Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Wiler Reitklub-Präsident hat genug: «Ich fühle mich zu wenig unterstützt»

Charly Gämperle tritt mit sofortiger Wirkung als Präsident des traditionsreichen Reitklubs Wil zurück.
Hans Suter
Kein Reiter, aber ein ausgeprägter Macher: Charly Gämperle hinterlässt seinen Nachfolgern einen schuldenfreien Verein. (Bild: PD)

Kein Reiter, aber ein ausgeprägter Macher: Charly Gämperle hinterlässt seinen Nachfolgern einen schuldenfreien Verein. (Bild: PD)

«Ich habe immer gesagt, dass ich den Zeitpunkt meines Rücktritts selber bestimme», sagt Charly Gämperle. Bereits an der Hauptversammlung im Februar machte er klar, dass er als Präsident des Reitklubs Wil zurücktreten will. Dass er dies nun mit sofortiger Wirkung statt erst an der nächsten Hauptversammlung tut, kommt dennoch überraschend. Was war vorgefallen?

«Keine Abrechnung»

«Ich habe nach all den Jahren als OK-Präsident des Sommerspringens und als Vereinspräsident einfach genug», sagt er. Und stellt sogleich klar: «Mein Rücktritt ist keine Abrechnung mit dem Verein, das stünde mir nicht zu.»

«Heute fehlt die Hilfsbereitschaft»

Die Worte «ich habe genug» nähren dennoch den Verdacht, es stehe nicht mehr alles zum Besten beim Reitklub. Charly Gämperle gesteht beim zweiten Nachfragen denn auch ein: «Ich fühle mich zu wenig unterstützt und getragen vom Verein.» Und betont: «Vom Verein, nicht vom Vorstand.» Viele Vereinsmitglieder seien heute nicht mehr bereit, Vereinsarbeit zu leisten; sie wollten nur dem Reitsport frönen. Zu viele dächten sich: «Ich bezahle den Jahresbeitrag und damit hat es sich.» Er sei sich bewusst, dass dies nicht nur beim Reitklub Wil der Fall sei:

«Heute fehlt die Hilfsbereitschaft. Das ist nun mal der Lauf der Zeit.»

Was genau das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen und damit zu seinem plötzlichen Rücktritt geführt hat, mag er nicht näher ausführen. Stattdessen wiederholt er:

«Ich habe immer gesagt, dass ich den Zeitpunkt meines Rücktritts selber bestimme.»

Wie wird dieser plötzliche Rücktritt im Vorstand aufgenommen? «Das ist sehr schade», sagt Alexandra Enz. Sie bestätigt zugleich, dass noch keine Nachfolge in Sichtweite sei. «Wir haben beschlossen, die Arbeit des Präsidenten vorerst auf die Schultern der vier verbleibenden Vorstandsmitglieder zu verteilen.» Sie hofft, dass die Nachfolge bis zur Hauptversammlung im März 2020 gefunden ist.Um die Arbeit auch künftig auf mehr Schultern verteilen zu können, soll der Vorstand um zwei auf sieben Mitglieder vergrössert werden.

Dass auch das nicht einfach sein wird, ist sich Alexandra Enz bewusst: «Zu viele Menschen sind heute Opportunisten. Sie warten bis zum letzten Moment, um sich am Schluss das Beste herauspicken können. Wenn sie grad nichts Besseres vorhaben, sind sie dabei, sonst nicht.» Nichtsdestotrotz seien die Dressurtage und das Sommerspringen im nächsten Jahr gesichert.

Der Nichtreiter hinterlässt den Verein schuldenfrei

Charly Gämperle zu ersetzen, wird keine leichte Aufgabe. Der sehr gut vernetzte Wiler Unternehmer ist ein ausgeprägter Macher. Wenn er sich einer Sache annimmt, macht er es mit Herzblut. Aber er ist kein Reiter, wie man annehmen würde. Er kam durch seine Lebenspartnerin quasi per Zufall mit dem Verein in Berührung.

Gämperle ist es unter anderem zu verdanken, dass der Verein trotz erfolgter Investitionen von 350000 Franken in die Sanierung der 1963 erbauten Reithalle schuldenfrei dasteht.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.