«Wir müssen Vorbild sein»

Lütisburg versammelte sich im Mehrzweckgebäude: Für Gesprächsstoff an der Bürgerversammlung sorgte nicht nur das Budget 2013. Wie an der Vorversammlung bewegten auch der öV, eine mögliche Fusion und ein Fussgängerstreifen.

Benjamin Pelzmann
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Mit Xylophon, Gesang und Flöte leiteten die Musikschülerinnen und Musikschüler die Versammlung ein. (Bilder: bp.)

Mit Xylophon, Gesang und Flöte leiteten die Musikschülerinnen und Musikschüler die Versammlung ein. (Bilder: bp.)

LÜTISBURG. «Guten Abend, wir sind noch fit», sangen die Musikschülerinnen und Musikschüler zur Eröffnung. Und das schienen auch die Bürgerinnen und Bürger zu sein: Die Bürgerversammlung im Mehrzweckgebäude war gut besucht und von lebhaften Voten gezeichnet. Neben Rechnung und Budget standen auch Themen an, die bereits an der Vorversammlung vom 12. März für Gesprächsstoff gesorgt hatten: öffentlicher Verkehr, Finanzplanung und Gedanken zur Fusion. Auch das Thema «Fussgängerstreifen Neudorf» kam wieder zur Sprache.

Die Jugend schützen

Schulpräsident Josef Rütsche stellte seinen Bericht unter ein Zitat von John F. Kennedy: «Es gibt nur eins, was auf die Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung.» Rütsche betonte den hohen Wert der Jugend und deren Schutz. «Deshalb ist es sehr wichtig, dass wir am Thema <Fussgängerstreifen Neudorf> dranbleiben.» Die geplante Signalisation (zweiseitig 19 Meter farbiger Bodenbelag) soll noch im Frühling realisiert werden. Einige Bürger äusserten Unverständnis zur Haltung des Kantons, keinen Fussgängerstreifen mehr anbringen zu wollen. Ein Votant appellierte an die Verantwortung der Erwachsenen. «Wir müssen Vorbild sein und auch einmal etwas langsamer fahren.» Rütsche sagte daraufhin, dass die Erziehung von Erwachsenen oft schwieriger sei als diejenige von Kindern. Jahresrechnung und Voranschlag der Primarschulgemeinde wurden ohne Gegenstimme genehmigt.

Fusion nicht verschlafen

Gemeindepräsidentin Imelda Stadler sprach darüber, wie es mit dem öV in der Gemeinde weitergeht. Dem Gemeinderat und der IG Lütisburg Mobil wurde in mehreren Voten aus der Bürgerschaft gedankt. Obwohl Rechnung und Voranschlag der politischen Gemeinde auch ohne Gegenstimme angenommen wurden: Einige Fragen warfen sie auf. Ein Votant fragte beispielsweise, wie viele Einwohner Lütisburg brauchte, um kein strukturelles Defizit mehr aufzuweisen. «Mehr Einwohner heisst nicht immer mehr Einnahmen. Dis Situation ist komplexer», erklärte Imelda Stadler. Ein anderer Votant schlug zur finanziellen Entlastung eine Fusion vor. Die Gemeindepräsidentin verwies auf die laufenden Abklärungen dazu. Zurzeit sei eine Fusion nicht im Gespräch, man warte aber wachsam ab: «Nichts überstürzen, aber auch nichts verschlafen», sagte Imelda Stadler. Dank dem budgetierten Verkauf der Dorfwiese wächst das Eigenkapital der Gemeinde im 2013 voraussichtlich auf gut 5,4 Mio. Franken an. Danach nimmt es wohl wieder ab.

Ein Votant beschwerte sich, wie die Gemeinderatswahlen abliefen und dass Thomas Felber als ehemaliger Gemeinderat nun in der Baukommission Einsitz habe. Andere entgegneten, dass man sich auf die Sache konzentrieren und einander mit Respekt behandeln solle, sonst wolle sich niemand mehr für Lütisburg engagieren. Diese Voten ernteten viel Applaus.

Josef Rütsche, Schulpräsident

Josef Rütsche, Schulpräsident

Imelda Stadler, Gemeindepräsidentin

Imelda Stadler, Gemeindepräsidentin

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