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«Wir schalteten die Polizei ein»: Eine Hofbetreiberin in Oberbüren hat genug von den Gemüsedieben

Die Vorfälle der Gemüse-Langfinger häuften sich – bis Marlene Jung, Mitbesitzerin eines familiengeführten Hofes in Oberbüren, entschieden hat, den Riegel vorzuschieben und die Polizei einzuschalten.
Annina Quast
Mit einer Tafel warnen Gemüsebauern im Sonnental potenzielle Diebe. (Bild: Philipp Stutz)

Mit einer Tafel warnen Gemüsebauern im Sonnental potenzielle Diebe. (Bild: Philipp Stutz)

Der ausgiebige Regen kommt dem Hof in Sonnental an der Thur gelegen: Nebst der Erntebewässerung haben die Hofbetreiber mit weniger Gemüsedieben zu kämpfen. Diese haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Seit Hofmitbetreiberin Marlene Jung ein Warnschild aufgestellt hat, hat sich die Situation zwar gebessert, trotzdem ist der Unmut noch gross. Immer häufiger wurden einzelne Salate und Kohlrabis oder sogar ganze Plastiksäcke voll Gemüse gefüllt und geklaut.

«Wir schalteten die Polizei ein»

«Wenn ein paar Kinder Kirschen mitnehmen, stört mich das nicht wirklich. So etwas gehört dazu. Gross etwas gestohlen wurde bei uns noch nie», sagt der Leiter der Betriebsgemeinschaft Brägger aus Lenggenwil. Ganz anders sieht die Situation aber auf dem Hof von Marlene und Martin Jung aus. «Es wurden nun schon mehrmals Gemüse im Wert von 25 Franken geklaut. Wenn dies dreimal die Woche passiert, ist es ein grosser finanzieller Verlust.» Es sei aber schwierig zu sagen, wie viel Gemüse jeweils wegkommt, man merke es häufig nur an abgeschnittenen Kohlrabiblättern am Feldrand. Aber nicht nur reifes Gemüse wird von dem Hof in Oberbüren mitgenommen; auch Setzlinge und Erde verschwinden regelmässig von den Feldern.

Nachdem die Vorfälle in letzter Zeit immer häufiger wurden, entschied Marlene Jung, etwas dagegen zu unternehmen. «Wir schalteten die Polizei ein. Auch sie konnte es kaum glauben, dass es Leute gibt, die gezielt Gemüse von Feldern klauen. Dies auch häufig in der Nacht», erklärt Marlene Jung. Die Polizei werde künftig in diesem Gebiet öfters Kontrolle fahren. Zusätzlich installierte man gemeinsam ein Warnschild, welches sich bis jetzt bewährt hat.

Der Kofferraum gefüllt mit Äpfeln

Auch Lorenz Egli aus Rossrüti hatte schon mit Langfingern zu kämpfen. Bei ihm seien die Äpfel die heiss begehrte Ware. «Es ist schwierig, etwas dagegen zu unternehmen. Wir haben nun einen Hund, das hilft bereits», sagt Lorenz Egli. «Man kann nur hoffen, dass die Diebe ordentlich Bauchweh von den Äpfeln kriegen. Bei einem Bekannten ist man sogar nachts mit dem Auto auf den Hof gefahren und hat den Kofferraum mit Äpfeln gefüllt.»

Marlene Jung stört vor allem das respektlose Verhalten der Diebe. «Auch wenn finanziell schwer zu sagen ist, wie gross der Verlust ist: Dass meine Arbeit nicht respektiert wird und dass einige das Gefühl haben, man dürfe sich einfach bedienen, beschäftigt mich schon.» Der Hof wird von dem Ehepaar Jung und Marlene Jungs Schwiegereltern geführt. Martin Jung arbeitet zusätzlich noch ausserhalb in vollem Pensum. «Von jetzt an informieren wir bei jedem Vorfall sofort die Polizei.»

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