«Wir haben es zu spät gemerkt»

Der Ende September zurücktretende CEO der Raiffeisengruppe, Pierin Vincenz, sprach am Montag am 8. Flawiler Wirtschaftsforum zum Thema «Management in Krisenzeiten». Dabei kritisierte er auch die Banken.

Hans Suter
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Wirtschaft und Politik hautnah: Raiffeisen-CEO Pierin Vincenz (links) und Gemeindepräsident Elmar Metzger am Flawiler Wirtschaftsforum. (Bilder: Hans Suter)

Wirtschaft und Politik hautnah: Raiffeisen-CEO Pierin Vincenz (links) und Gemeindepräsident Elmar Metzger am Flawiler Wirtschaftsforum. (Bilder: Hans Suter)

FLAWIL. Die Welt verändert sich. Schneller, heftiger, vieles wird unübersichtlicher. Wer den Umbruch nicht rechtzeitig erkenne und handle, werde abgestraft. «Kuoni hat es verpasst, sich zu verändern», sagte Pierin Vincenz. «Die Folge ist, dass das Kerngeschäft verkauft wird.» Nicht weniger kritisch ging er mit den Banken ins Gericht. Diese hätten sich an Schwarzgeld «dumm und dämlich verdient». Doch die Welt habe sich verändert, Steuerhinterziehung und -betrug seien keine Kavaliersdelikte mehr. «Wir haben es nur zu spät gemerkt und sind in den Hammer gelaufen», sagte Vincenz. Das Resultat sehe man an den Vergleichszahlungen.

Sympathie und Vertrauen

Wer für den Umbruch bereit sei, bedürfe gleichwohl der Stabilität, sagte Vincenz weiter. «Wir wollen weiter wachsen, das ist die Prämisse. Und Vertrauen ist die Basis.» Dabei verwies Vincenz auf die UBS. Deren Werbung sei gänzlich auf die Sympathie-Gewinnung ausgerichtet. «Dass die UBS kompetent ist, weiss man. Das braucht man nicht zu bewerben.» Es brauche aber auch eine Marke, die verbinde.

Den Weg in die Zukunft gehen

Unabdingbar ist für Vincenz der Wille zur Transformation, die Antizipation neuer Bedingungen. Als wichtige Treiber nennt er das Erkennen von Chancen, das Erweitern der Kompetenzen, das Formen von Clustern, schnelles Entscheiden, das Schaffen einer Innovationskultur und das Festhalten an einer Idee.

Nach dem Referat mischte sich Pierin Vincenz beim Apéro unter die Besucher und stellte sich ihren persönlichen Fragen.

Nach dem Referat mischte sich Pierin Vincenz beim Apéro unter die Besucher und stellte sich ihren persönlichen Fragen.

Von Unternehmer zu Unternehmer: Flawa-Chef Nicolas Härtsch (links) im Gespräch mit Pierin Vincenz.

Von Unternehmer zu Unternehmer: Flawa-Chef Nicolas Härtsch (links) im Gespräch mit Pierin Vincenz.