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WIL/HINTERTHURGAU: Die Situation spitzt sich zu

Die Region muss mit dem Schlimmsten rechnen: Die Belastung durch Fluglärm hat nachweisbar zugenommen und droht noch grösser zu werden. Der Präsident des Vereins Bürgerprotest Fluglärm Hinterthurgau ist empört.
Hans Suter
Der Region Wil/Hinterthurgau droht eine deutliche Zunahme der Belastung durch Fluglärm. (Bild: Steffen Schmidt)

Der Region Wil/Hinterthurgau droht eine deutliche Zunahme der Belastung durch Fluglärm. (Bild: Steffen Schmidt)

Hans Suter

hans.suter@wilerzeitung.ch

«Seit einigen Wochen ist eine weitere, nachhaltige Verschlechterung der Fluglärmsituation feststellbar. Das bestätigen auch die eingeholten Flugspurenbilder», sagt Josef Imhof, Präsident des Vereins Bürgerprotest Fluglärm Hinterthurgau. Teilweise erfolgten die Anflüge über die Region Wil/Hinterthurgau bis nachts um 22.45 Uhr im Zwei-Minuten-Takt. Auch die kürzliche Absenkung der unteren Luftraumgrenze über Wil habe hörbare Konsequenzen: «Der Anfluglärm konzentriert sich bereits jetzt tiefer und dichter», sagt Josef Imhof.

Das ist aber nicht das einzige, das den Fluglärmgegner stört. «Es ist ebenso festzustellen, dass in Kloten schon bei geringster Westwindlage auch tagsüber auf das Ostkonzept umgestellt wird. Und dass daran festgehalten wird, auch wenn es der Wind nicht mehr nötig machen würde, von Osten anzufliegen.»

Das An- und Abflugregime am Flughafen Kloten ist seit Jahren ein Zankapfel. Einerseits zwischen Deutschland und der Schweiz, anderseits zwischen den Regionen rund um den Zürcher Flughafen. Alle haben das gleiche Ziel: weniger oder zumindest nicht noch mehr Fluglärm.

Aus physikalischen Gründen müssen Tragflächen-Flugzeuge immer gegen den Wind starten oder landen. Das hat zur Folge, dass je nach Windlage aus einer anderen Richtung gestartet und gelandet wird. Der Verein Bürgerprotest Fluglärm Hinterthurgau hat nun aber festgestellt, dass die Region Wil/Hinterthurgau auch dann mit Anflügen belastet wird, wenn es vom Wind her nicht nötig wäre. Josef Imhof vermutet dahinter eine klare Absicht und ist empört. «Diese vorsätzliche Haltung etappenweise durchzudrücken und die versteckte Agenda zu verbergen, ist eine Schande für unsere Demokratie», sagt er. Die Begründung, dass eine Entflechtung wegen der fehlenden Zustimmung von Deutschland zum Staatsvertrag nicht stattfinden könne, bezeichnet er als reine Augenwischerei. Der Verein Bürgerprotest Fluglärm Hinterthurgau sieht darin «konkrete Massnahmen, vom Nordkonzept wegzukommen, die Piste 28 zu verlängern und diese zur Hauptanflugpiste zu machen». Die bereits erfolgte Teilgenehmigung des Betriebsreglements 14 durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt ist in den Augen von Josef Imhof «Salamitaktik und ein Schritt zum Worst-Case-Szenario» für die Region Wil/Hinterthurgau. Mit dieser Meinung steht er nicht alleine da.

Die Thurgauer Regierung hat Bundespräsidentin und Verkehrsministerin Doris Leuthard vergangene Woche in einem Brief mit ungewöhnlich scharfen Worten kritisiert. «Gravierend ist die Summe der einzelnen Entscheide rund um den Flughafen Zürich: In den vergangenen rund zehn Jahren hat sich die Situation im Hinterthurgau laufend verschlechtert», kritisiert die Thurgauer Regierungspräsidentin Carmen Haag.

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