Wiler Parlament will Standorte der Verwaltung überprüfen lassen

An der Sitzung am Donnerstagabend befürwortete das Wiler Stadtparlament die Erarbeitung eine städtische Immobilien- und Standortstrategie. Es soll unter anderem geprüft werden, ob allenfalls die gesamte Verwaltung an einem Standort zusammengelegt werden könnte.

Gianni Amstutz
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Das Baudepartement in Bronschhofen ist einer von fünf Verwaltungsstandorten in Wil. Jetzt soll eine Zusammenlegung überprüft werden.

Das Baudepartement in Bronschhofen ist einer von fünf Verwaltungsstandorten in Wil. Jetzt soll eine Zusammenlegung überprüft werden.

Bild: PD

Die Verwaltung ist in fünf Departemente und ebenso viele Standorte aufgeteilt. Zwei befinden sich an der Marktgasse in der Altstadt, je einer in Bronschhofen, an der Poststrasse und an der Speerstrasse.

Immer wieder müssen an den Gebäuden Anpassungen vorgenommen werden. Über die entsprechenden Kredite entscheidet jeweils das Stadtparlament. Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) bemängelt aber, dass man für solche Entscheide gar keine Grundlage habe. Grund dafür sei, dass eine städtische Immobilien- und Standortstrategie fehle.

Den Stadtrat in die Pflicht nehmen

Die GPK hat deshalb einen Vorstoss eingereicht, mit dem der Stadtrat dazu aufgefordert wird, genau dies nachzuholen. GPK-Präsident Luc Kauf (Grüne Prowil) begründete das Postulat an der Sitzung des Stadtparlaments: «Wir wollen den Stadtrat in die Pflicht nehmen, eine Strategie zu erarbeiten.» Erfreut nehme man zur Kenntnis, dass auch der Stadtrat die heutige Lösung mit fünf Standorten als nicht ideal einschätze.

Besonders die Mietlösungen – denn nicht alle Standorte sind im Besitz der Stadt – seien relativ teuer. Deshalb beantragt die GPK den Stadtrat, zu prüfen, ob die Zusammenlegung mehrerer oder gar aller Departemente Sinn machen würde. Im Parlament erntete der Vorstoss viel Zuspruch.

EVP-Stadtparlamentarier Roman Rutz sagte: «Eine Strategie ist dringend nötig.» Ansonsten würde der Stadtrat – so wie bis anhin – jeweils relativ kurzfristig und ohne Blick fürs Gesamte Kredite beantragen, um Änderungen an Liegenschaften vorzunehmen.

Auch die FDP und SVP anerkannten den Bedarf für eine Gesamtstrategie, die FDP betrachtete jedoch den Umstand kritisch, dass zu deren Erarbeitung externe Fachpersonen beauftragt werden müssen. Der Kredit in der Höhe von 40'000 Franken wurde von der Fraktion deshalb mehrheitlich abgelehnt.

Auch der Stadtrat erachtet die Erarbeitung einer Standortstrategie als sinnvoll wie der zuständige Stadtrat Daniel Stutz ausführte. Die Standorte seien historisch so gewachsen.

«Eine Gesamtbetrachtung bietet ein erhebliches Potenzial.»

Man müsse sich klar werden über die Anforderungen der zukünftigen Räumlichkeiten der Verwaltung. Die Digitalisierung und Homeoffice müssten dabei berücksichtigt werden. Das Wichtigste sei, den Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger an eine moderne Verwaltung gerecht zu werden.

Das Postulat wurde schliesslich in der Schlussabstimmung mit 36 Ja zu einer Nein-Stimme erheblich erklärt. Auch der Kredit über 40000 Franken wurde deutlich genehmigt.

Holznutzung als Schritt in die richtige Richtung

Ebenfalls behandelt wurde das Postulat von Sebastian Koller (Grüne Prowil) zur vermehrten Nutzung von Holz als Bau- und Brennstoff. Der Wald alleine könne den Bedarf an nachhaltigen Rohstoffversorgung zwar nicht abdecken, aber einen wichtigen Beitrag dazu leisten.

«Wenn wir als Parlament den ausgerufenen Klimanotstand ernst nehmen, müssen wir alle Mittel nutzen, um diese Ziele zu erreichen.»

Konkret will Koller, dass die Stadt prüft, ob Holzheizkraftwerke zur Wärmeversorgung eingesetzt werden könnten. Dies als mögliche Alternative zur Fernwärme durch den Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid.

Die Nutzung von Holz als Bau- und Brennstoff sei für den Stadtrat schon vorher im Fokus gestanden, sagte Daniel Stutz. Er nehme das Postulat deshalb erfreut zur Kenntnis und empfehle die Erheblichkeitserklärung. Auch bei den anderen Fraktionen des Parlaments fand Kollers Vorstoss Gehör.

Silvia Ammann, Fraktionspräsidentin der SP, sagte: «Auch wenn das nur ein kleiner Schritt ist, müssen auf den Klimanotstand nur konkrete Massnahmen folgen.»

Auch Christoph Hürsch (CVP) und Daniel Gerber (FDP) erachteten den Vorstoss als guten Ansatz. Einzig die SVP stellte sich gegen das Postulat, da das Thema regional oder kantonal bearbeitet werden müsse und nicht nur in Wil, wie Stadtparlamentarierin Ursula Egli ausführte.

Das Postulat wurde schliesslich mit 25 Ja- zu 11 Nein-Stimmen erheblich erklärt.