WIL/ST.: Lernen und arbeiten statt herumhängen

Gallen Der Verein Tipiti hat ein Werkzentrum für sprachlichen und praktischen Unterricht eröffnet. Minderjährige Flüchtlinge sollen mit diesem Angebot bessere Einstiegsmöglichkeiten in die Berufswelt erhalten.

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Vertreter der UBS-Stiftung für Soziales und Ausbildung bei der Besichtigung des neueröffneten Werkzentrums in St. Gallen. (Bild: Michael Hug)

Vertreter der UBS-Stiftung für Soziales und Ausbildung bei der Besichtigung des neueröffneten Werkzentrums in St. Gallen. (Bild: Michael Hug)

Der Verein Tipiti, mit Hauptsitz in Wil, führt in der Region mehrere Tagesschulen für Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen. Darunter fallen auch sogenannte MNA’s – minderjährige unbegleitete Flüchtlinge. Tipiti hat jetzt in St. Gallen ein Werkzentrum mit 60 Plätzen eröffnet, wo minderjährige Migranten sprachlich und praktisch ausgebildet werden können. 55 Lernende, die meisten aus dem Kanton Appenzell Ausserrhoden, besuchen freiwillig das Bildungsangebot. Das Projekt schaffe Grundlagen zur Integration und besitze schweizweit Vorzeigecharakter, sagt der Leiter, Thomas Elber.

Vormittags Deutsch, nachmittags Dieselmotor

Neben Deutschunterricht auf verschiedenen Niveaus besuchen die Migranten an fünf Vormittagen Mathematikunterricht sowie Kurse in Allgemeinwissen. Am Nachmittag bietet das Tipiti-Werkzentrum Trainings in fünf Arbeitsgruppen an. Die Teilnehmenden erhalten praktisches Basiswissen in den Berufen Automechaniker, Maler, Schreiner, Koch und Coiffeur.

«Unsere Ausbildner sind Lehrpersonen und pensionierte Berufsleute», sagt Thomas Elber. Lernen und Arbeiten statt im Asylzentrum herumhängen – so könnte das Angebot auch bezeichnet werden. Ziel sei es, dass die Teilnehmenden nach dem mehrmonatigen Praktikum bessere Einstiegsmöglichkeiten in die Berufswelt erhalten, sagt Elber weiter. An den Start-up-Kosten hat sich auch die UBS Stiftung für Soziales und Ausbildung beteiligt und 40000 Franken für den Aufbau des Maschinen- und Geräteparks eingeschossen. Diese Stiftung ist eine Institution des gemeinnützigen Programms der UBS und setzt sich in den Be­reichen Beschäftigung und Inte­gration sowie Förderung der Aus- und Weiterbildung von Menschen mit sozialen Benachteiligungen ein.

Besichtigung vor Ort

Kürzlich liessen sich Vertreter der Stiftung von der Zweckmässigkeit der Einrichtungen überzeugen. Marco Reiser, Geschäftsstellenleiter UBS Wil und Sandro Mazzariello, Leiter Wealth Management Wil, sagten an der Besichtigung: «Es freut uns sehr, hier stellvertretend für unsere Stiftung ein sinnvolles Engagement erleben zu dürfen. Dieses Projekt übernimmt wichtige Aufgaben zur Integration der Flüchtlinge. Es freut uns natürlich auch, dass unsere Stiftung in Zürich mit dieser Spende ein vielversprechendes Angebot des Wiler Vereins Tipiti unterstützt.»

Michael Hug

redaktion@wilerzeitung.ch