«Wir arbeiten noch 30 Jahre hier»

Hinterthurgauer KMU und ihre Produkte (5): Das Familienunternehmen Breitenmoser & Keller AG produziert Handtuchradiatoren und vertreibt diese in der ganzen Schweiz und dem nahen Ausland. Die Konkurrenz ist gross.

Simon Dudle
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Brüder an der Spitze: Ralph (links) und Markus Breitenmoser führen seit einem Jahr das Familienunternehmen.

Brüder an der Spitze: Ralph (links) und Markus Breitenmoser führen seit einem Jahr das Familienunternehmen.

MÜNCHWILEN. In den vergangenen Jahren kamen die Handtuchradiatoren immer mehr auf – in immer anderen Formen sowie neuer Gestalt. Sie sorgen im Hotel oder in den eigenen vier Wänden dafür, dass am Morgen das Badetuch nicht mehr feucht ist. Wenn es um die Beschaffung eines solchen Geräts geht, gibt es in der Schweiz hauptsächlich vier Adressen: Arbonia, Zehner, Borer und Breitenmoser & Keller in Münchwilen, die man auch unter der Abkürzung Bremo kennt. Selbstbewusst sagt Geschäftsführer Ralph Siegenthaler: «Wenn es in der Deutschschweiz darum geht, möglichst schnell, also in zwei bis drei Tagen, einen Heizkörper zu bekommen, dann werden wir in den meisten Fällen zuerst genannt.»

Mehrere tausend Radiatoren

Die Handtuchradiatoren gehören denn auch zu den bekanntesten Produkten des Hinterthurgauer KMU. Diese gibt es seit den frühen 1990er-Jahren, und in fast schon regelmässigen Abständen kommen neue Modelle hinzu. Laut Ralph Siegenthaler ist – obwohl schon seit 1999 auf dem Markt – der herkömmliche «Gera» nach wie vor einer der beliebtesten, da das Preis-Leistungs-Verhältnis stimme. Für ein solches Gerät sind zwischen 800 und 1500 Franken aufzuwenden. Der Geschäftsführer hat aber auch einen Trend hin zu Design-Heizkörpern festgestellt. Darum verkauft die Breitenmoser & Keller AG seit dem Jahr 2009 auch ein Gerät namens Selva, das seitlich offen ist und im Design-Bereich eingesetzt wird.

Wie viele solche Heizkörper das Unternehmen pro Jahr absetzt, kann Siegenthaler spontan nicht genau sagen. «Es sind mehrere tausend», schätzt er. Darin eingerechnet sind nicht nur die Handtuchradiatoren, sondern auch alle anderen Heizkörper. Obwohl in neuen Häusern mehrheitlich Bodenheizungen bezogen werden, ist man in Münchwilen überzeugt, dass es auch in diesem Segment künftig genug Anfragen geben wird. «Es gibt viele ältere Gebäude, in denen die Heizung immer mal wieder ausgewechselt werden muss. Da wird es uns auch in Zukunft brauchen.»

Münchwilen, Wil, St. Moritz

Die Bremo-Heizkörper sind hauptsächlich in der Deutschschweiz zu finden, unter anderem im Gebäude der Stadler Rail in Bussnang, der Kantonsschule in Wil, dem Alterszentrum Tannzapfenland in Münchwilen oder Hotels in St. Moritz und Zermatt. Auch ins Ausland exportiert das Unternehmen Heizkörper, jedoch nur in kleinem Rahmen. «Wegen des starken Frankens ist es für uns derzeit nicht interessant, mehr zu exportieren», sagt der Geschäftsführer.

Dafür will man das Engagement in der Schweiz noch verstärken und Nischenplätze besetzen. Schon jetzt werden 85 Prozent der Produkte im Inland abgesetzt. Dies passt gut in die Strategie, die das Unternehmen verfolgt. Gut spürbar ist nämlich die Verbundenheit mit der Schweiz und dem Hinterthurgau. «Wir stehen fest zum attraktiven Standort Münchwilen. Man ist schnell auf der Autobahn und auch in der ganzen Schweiz. Wir arbeiten sicher nochmals 30 Jahre hier», sagt Ralph Siegenthaler mit Blick zu seinem nickenden Bruder Markus Siegenthaler, dem Betriebsleiter.

«Alles ist hektischer geworden»

In einer Zeit, in der alles von der Wirtschaftskrise spricht, haben auch die Brüder Siegenthaler Veränderungen festgestellt. «Auch wir spüren die Krise. Da wir kaum vom Export abhängig sind, hält sich das Problem aber in Grenzen. Es ist einfach alles viel hektischer geworden. Man muss mehr dafür tun, um dort zu bleiben, wo man ein Jahr zuvor war. Wir bewegen uns in einem stagnierenden Bereich», sagt Ralph Siegenthaler.

Mehrere tausend Heizkörper werden an der Werkstrasse 2 in Münchwilen jedes Jahr geschweisst. (Bilder: Nana do Carmo)

Mehrere tausend Heizkörper werden an der Werkstrasse 2 in Münchwilen jedes Jahr geschweisst. (Bilder: Nana do Carmo)