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WIL/ZUZWIL: Bei ihm stimmt die Chemie

Der Zuzwiler Kantischüler Dan Schönenberger hat an der Chemie-Olympiade die Bronzemedaille gewonnen. Seiner Maturaarbeit zum Nervengift Atropin kam plötzlich ungeahnte Aktualität zupass.
Roland P. Poschung
Neugieriger Mittelschüler: Dan Schönenberger hat schon mehrere Auszeichnungen bekommen. (Bild: Roland P. Poschung)

Neugieriger Mittelschüler: Dan Schönenberger hat schon mehrere Auszeichnungen bekommen. (Bild: Roland P. Poschung)

Für das Interesse an einer vertieften Auseinandersetzung mit Biologie und Chemie dürften nicht in erster Linie die Eltern von Dan Schönenberger verantwortlich sein. Viel eher hat sein Grossvater mütterlicherseits, ein versierter Ingenieur, früh den Samen gesetzt. Zwar hat es in der Kinderzeit nie zu einem richtigen Chemiekasten gereicht, vielmehr züchtete er Triops, sogenannte Urzeitkrebse.

Ab dem zehnten Lebensjahr entwickelte sich bei Dan Schönenberger erstmals die Begeisterung für Chemie. Er fand es faszinierend, wie sich Produkte und Prozesse entwickelten, wie sich die Stoffe zusammensetzten, Veränderungen sichtbar wurden und chemische Reaktionen entstanden. Dass damit auch kritische und gefährliche Situationen entstehen können, war ihm bewusst: «Vorsicht und Sicherheit sind wichtige Voraussetzungen, wenn man Erfolg haben will. Darauf wurde schon in der Schule geachtet. Meinen letzten kritischen Moment hatte ich vor sechs Jahren, als zu Hause beim Experimentieren zum Glück nur ein Stück Papier in Flammen geriet.»

250 buhlten um eine Medaille

Schon jetzt ist für Dan Schönenberger klar, wohin es ihn beruflich treibt: «Ich möchte Unternehmer werden und mich mit Aufgaben in der naturwissenschaftlichen Technologie, in der Biochemie, Pharmazeutik und im Maschinenbau befassen.»

Mit den Geschwistern hat Dan ein gutes, aufgewecktes und lebhaftes Verhältnis. Der älteste Bruder Aaron (20) ist Automatiker, Boas (19) ist Polymechaniker und Emanuel (16) absolviert die Lehre als Elektroinstallateur. Immer wieder kommt es vor, dass sie gemeinsam Ideen aushecken und Projekte realisieren. Ein roter Cola-Holzkasten wurde technisch so raffiniert ausgerüstet, dass er nach der Eingabe einer Münze die Flasche auswarf. Oder bei der Abschlussarbeit von Emanuel wurde ein komplex ausgeleuchtetes Modelhaus gebaut, welches durch eine Fernbedienung die LED-Beleuchtungen in den Zimmern und die Bewegung des Garagentores steuerte.

Dan Schönenberger und seine Eltern würdigen die umsichtigen Aktivitäten an der Kantonsschule Wil. Gefördert werden die Kanti-Absolventen durch Klassenlehrer Markus Zöllig und Chemielehrer André Brunner. Letzterer war es denn auch, der die Idee mit der Teilnahme an der Chemie-Olympiade hatte, an der insgesamt fast 250 Schüler teilnahmen. Die ersten Tests mit dem strengen Anforderungsprofil verliefen positiv und so konnten drei Kanti-Mitstreiter aus Wil zur Zentralprüfung an die Uni Bern reisen.

Chemie-Olympiade und Anerkennungspreis

Die Chemie-Olympiade war in drei Etappen aufgeteilt, wobei ein Theorieblock und ein praktischer Teil dazugehörten. Bei der Zentralprüfung wurde das Teilnehmerfeld auf 50 Schüler reduziert. Die Schlussprüfungen beendeten an der ETH Zürich 14 Personen. Dan Schönenberger fiel zwischenzeitlich krank aus, konnte aber dank seinen guten Leistungen weitermachen und kam so in die Finalwoche an die ETH am Hönggerberg. Schliesslich belegte er in der Gruppenbewertung Rang drei und damit erhielt er die Bronze-Medaille.

In der Folge erhielt der Zuzwiler zudem einen Anerkennungspreis von der St. Gallischen Naturwissenschaftlichen Gesellschaft für die Maturaarbeit «Extraktionen von Atropin aus der Schwarzen Tollkirsche». Dabei mussten unterschiedliche Verfahren analysiert und der Gehalt von Atropin in diversen Pflanzenteilen bestimmt werden.

Wegen der Thematik rund um Atropin bekam das Ereignis mit dem Nervengift bei der Attacke gegen Ex-Agent Sergej Skripal und seiner Tochter im britischen Salisbury für Dan Schönenberger eine spezielle Bedeutung: «Die Untersuchungen über den Ablauf finde ich langweilig. Mich würde mehr die Synthese des Stoffes interessieren.»

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