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«Windstill» bei den Uzwiler Jodlern

Am Samstag feierte der Uzwiler Jodlerklub im Gemeindesaal seinen Unterhaltungsabend. Statt einer Karette voller Kuhmist wie im letzten Jahr hatten die Jodler das Jodlerquartett Windstill auf die Bühne geladen.
Michael Hug
Das Quartett Windstill aus Lauwil sang im Wechsel mit den Jodlern. (Bilder: Michael Hug)

Das Quartett Windstill aus Lauwil sang im Wechsel mit den Jodlern. (Bilder: Michael Hug)

Es würde wohl nicht so turbulent zu und her gehen wie vor einem Jahr, das konnte man aufgrund der Ansage im Programmflyer schon erahnen. Kuhmist auf der Bühne und Jodler in Schlafkappen kann man nicht jedes Jahr bringen. Also liess man sich etwas Neues einfallen: Zum Beispiel eine Fusion von Jodelgesang und Blasmusik. Oder einen ziemlich verwirrlichen Sketch um ein Missverständnis vor dem Toilettengang. Oder ein Jodelquartett aus dem Baselbiet.

«Windstill» nennen sich die drei Jodler und die Jodlerin aus «Lauel» (Lauwil), die auch für andere Ortschaften in ihrer heimatlichen Umgebung skurrile Zweitnamen nutzen: «Arschdorf» für Arisdorf, wie Sabine Bader, die Jodlerin meinte. Ihre drei Beijodler grinsten derweil schelmisch und krempelten die Hemdsärmel hoch. Wobei: Trägt man im Baselland Manschettenknöpfe zum Jodelgewand?

Ausgedehntes Liederprogramm

Die Uzwiler Jodler mit ihrer Vorjodlerin Gabriela Fenner wollten hinter dem nicht zurückstehen. Sie boten ein ausgedehntes und tadellos vorgetragenes Liederprogramm von «z’Alp» (Robert Fellmann), über «Es Lied e Jutz» (Ueli Zahnd) bis «We d’Schwälbeli i Süde zieh» (Adolf Stähli).
Dazwischen die berühmt-berüchtigten Witze von Präsident Urs Signer, der sich diesmal ganz dem «Tramp» aus Amerika widmete. Zum Beispiel: An was er denn glaube, fragte Gott, als der US-Präsident in den Himmel kommt. Trump: «Ich glaube, du sitzt auf meinem Stuhl!» Nicht auf Stühlen sassen die Protagonisten auf der Bühne. Drei Stunden lang wechselten sich Höhepunkte auf der Bühne ab, zumal ja das Programm recht vielversprechend war. Kurz vor der Pause dann das Sketch-Duo Rita (Nadine Frick) und Ruedi (Stefan Hobi, seines Zeichens Vizepräsident des Jodlerklubs).

Wo ist die Toilette?

Es ging dabei um die simple Frage, wo denn die Toilette sei in diesem Haus der Behörde. Von Rita in wechselnden Rollen von Schalter zu Schalter gewiesen, weiss derweil Ruedis (unsichtbare) Gattin nicht mehr, wie sie ihren Drang zurückhalten soll. Ja, so kann es bei der Behörde sein, wenn das rechte Amt nicht weiss, was das linke tut und das dritte grad Feierabend hat.

Es folgte die grosse Pause, in der es wie üblich Tombolalose zu kaufen und überraschende Preise wie Traktoren (für Kinder) oder Duschgel (für den hygienebewussten Erwachsenen) zu gewinnen gab. Mit einem «guete Kafi» mit oder ohne ein feines Stück Torte wurde die Pause eingeläutet. Man sass zusammen und diskutierte über dies und das, über den Rauhreif und die offenbar zu engen Parkfelder auf dem Platz vor dem Uzwiler Gemeindesaal.

Fusion von Jodelgesang und Blasmusik

Dann aber der absolute Höhepunkt des Abends: die Vereinigung von Jodelgesang und Blasmusik mit den Uzwiler Füürharmonikern. Der Obwaldner Komponist und Orchesterleiter Emil Wallimann hat dazu vor längerem eine Komposition mit dem Namen «Jodelphonie Nr. 1» geschrieben. Schade ein wenig, dass man die «Füürharmoniker» hinter den Jodlern nicht sah bei dieser durchwegs bemerkenswerten Fusion.
«Einblasen» zum gemeinsamen Stück taten sich die «Füürharmoniker» mit «Proud Mary» (John Fogerty), wobei Markus Huber, der musikalische Leiter, darauf hinwies, dass der Song ja einst durch Tina Turner bekannt wurde – «vor langer Zeit», wie er meinte. 1970 war das, daran konnten sich im übrigens vollbesetzten Saal bestimmt noch Einige erinnern. Noch ziemlich lange sass man dann zusammen, freute sich über die eben genossenen drei Stunden bester Unterhaltung, den saftigen Schinken mit Kartoffelsalat und den in der Tombola gewonnen Traktor.

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