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Wiler René Walcher ist ein Verfechter der alten Schule: "Neue Unterichtsformen funktionieren nicht."

Der ehemalige Kleinklassenlerher René Walcher sieht in der Tendenz zu mehr altersdurchmischten Klassen und individuellen Lernformen eine Gefahr für das Bildungssystem. Er setzt sich für eine Rückbesinnung auf einen klar strukturierten Unterricht ein.
Gianni Amstutz
Direkte Rückmeldungen der Lehrperson und das gemeinsame Erarbeiten von Aufgaben verschwinden laut René Walcher zu Gunsten von individuellem Lernen zunehmend aus dem Unterricht. (Symbolbild: Benjamin Manser)

Direkte Rückmeldungen der Lehrperson und das gemeinsame Erarbeiten von Aufgaben verschwinden laut René Walcher zu Gunsten von individuellem Lernen zunehmend aus dem Unterricht. (Symbolbild: Benjamin Manser)

Seit etwas mehr als einem Jahr werden Schülerinnen und Schüler nach dem Lehrplan 21 unterrichtet. Eine Mehrheit der Bevölkerung sieht darin einen Fortschritt. Das zeigte sich in der deutlichen Ablehnung einer kantonalen Initiative, die den Ausstieg aus dem Harmos-Konkordat forderte. Ein essenzieller Teil von Harmos und eines der Hauptargumente der Initianten für den Ausstieg aus demselben war und ist der Lehrplan 21. Die Abstimmungsniederlage hat die kritischen Stimmen aber nicht verstummen lassen. Namentlich ist es der Verein Starke Volksschule, der gegen die Schulreformen mobil macht.

Immer weniger Kleinklassen

Dabei geht es den Mitglieder um weit mehr als den Lehrplan 21, nämlich um das zunehmende Verschwinden von Kleinklassen und das Aufkommen von altersdurchmischten Klassen. Ein Exponent des Vereins ist der ehemalige Wiler Kleinklassenlehrer und Erziehungswissenschaftler René Walcher. Am Mittwoch hielt er ein Referat über die Schulreformen, bei dem er pointiert ein äusserst kritisches Bild zeichnete. Schüler würden aufgrund von Schulreformen sich selbst überlassen, der Lehrer als Instruktor, der direkte Rückmeldungen gebe und den Schülern klare Anweisungen und Lösungswege aufzeige, fehle immer mehr, so die Hauptaussage des Pädagogen.

Obwohl er 35 Jahre selbst unterrichtet hat, sieht sich Walcher mehr als Wissenschaftler denn als Lehrer. Er räumt zwar ein, dass man seine Thesen diskutieren könne, sie beruhten aber auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und nicht etwa seiner persönlichen Meinung. Walcher bezieht sich dabei auf die Hattie-Studie, in der rund 50000 Einzelstudien zusammengefasst wurden. Das Ergebnis sei eindeutig: «Die Studie zeigt, dass Unterrichtsformen wie kooperatives und altersdurchmischtes Lernen, wie sie im Zuge der Schulreformen verstärkt vorkommen, nicht funktionieren.»

In Hatties Studie wiesen Faktoren wie jahrgangsübergreifende Klassen und Individualisierung einen weitaus tieferen, ja sogar vernachlässigbar positiven Effekt auf den Lernerfolg aus als beispielsweise klare Anweisungen und Rückmeldungen des Lehrers. Deshalb kann René Walcher mit Reformpädagogen nur wenig anfangen. Letztlich sei aber Vieles von der Lehrperson abhängig. Auch in offenen Unterrichtsformen und altersdurchmischten Klassen seien Feedback und gewisse Strukturen nicht ausgeschlossen. Es verlange von den Lehrern einfach mehr ab und könne sowohl für sie als auch Schüler überfordernd wirken.

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