«Wir sind Kinder einer Welt»

42 Erstklässlerinnen und Erstklässler des Schulhauses Kirchstrasse Niederuzwil haben mit ihren Lehrerinnen ein farbenfrohes Fest der Nationen gestaltet – mit der Unterstützung ihrer Eltern.

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Die 42 Schülerinnen und Schüler mit ihren Landesfähnchen bilden eine echte Gemeinschaft. (Bilder: zVg)

Die 42 Schülerinnen und Schüler mit ihren Landesfähnchen bilden eine echte Gemeinschaft. (Bilder: zVg)

GEMEINDE UZWIL. Sie kommen aus 17 Nationen, die 42 Erstklässler der Klassen von Rita Hobi und Corinne Pargätzi. Die Lehrerinnen haben deshalb einen Anlass organisiert. Die Kinder zeigten ihre Herkunft, die Eltern warteten mit nationalen kulinarischen Spezialitäten auf.

Unbeschwert

Erwachsene akzeptieren Fremdes oft nicht so leicht. «Kinder gehen unbekümmert und offen aufeinander zu», sagt Klassenlehrerin Rita Hobi. «Nationalität, Hautfarbe, Sprache und Religion spielen keine Rolle. Und wenn es ein Problem gibt, ist der Grund meist ein Vorurteil aus der Erwachsenenwelt.»

Eltern in der Pflicht

Rita Hobi nutzte deshalb mit ihrer Kollegin Corinne Pargätzi die Chance: Beide haben im Unterricht die Qualitäten, kulturellen Eigenheiten und Schönheiten der Herkunftsländer der Schüler thematisiert. Und sie haben die Eltern einbezogen. Diese präsentierten am Fest eine Besonderheit ihres Landes. Das Resultat war vielfältig und farbenprächtig. Nicht wenige Familien erschienen selbstbewusst in der Tracht ihres Landes. Sie brachten selber zubereitete typische Gerichte und Spezialitäten mit. Beim Geniessen der Köstlichkeiten gab es Kontakt über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg.

Gemeinschaft aus 17 Nationen

Die Kinder begrüssten die Eltern zu Beginn in allen Sprachen. Jedes Kind stellte sich in einem Videofilm vor und nannte etwas, was ihm wichtig ist. Dass bei den Schweizer Kindern Rösti, Fondue, Raclette und Schokolade beliebt sind, war wenig überraschend. Umso mehr erstaunte, was aus den anderen Nationen, darunter Italien, Griechenland, Deutschland, Kosovo, Dänemark, Mazedonien, Türkei, Brasilien, Kroatien, Montenegro, USA, Tunesien, Kongo, Eritrea und Thailand, kam. Mit Inbrunst sangen alle zusammen «Wir sind Kinder einer Welt».

Mit ihren Liedern und Darbietungen brachten die Kinder zum Ausdruck, dass sie als Klasse eine Gemeinschaft bilden und die Zusammengehörigkeit pflegen. Ebenso machten sie deutlich, wie sehr sie auf ihr Herkunftsland und dessen Kultur stolz sind. Damit sind sie auf gutem Wege, Gottfried Kellers Devise nachzuleben: «Achte eines jeden Menschen Vaterland, das deinige liebe!»

Erfolgsfaktor

Das Fest knüpft an einen Erfolgsfaktor von Uzwil an. Ein solcher ist seit jeher die Internationalität. Die Uzwiler hatten schon früh den Mut und den Willen, in die Welt hinauszugehen, neue Märkte, neue Welten zu erkunden. Das wird in Zukunft noch wichtiger. Moderne Kommunikationsmittel lösen Grenzen weiter auf. Weltoffenheit ist eine Frage der Haltung. Sie zeigt sich, wie man auf Menschen zugeht. Das braucht positive Erlebnisse, beispielsweise solche. (gk) ?

Eine Familie aus Tunesien kam mit ihren drei Töchtern. (Bild: Picasa)

Eine Familie aus Tunesien kam mit ihren drei Töchtern. (Bild: Picasa)

Die beiden Lehrerinnen Rita Hobi und Corinne Pargätzi.

Die beiden Lehrerinnen Rita Hobi und Corinne Pargätzi.

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