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Kein Stau auf der Autobahn, dafür auf Kantonsstrassen – Wils Verkehrsproblem bleibt ungelöst

Durch den Bau zweier Kreisel mit Lichtsignal-Dosierungsanlagen beim Autobahnanschluss in Wil sind die Rückstaus auf die Autobahn zwar seltener, jene auf der Kantonsstrasse aber häufiger und länger geworden.
Hans Suter
Die südliche Spur vor der Autobahneinfahrt in Richtung St.Gallen ist kurz. Mit wenig Autos und Lastwagen ist die Spur belegt und es kommt zu Rückstaus aus den Richtungen Toggenburg und Schwarzenbach. (Bilder: Hans Suter)

Die südliche Spur vor der Autobahneinfahrt in Richtung St.Gallen ist kurz. Mit wenig Autos und Lastwagen ist die Spur belegt und es kommt zu Rückstaus aus den Richtungen Toggenburg und Schwarzenbach. (Bilder: Hans Suter)

«In Stosszeiten steht man hier permanent im Stau», ärgert sich ein Rickenbacher Autolenker, der auf seinem Arbeitsweg jeweils über die Kreisel Wilfeld und Freudenau auf die Autobahn in Richtung Oberbüren fährt. Ein anderer Verkehrsteilnehmer ist dem Fluchen nahe: «Zwei, drei Lastenzüge und der ganze Mist ist verstopft. Das kann doch nicht sein!» Ein Dritter wird noch deutlicher: «Das ist eine komplette Fehlplanung. Man hätte für den vom Toggenburg kommenden Verkehr besser einen direkten Bypass auf die Autobahn in Richtung St.Gallen gebaut.» Der Ärger ist gross – das Verkehrsaufkommen allerdings auch.

Kapazität war kleiner als das Verkehrsaufkommen

Bis vor zwei Jahren stauten sich die Autos und Lastwagen insbesondere im Feierabendverkehr über mehrere hundert Meter zurück auf die Autobahn A1 – und zwar in beiden Fahrtrichtungen. Der Grund: Der von der Autobahn ausfahrende Verkehr konnte nicht flüssig genug auf die Kantonsstrassen abgeführt werden, weil die Kapazität schlicht zu klein war. Auf Drängen des Bundesamtes für Strassen (Astra) wurde vor rund zwei Jahren durch den Kanton St.Gallen eine Kapazitätserweiterung realisiert. Diese umfasst unter anderem den Bau der überbreiten Kreisel Freudenau (östlich) und Wildfeld (westlich) mit Lichtsignal-Dosierungsanlagen zur Autobahn sowie einer Busbevorzugung auf der Flawilerstrasse.

Einlenker in Richtung St.Gallen schnell verstopft

Signalisation geändert: Der Verkehr auf dem Bypass vom Toggenburg her in Richtung Zürich (ganz rechts) hat keinen Vortritt mehr.

Signalisation geändert: Der Verkehr auf dem Bypass vom Toggenburg her in Richtung Zürich (ganz rechts) hat keinen Vortritt mehr.

Ein Augenschein bestätigt: Die Rückstaus auf die Autobahn haben deutlich abgenommen, weil der Abfluss über die Lichtsignalanlage gesteuert werden kann. Auf den Kantonsstrassen hingegen sind öfter und längere Staus zur Regel geworden. Besonders frappant ist die Staubildung beim Verkehr, der vom Toggenburg her die Autobahneinfahrt in Richtung St.Gallen nehmen möchte. Ein, zwei Lastenzüge sowie einige Autos reichen und der Kreisel Freudenau ist blockiert.

Die gesteckten Hauptziele wurden erreicht

Busbevorzugung auf der Flawilerstrasse: In Fahrtrichtung Schwarzenbach gibt es einen Bypass. In Fahrtrichtung Wil verfügt die mittlere Spur über eine Lichtsignalanlage, die dem Bus die freie Fahrt ermöglicht.

Busbevorzugung auf der Flawilerstrasse: In Fahrtrichtung Schwarzenbach gibt es einen Bypass. In Fahrtrichtung Wil verfügt die mittlere Spur über eine Lichtsignalanlage, die dem Bus die freie Fahrt ermöglicht.

Die Probleme sind auch Manfred Huber nicht entgangen. Als Leiter Strassen- und Kunstbauten kennt er die Verkehrsanlage aus dem Effeff. Wie sehen seine Erfahrungen mit den Staus rund zwei Jahre nach Inbetriebnahme der erfolgten Kapazitätserweiterung aus? «Das Ziel war einerseits, auf der Flawilerstrasse den strassengebundenen öffentlichen Verkehr (öV) zu bevorzugen. Und zwar so, dass die Fahrzeiten der Busse eingehalten und die Bahnanschlüsse sichergestellt werden können», sagt Huber. Mittels Lichtsignalanlage werde der öV auf der Nord-Südlinie (Schwarzenbach-Wil und Kirchberg-Wil) nun bevorzugt, was zu Lasten anderer Strassen wie der Georg-Renner- und der Toggenburgerstrasse gehe. «Es war ein öV-Projekt, dessen muss man sich bewusst sein», sagt Huber.
Anderseits – als Hauptziel des Astra– mussten Rückstaus auf die Autobahn verhindert werden. Das bedeutet, dass man die Autobahnausfahrt bei hohem Verkehrsaufkommen länger entleeren muss. «Das hat zur Folge, dass andere Äste auf Rot geschaltet sind, was dort zur Rückstaubildung führen kann.»
Eine Lösung des Problems ist also nicht in Sicht? «Wir haben bereits Optimierungen vorgenommen bei der Verkehrssteuerung und durch Änderungen der Markierungen und Signalisationen», sagt Huber. «Doch die Platzverhältnisse sind eng und die Verkehrsaufkommen hoch.»

Astra ist zufrieden

Beim Astra sieht man die Situation eher entspannt. Denn die betreffenden Kreisel wurden vom Kanton St.Gallen erstellt und liegen ausserhalb des Perimeters der Nationalstrasse. «Für das Astra ist die Lichtsignalanlage bei der Autobahnausfahrt beim Anschluss Wil massgebend, welche so gesteuert wird, dass der Verkehr nicht auf die Autobahn zurückstaut», sagt Mediensprecher Silvan von Wartburg. «Der Abfluss des Verkehrs auf das untergeordnete Netz verursacht nach heutigem Stand keine Rückstaus.» Der erstellte Kreisel habe daher keine relevanten Auswirkungen auf die Verkehrssituation auf der Autobahn.

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