WILER MOSCHEE: Auch noch eine Beschwerde

Rund um das neue islamische Begegnungszentrum in Wil kehrt keine Ruhe ein. Gut 50 Bewohner des Südquartiers haben eine Beschwerde unterschrieben. Die Liste mit den Vorwürfen hat es in sich.

Simon Dudle
Merken
Drucken
Teilen
Zu viel Lärm: Seit der Eröffnung der Moschee im Wiler Südquartier Mitte Mai fühlen sich Anwohner gestört. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))

Zu viel Lärm: Seit der Eröffnung der Moschee im Wiler Südquartier Mitte Mai fühlen sich Anwohner gestört. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))

Bewohner, Liegenschaftsbesitzer und Berufstätige des Wiler Südquartiers fühlen sich belästigt. Ihr Zusammenschluss, die IG Wiler Süden, setzt dieser Tage gleich mehrere Hebel in Bewegung, damit Ruhe einkehrt. Am Mittwoch wurde eine Beschwerde "über die unhaltbaren Zustände, ausgelöst durch den Betrieb des islamischen Begegnungszentrums", eingeschrieben an den Stadtrat geschickt. Unterschrieben ist sie von über 50 IG-Mitgliedern.

Dabei werden deutliche Worte gewählt. Auf den privaten Grundstücken werde Abfall entsorgt und sogar die Notdurft verrichtet. Die Parkordnung auf den Quartierstrassen werde nicht eingehalten und die Autos würden auf privaten Parkplätzen abgestellt. Nachtruhestörungen, zum Beispiel durch unnötiges Hupen und unangepasstes Fahren, gebe es bis zwei Uhr in der Nacht. Der Such- und Abholverkehr durch die 30er-Zonen halte bis weit nach Mitternacht an. Ein "nicht mehr tolerierbares Mass" sei erreicht worden, schreibt die IG in der Beschwerde. Der Alltag samt der Nachtruhe werde "übermässig beeinträchtigt". Der Stadtrat wird aufgefordert, Massnahmen zu ergreifen.

Grössere Feste künftig in Säle auslagern

Der Sprecher dieser IG, die sich schon vor dem Moscheebau gewehrt hat, ist FDP-Stadtparlamentarier Urs Etter. Er war in dieser Thematik bereits vergangene Woche aktiv geworden und hat eine einfache Anfrage eingereicht. In dieser stellt er acht Fragen an den Stadtrat. Unter anderem will er wissen, mit welchen Massnahmen die Exekutive "die unhaltbaren Zustände" zu korrigieren gedenke und wie die Anlage damals "ohne Bedenken" habe bewilligt werden können. Die Antwort des Wiler Stadtrats steht noch aus.

Der zuständige Imam, Bekim Alimi, hat im Verlauf dieser Woche in der Wiler Zeitung gesagt, dass die Belastung für das Quartier nach der Fastenzeit auf jeden Fall abnehmen werde. Es habe oberste Priorität, dass im Wiler Süden Ruhe einkehre. Grössere Feste sollen künftig in Säle ausgelagert werden.