Wil/Toggenburg
«Endlich kehrt ein Stück Normalität zurück»: Kinos in der Region öffnen wieder ‒ doch das rechnet sich nicht für alle

Der Kinobesuch ist seit Montag mit Einschränkungen wieder möglich. So ist das Maskentragen Pflicht, und aufgrund des Konsumationsverbots in den Sälen bleiben die Pausenkiosks zu. Wie sich zeigt, lohnt sich eine Eröffnung ‒ auch wenn sie erlaubt wäre ‒ nicht für alle.

Rossella Blattmann
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Der Kinobesuch ist vorerst nur mit Maske möglich.

Der Kinobesuch ist vorerst nur mit Maske möglich.

Bild: Getty

Abschalten, in eine andere Welt eintauchen, für zwei Stunden den ermüdenden Corona-Alltag vergessen: Das Herz von Filmfans schlug höher, als der Bundesrat am vergangenen Mittwoch verkündete, dass Theater und Kinos ab dem 19. April wieder öffnen können.

Der Kinobesuch ist unter folgenden Auflagen wieder möglich. Die Anzahl der Besucherinnen und Besucher ist im Innern auf 50 beschränkt, und es darf maximal ein Drittel der Kapazität an Sitzplätzen besetzt werden. Zudem gilt Maskenpflicht, und zwischen den Besucherinnen und Besuchern muss der Abstand von anderthalb Metern eingehalten oder ein Sitz freigelassen werden – ausgenommen sind Familien oder Personen, die im gleichen Haushalt leben. Pause soll es möglichst keine geben und die Konsumation von Lebensmitteln oder Getränken ist verboten.

Wie reagieren die Kinos in der Region Wil und im Toggenburg auf die Lockerungen des Bundesrates?

Felicitas Zehnder, Leiterin des Cinewil in Wil.

Felicitas Zehnder, Leiterin des Cinewil in Wil.

Bild: PD

Cinewil: Ab Donnerstag gibt es wieder Filme

Die Café-Bar-Terrasse vor dem Cinewil ist bereits geöffnet, sagt Felicitas Zehnder, Leiterin des Cinewils in Wil, am Montag. Filmfans müssen sich hingegen noch eine paar Tage gedulden. Zehnder sagt: «Am Donnerstag geht es los.»

Die Kinowoche mit den neuesten Filmen beginne immer donnerstags, darum hätte es wenig Sinn gemacht, bereits am Montag mit den Filmvorstellungen zu starten, sagt sie.

Die erste Vorstellung im Cinewil findet laut Zehnder am Donnerstag um 14 Uhr statt. Auf dem Programm steht an diesem Abend auch ein Überraschungsfilm. Was für ein Film das ist, will Zehnder nicht verraten. Gleichzeitig zum Überraschungsfilm starte am Donnerstag auch das reguläre Programm, so Zehnder.

Kiosk zu, keine Pause

Pausen werde es vorerst keine geben, sagt Zehnder. «Da der Kiosk zu bleiben muss, hätte es wenig Sinn gemacht, eine Pause zu machen.» Im Migros gegenüber rasch eine Tüte Gummibärli oder ein Cola kaufen, und in die Vorstellung mitnehmen? «Auch in dieser Zeit nicht erlaubt», sagt Zehnder. Jegliche Konsumation sei in den Kinosälen vorerst untersagt.

Im grössten Saal im Cinewil hätten laut Zehnder 312 Personen Platz. «Aufgrund der geltenden Einschränkung dürfen wir auch in unserem grössten Saal nur 50 Personen lassen», sagt Zehnder. Die Abstandsregel ‒ Abstand von anderthalb Metern muss eingehalten oder ein Sitz freigelassen werden – werde durch die nummerierten Sitzplätze sichergestellt.

Der Vorverkauf für die Vorstellungen im Cinewil läuft. «Bisher haben wir für den Überraschungsfilm bereits 30 Tickets verkauft», sagt Zehnder. Als sie am vergangenen Mittwoch erfahren habe, dass sie das Kino öffnen dürfe, sei sie ob der Lockerungsfreudigkeit des Bundesrates überrascht gewesen. «Doch ich habe mich sehr gefreut», sagt sie. Und:

«Endlich kehrt ein Stück Normalität zurück.»
Peter Bötschi, Geschäftsführer Kino Passerelle in Wattwil.

Peter Bötschi, Geschäftsführer Kino Passerelle in Wattwil.

Bild: Sascha Erni

«Film pur» im Arthouse-Kino Passerelle Wattwil

Im Kino Passerelle in Wattwil kommen Arthouse-Cinema-Fans ab Donnerstag wieder in den Kinogenuss. Geschäftsführer Peter Bötschi war ebenfalls überrascht, dass er sein Kino nun wieder öffnen darf. Eine Pause werde es wegen des Konsumationsverbots und des geschlossenen Kiosks keine geben, sagt Bötschi. Doch das kommt ihm auch entgegen.

«Keine Pause ‒ das bedeutet Film pur!»

«Film pur» ‒ das liege ganz auf der Linie des Arthouse-Kinos, so Bötschi.

Der grösste Saal in der «Passerelle» bietet Platz für 112 Besucherinnen und Besucher. Ein Drittel dieser Zahl darf am Donnerstag vor der Leinwand Platz nehmen. Um die Obergrenze von 50 Personen zulassen zu können, sei das Kino Passerelle zu klein, sagt Bötschi.

Pascal Nussbaum, Geschäftsführer des Kino City in Uzwil.

Pascal Nussbaum, Geschäftsführer des Kino City in Uzwil.

Bild: PD

Uzwil: Das Kino City bleibt zu

Doch längst nicht alle Kinos in der Region können es sich leisten, wieder zu öffnen, auch wenn sie es dürften. Das Kino City in Uzwil bleibt bis am 5. Mai weiterhin zu. Geschäftsführer Pascal Nussbaum sagt:

«Ohne den Kioskverkauf fehlt uns ein wichtiger Teil des Umsatzes, und den meisten unserer Besucher fehlt damit auch etwas für ein gelungenes Filmerlebnis.»

Nussbaum will bis dahin weiterhin auf das Privatvorstellungskonzept «Cinema à la Carte» setzen. Bei «Cinema à la Carte» wählt eine Gruppe von maximal zehn Personen aus 116 Filmen aus und bucht einen der freien Vorstellungsslots. «Da darf auch konsumiert werden!», sagt Nussbaum.