Wiler Künstler mit Auszeichnung

Die Stadt Wil hat am Donnerstagabend in der Tonhalle Max Peter Ammann, Frank Nievergelt und Karl Paller mit dem Anerkennungspreis 2014 ausgezeichnet. Den Förderpreis erhielt Marietta Bosshart.

Stefan Etter
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Frank Nievergelt

Frank Nievergelt

WIL. «Wenn wir als Stadt etwas ganz offiziell mit einem Preis auszeichnen, muss es uns etwas wert sein», sagte die Wiler Stadtpräsidentin Susanne Hartmann am Donnerstagabend bei ihrer Eröffnungsrede bei der Verleihung des Wiler Förder- und Anerkennungspreises in der Tonhalle. Kunst sei ein wichtiges Instrument für die Gesellschaft. Sie hält die Zeit in einer Momentaufnahme fest und ordnet diese in der Vergangenheit und in der Zukunft ein. «Und das haben die Preisträger mit ihrem kulturellen Schaffen erreicht.»

Kontroverse Debatten

«Mit Max Peter Ammann ehren sie einen Mann, der ein Stück Schweizer Medien- und Theatergeschichte geschrieben hat», sagte Journalist Rolf Hürzeler in seiner Laudatio. Mit der Sendung «Telearena» habe er es beim Schweizer Fernsehen geschafft, im Studio mit dem Publikum über kontroverse Themen zu debattieren – abendfüllend. «Er hat den gesellschaftlichen Diskurs stark geprägt und hallt mit dem <Zischtigsclub> und der <Arena> noch heute nach.»

Sichtlich berührt nahm der Wiler Max Peter Ammann den Anerkennungspreis entgegen. «Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich die Gelegenheit erhalte, der alten Dame meine Zuneigung zu gestehen.» Gemeint hat er damit die Wiler Altstadt, die durch ihre eng aneinander gebauten Häuser und der Mauern eine Gemeinschaft herstellt. «Wie in einem Theater.» Das habe ihn bis heute stark geprägt.

Über 100 Ausstellungen

Ebenfalls mit dem Anerkennungspreis ausgezeichnet wurde Frank Nievergelt, der knapp 20 Jahre lang die Kunsthalle Wil geleitet hat und für über 100 Ausstellungen verantwortlich war. «Du hast stets grossen Wert auf die beste Präsentation der Exponate gelegt und diese gekonnt ins gute Licht gerückt», sagte Gabrielle Obrist, Leiterin und Co-Kuratorin der Kunsthalle Wil und Mitglied der Kulturkommission. «Mit deiner Leidenschaft für zeitgenössische Kunst und deinem Ehrgeiz hast du die Kunsthalle etabliert.»

Frank Nievergelt nahm die Worte dankend entgegen, um seine Auszeichnung gleich wieder zu relativieren. «Ich freue mich über den Preis. Der Dank gebührt auch all denjenigen, die mich auf meinem Weg begleitet und auf mich geschaut haben.»

Den dritten Anerkennungspreis 2014 verlieh die Stadt Wil Karl Paller, der als Musikpädagoge tätig ist, mehrere Kirchenchöre dirigiert und 1990 den Chor Cantores Corde gegründet hat. «Genauso wie von sich selber verlangt er auch von den Sängern viel Leidenschaft und Herzblut für die Musik», sagte Silvan Isenring, Tenor und Präsident des Cantores Corde. Er sei zielstrebig und hartnäckig bei der Programmgestaltung. «Doch er begegnet einem stets freundlich und versprüht Optimismus und Humor.»

Karl Paller bedankte sich bei allen, die ihm während vieler Jahre musikalisch und organisatorisch zur Seite gestanden haben. «Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich Musiker mit Herz in den Reihen habe. Sie verdienen diesen Preis ebenfalls.»

Mehrere Konzerte pro Monat

Neben der Verleihung der drei Anerkennungspreise vergab die Stadt Wil auch einen Förderpreis – an die 25jährige Marietta Bosshart. Seit zehn Jahren spielt sie Oboe, unterrichtet an drei Musikschulen und spielt monatlich mehrere Konzerte schweizweit: im Orchester, als Solistin oder in Kammermusikensembles.

«Vor zehn Jahren konnte ich Marietta bei einer Probe in der Klosterkirche St. Katharina zuhören», sagte Marie-Luise Eberhard, Organistin, Orgellehrerin und Mitglied der Kulturkommission. «Deine lebendigen und durchdachten Interpretationen inspirieren mich seither.»

Max Peter Ammann

Max Peter Ammann

Karl Paller

Karl Paller

Marietta Bosshart (Bilder: Stefan Etter)

Marietta Bosshart (Bilder: Stefan Etter)