte) erläutert die Vorlage zur Neugestaltung des Lindenplatzes. (Bild: stu.)

Werner Walser (Mitte) erläutert die Vorlage zur Neugestaltung des Lindenplatzes. (Bild: stu.)

UZWIL. «Es ist nicht zeitgemäss, dass Schulkinder auf einer Rennstrecke Velo fahren», sagte Ralph Wyss, Präsident der FDP, am mässig besuchten informellen Treffen im Hotel Uzwil. Der Vorstand sei der Meinung, das Thema Radweg dürfe nicht fallengelassen werden. Und deshalb seien an der Bürgerversammlung vom 28. November alle Varianten zu unterstützen.

Optische Bremse

«Es geht um den Radweg und nicht um die Strassenbreite», stellte Gemeindepräsident Werner Walser klar. Zehn Ausweichstellen sind geplant. Und der Gemeinderat vertritt die Ansicht, auf diesen Massnahmen zu beharren. Die Strasse dürfe nicht zum Rasen verleiten. Zwei Personenwagen können bei Realisierung des vorliegenden Projekts problemlos kreuzen, bei PW und Lastwagen ist dies mit reduziertem Tempo möglich. Und wenn sich zwei Lastwagen kreuzen, müssen sie die Ausweichstellen nutzen. Diese seien auch als «optische Bremse» zu verstehen, sagte Walser.

Der Gemeinderat hat mit den Einwohnern Niederstettens über das Vorhaben diskutiert. «Der Verkehr auf dieser Strasse darf nicht attraktiver gemacht werden», lautete der Grundtenor. Sei doch der Anteil an Lastwagen schon heute hoch. Trotz Einschränkungen wird die Strasse vom Schwerverkehr aus dem Gebiet Schwarzenbach – Camion Transport AG und später Aldi-Verteilzentrum – wenn auch in reduziertem Mass genutzt. GPS lässt grüssen! «Bauen wir hier eine komfortable Achse, wird gefahren auf Teufel komm raus!», befürchtete Walser. Der Gemeindepräsident sprach sich für die Variante mit den Ausweichstellen und gegen eine Verbreiterung der Strasse aus. «Wir wollen keine Autobahn»!, betonte Walser. Werde das Vorhaben wie vor zwei Jahren nochmals abgelehnt, sei es wohl endgültig vom Tisch.

Aufwertung des Zentrums

«Die Erneuerung des Lindenplatzes trägt zur Aufwertung des Uzwiler Zentrums bei», fuhr Walser fort. Zudem verbessere der geplante Kreisel die Verkehrsflüsse. Der Gemeindepräsident erhofft sich eine deutliche Zustimmung zu diesem Vorhaben. Werde der Kredit in Höhe von 1,4 Millionen Franken abgelehnt, sei auch die Zentrumsgestaltung in Frage gestellt.

Auf labiler Basis

In der Insiderrunde der Freisinnigen wurden weitere Themen angesprochen. So schliesst das Budget 2012 ausgeglichen, und dies bei einem Aufwand von knapp 56 Millionen Franken. «Die Finanzlage bleibt angespannt und schwierig, und dies mit Blick auf die Jahre 2012 bis 2014», sagte Walser, der den Voranschlag letztmals im Kreise seiner Partei präsentierte, und fügte hinzu: «Wir leben auf labiler Basis und können die wirtschaftliche Entwicklung nur schwer abschätzen.» Das Problem: In den kommenden Jahren wird mehr investiert als abgeschrieben. Deshalb gelte es die finanzielle Situation gut im Auge zu behalten, um sich nicht in eine Verschuldung hineinzumanövrieren. In Sorge um den stabilen Haushalt sind laut Walser die Investitionen aufs Notwendige zu beschränken: «Von der Werterhaltung losgelöste Aktionen sind schwierig.»