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Wiler Sinti im Aufbruch

Auf den Standplätzen Flawilerstrasse und Eschenhof in Wil sind seit Jahren viele schweizerische Sinti verwurzelt. Mit der Wanderausstellung «Latscho Diwes» im Hof wollen sie sich öffnen und bekannter machen.
Roland P. Poschung
Fino Winter, Präsident von Sinti Schweiz: «Latscho Diwes heisst Guten Tag.» (Bild: Roland P. Poschung)

Fino Winter, Präsident von Sinti Schweiz: «Latscho Diwes heisst Guten Tag.» (Bild: Roland P. Poschung)

Sinti und Jenische durchlebten über Jahrzehnte ein schwieriges Leben. Problematisch erwiesen sich unter anderem die Standplätze, denn die Schweiz stellt seit Jahrzehnten zu wenig Infrastruktur für die Fahrenden zur Verfügung. Die Bundesbehörden anerkennen zwar seit über zehn Jahren den Bedarf an neuen Stand- und Durchgangsplätzen, dennoch liefen viele der Bemühungen immer wieder ins Leere. Seit über 40 Jahren machen sie aber gute Erfahrungen in Wil.

Wichtiger Impuls aus dem Bundeshaus

Bundesrat Alain Berset, Vorsteher des Eidgenössischen Departements des Innern, setzte im Jahr 2016 ein Zeichen, um dem Wunsch der Sinti und Jenischen nachzukommen. «Wir wollten nicht mehr mit dem diffusen Begriff ‹Fahrende› angesprochen werden, sondern den eigenen Namen Sinti und Jenische zurückerlangen. Dies war der Anfang für den Aufbruch und zur Gründung des Vereins ‹Sinti Schweiz›», hält Fino Winter, Präsident des Vereins fest. Die bundesrätliche Anerkennung war der Grund, eine Verbesserung der Lebensumstände anzugehen und den Dialog mit der Mehrheitsgesellschaft zu pflegen. Mit der Wanderausstellung, die in Wil bis zum 22. November zu sehen ist, streben die Verantwortlichen einen Wahrnehmungs- und Stimmungsumschwung an.

Wiler Sinti wirken aktiv bei der Gestaltung mit

Die Ausstellung, die danach durch die Schweiz reist, präsentiert sich mit eindrücklichen Bildern, Texten, Videos und Musik. All dies widerspiegelt die Geschichte und Tradition der Sinti. Mehrere Angehörige der Wiler Sinti haben an der Ausstellung wertvolle Akzente gesetzt. Mit der Öffentlichkeitsarbeit soll mehr Verständnis entstehen, und es sollen die Hintergründe zur lebhaften Geschichte und Kultur der Sinti vermittelt werden.
Der Ursprung dieses Volkes liegt in Indien. Im 15. Jahrhundert kamen die Sinti in Westeuropa an, wurden aber bis ins 20. Jahrhundert verfolgt. Über 150 Sinti leben heute in Wil, schweizweit sind es rund 3000, weltweit 24 Millionen. Im Wunsch nach einem Aufbruch nimmt das Podiumsgespräch zum Thema «Zukunft der Sinti in Wil» am 16. November, 17.30 Uhr, einen wichtigen Platz ein.

Ausstellungsszenen der Sinti

Für den Besuch der Wanderausstellung «Latscho Diwes – Sinti, die unbekannteste Minderheit der Schweiz» sollten sich die Besuchenden Zeit nehmen, denn die Thementafeln bieten einen interessanten Einblick ins Leben der Sinti.
Die Tafeln beleuchten «Die Zukunft und das schwere Erbe», «Die Geschichte des Aufbruchs», «Die Sprache als Schatz und Schutz», «Im Zentrum steht die Gemeinschaft», «Die Glaubenswelt der Sinti», «Ein Alltag voller Traditionen», «Vom Arbeiten und verdienen» bis zu «Das Leben auf Reise». An der Vernissage am Freitag nahmen auch Stadträtin Jutta Röösli und Nationalrätin Barbara Gysi teil.

Öffnungszeiten

Öffnungszeiten bis 22. November im Hof zu Wil: Sonntag bis Donnerstag 10–18 Uhr, Freitag und Samstag 10–20 Uhr. Am Samstag, 10. November, nur bis 18 Uhr.
Zu folgenden Zeiten ist die Ausstellung betreut durch Sinti aus Wil: Mittwoch 14–18 Uhr, Samstag 17–20 Uhr und Sonntag 14–17 Uhr.

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