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«Wir werden klar über Budget sein»: «Ball im Savoy» der Operette Sirnach ist zu Ende

Am Samstag fiel beim «Ball im Savoy» der Operette Sirnach der letzte Vorhang. Die turbulente Verwechslungskomödie lockte 10000 Besucher an. Weniger als erhofft, aber mehr als benötigt. Alles in allem zeigt sich Präsident Otto Noger «sehr zufrieden».
Christof Lampart
Nach 25 Vorstellungen: Der «Ball im Savoy» ist verklungen, die Erinnerungen leben in den Herzen und Köpfen weiter. Bilder: Franco Baumgartner

Nach 25 Vorstellungen: Der «Ball im Savoy» ist verklungen, die Erinnerungen leben in den Herzen und Köpfen weiter. Bilder: Franco Baumgartner

Die vergangenen Monate waren intensiv für das aus rund 200 Personen umfassende Team der Operette Sirnach. Präsident Otto Noger fasst das Erlebte für sich selbst mit den Worten zusammen: «Man war immer emotional voll bei der Sache, hat sich gefreut, war mal traurig und dann wieder erleichtert; es war ein Wechselbad der Gefühle, bei dem am Ende vor allem Wehmut mitschwingt.» Häufig folgen auf eine solch intensive Zeit der Gemeinsamkeit Momente der Leere und Einsamkeit. Das kennt man auch in Sirnach. «Gestern waren alle noch zusammen auf und hinter der Bühne aktiv – und nun ist alles auf einmal fertig, jeder geht wieder seine eigenen Wege», sagt Otto Noger. «Das ist schon sehr speziell bei einer so grossen Produktion, wie sie die Operette Sirnach alle drei Jahre bietet.»

Der neue Dirigent erweist sich als Glücksgriff

Künstlerisch seien alle voll auf ihre Kosten gekommen. «Die Publikumsreaktionen zeigten uns, dass wir mit der Stückauswahl richtig lagen. Und das Ensemble harmonierte hervorragend; ich habe selten so einen grossen Zusammenhalt erlebt», bilanziert Noger. Tatsächlich: Wer einer «Ball im Savoy»-Aufführung beiwohnte, konnte leicht feststellen, dass die von Paul Abraham komponierte, mitreissende Mischung aus Jazz, Blues und wienerischem Schmelz bestens dazu geeignet ist, das Publikum zu begeistern. Auch der neue musikalische Leiter der Operette Sirnach, Andreas Signer, entpuppte sich als Glücksgriff. «Er hat seine Sache sehr gut gemacht, war sehr engagiert und ist mit der Arbeit gewachsen», freut sich Noger.

Die gebürtige Wienerin Petra Halper König brillierte als Madeleine sowohl gesanglich als auch schauspielerisch auf der Sirnacher Bühne.

Die gebürtige Wienerin Petra Halper König brillierte als Madeleine sowohl gesanglich als auch schauspielerisch auf der Sirnacher Bühne.

Auch mit den Solistinnen und Solisten habe man durchwegs richtig gelegen. Dass einmal eine Sängerin erkrankte, sei zwar schade gewesen, lasse sich nun aber mal nicht verhindern. Ansonsten sei fast alles «sehr gut verlaufen», so Noger zufrieden. Wo es «gern es bitzeli meh» hätte sein dürfen, verhehlt Noger indessen nicht: «Bei den Zuschauern haben wir eigentlich mit mehr gerechnet. Wir erreichen mit ‹Ball im Savoy› nicht ganz die Zahlen der Vorgängerproduktion ‹Maske in Blau›, aber wir kommen auf 10000 Besucherinnen und Besucher, womit wir klar über dem Budget sein werden», sagt Noger. Enttäuscht ist er deswegen nicht – das verbietet Nogers realistischer Blick auf die aktuelle Kulturszene.

«Es braucht eben auch ein bisschen Demut. Mittlerweile wird aus jedem Thema ein Musical gemacht, und das kulturelle Angebot ist so gross, dass es nicht mehr selbstverständlich ist, dass die Leute zu uns kommen, wie das früher noch der Fall war.»

Otto Noger, Präsident Operette Sirnach

Otto Noger, Präsident Operette Sirnach

Kommt hinzu, dass sich die Leute heute immer kurzfristiger für einen Theaterbesuch entscheiden. «Wir sind nach wie vor eines der grössten Kulturprojekte im Thurgau, aber auch eines von vielen», sagt Otto Noger.

«Es ist wie eine legale Sucht», gesteht Otto Noger

Wie bei vielem gilt auch hier: Nach der Operette ist vor der Operette. «Für uns als Verein gibt es keine grosse Pause. Bis zum Juni arbeitet der Vorstand noch am Abschluss, und bis Ende 2019 legen wir das neue Stück fest. Dann fängt bereits die Suche nach dem Regisseur und dem musikalischen Leiter an und es werden die ersten Plakatentwürfe angefertigt – so geht es dann eigentlich ständig irgendwie weiter», erklärt Noger.

Wird ein solches Pensum einem nicht irgendwann einfach zu viel? «Nein, das ist bei mir irgendwie wie eine legale Sucht. Und solange meine Frau und meine Tochter dahinterstehen und mir den Rücken frei halten, lässt sich das gut mit meinen übrigen Tätigkeiten vereinbaren», sagt Noger. «Mir tut die Musik einfach in der Seele gut. Es ist eine positive Energie, die einen antreibt. Und solange dies bei mir so sein wird, werde ich wohl weitermachen».

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